Nordhausen auf der Grünen Woche
Die Großen unter den Kleinen
Freitag, 26. Januar 2018, 16:00 Uhr
Zur Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren sich dieser Tage neben Branchengrößen auch kleine und Kleinstunternehmen aus der Region, darunter Enthusiasten, Traditionalisten, alte Hasen und Anfänger. Die nnz wird die Nordhäuser auf der Grünen Woche in loser Reihenfolge vorstellen. Heute geht es um gebärfreudige Ziegen, mobile Hühner, Dammwild, Heidschnucken und ein Ort an dem sie alle zusammenkommen...
Eis statt Käse - auch die Ziegenalm aus Sophienhof präsentierte sich auf der Grünen Woche (Foto: Angelo Glashagel)
Die Holunderkelterei? Noch nie gehört. Apfelsaft vom blauen Schaf? Keine Ahnung. Die Ziegenalm? In Sophienhof? Ja, die kennt man. Unter den kleinen Erzeugern und Betrieben, die sich dieser Tage auf der Grünen Woche präsentieren, gehört die Sophienhofer Ziegenalm zu den "Großen", wenn nicht der tatsächlichen Größe dann doch der Bekanntheit nach.
Seit 2002 führen Kerstin und Kai Liebig das Gehöft an der nördlichen Spitze des Freistaates. Der Landwirtschaftsbetrieb hat sich heute zum Publikumsliebling gemausert doch der Weg dahin war alles andere als gradlinig. Mit zwei Ziegen haben sie angefangen, erinnert sich Kerstin Liebig, die mit ihren Kolleginnen den kleinen Stand auf der Berliner Messe betreut, was folgte waren viele Zufälle.
Über die Liebe zu den Tieren kam man in den hiesigen Zuchtverband und von da in Kontakt mit einer Molkerei. Die Herde der Liebigs wuchs stetig, in der Molkerei fand man einen dankbaren Abnehmer, bis die Firma Insolvenz anmelden musste. "Der einzige Weg der uns damals blieb war der Schritt nach vorn", sagt Kerstin Liebig. Der Rest ist Geschichte. Auf der Alm tummeln sich heute 120 Milchziegen, 80 Heidschnucken, eine besonders zähe Schafrasse, Tiroler Grauvieh, ein paar Schweine, 230 Hühner, eine kleine Dammwildherde und jede Menge Besucher.
"Der Besuch der Alm ist ein Erlebnis. Wie Ferien auf dem Bauernhof. Man nimmt mehr mit als nur ein Essen", erklärt sich Kerstin Liebig die Beliebtheit ihres Hofes. Viele Besucher verbringen ihren Urlaub im Harz und statten der Ziegenalm einen Besuch ab. Hinzu kommen Gäste aus dem Drei-Länder-Eck und zuweilen auch aus entlegeneren Gegenden wie Berlin, Hamburg oder auch Chemnitz, erzählt die Hirtin.
Hauptattraktion sind freilich die Tiere, Massenhaltung kommt für die Liebigs nicht in Frage, man nimmt nur das, was die Tiere geben können. Für die Hühner hat man im vergangenen Jahr einen mobilen Hühnerstall eingerichtet. Die Tiere können so den ganzen Sommer über frisches Grün genießen, der Qualität der Eier merke man das an, meint Liebig.
Den Messebesuchern bot man am vergangenen Samstag auch keinen Ziegenkäse an, denn die Milch die man zur Käseherstellung braucht, wird dieser Tage dringend auf der Alm benötigt. "Zwischen Januar und Februar lammen unsere Ziegen und die Größe unserer Herde verdreifacht sich", erklärt Frau Liebig, keine Chance auf Käse, die Milch von Mama Ziege bleibt für den Nachwuchs. Stattdessen gibt es Ziegeneis, das ist eingefroren schön lange haltbar und konnte schon im Herbst produziert werden. Von Vanille bis Sanddorn und Nougat reicht das Messeangebot der Alm und kann auch von denjenigen Genossen werden, die mit Kuhmilch nichts anfangen können.
Auf der Alm locken außerdem ein Hofladen und eine kleine Gastronomie, zwischen Mai und Oktober gibt es Hofführungen inklusive Verkostung und man feiert Lämmerfest und Stallgottesdienste. Mit insgesamt neun Leuten arbeite man zwar von früh bis spät, sagt Kerstin Liebig, aber man tue das mit Freude und Genuss. Wer nicht bis an die Landkreisgrenze fahren will, der findet die Leckereien Made in Sophienhof auch im Kontor am Hauptbahnhof, bei Munds Mühle und in diversen Restaurants im Landkreis.
Angelo Glashagel
Autor: red
Eis statt Käse - auch die Ziegenalm aus Sophienhof präsentierte sich auf der Grünen Woche (Foto: Angelo Glashagel)
Die Holunderkelterei? Noch nie gehört. Apfelsaft vom blauen Schaf? Keine Ahnung. Die Ziegenalm? In Sophienhof? Ja, die kennt man. Unter den kleinen Erzeugern und Betrieben, die sich dieser Tage auf der Grünen Woche präsentieren, gehört die Sophienhofer Ziegenalm zu den "Großen", wenn nicht der tatsächlichen Größe dann doch der Bekanntheit nach.
Seit 2002 führen Kerstin und Kai Liebig das Gehöft an der nördlichen Spitze des Freistaates. Der Landwirtschaftsbetrieb hat sich heute zum Publikumsliebling gemausert doch der Weg dahin war alles andere als gradlinig. Mit zwei Ziegen haben sie angefangen, erinnert sich Kerstin Liebig, die mit ihren Kolleginnen den kleinen Stand auf der Berliner Messe betreut, was folgte waren viele Zufälle.
Über die Liebe zu den Tieren kam man in den hiesigen Zuchtverband und von da in Kontakt mit einer Molkerei. Die Herde der Liebigs wuchs stetig, in der Molkerei fand man einen dankbaren Abnehmer, bis die Firma Insolvenz anmelden musste. "Der einzige Weg der uns damals blieb war der Schritt nach vorn", sagt Kerstin Liebig. Der Rest ist Geschichte. Auf der Alm tummeln sich heute 120 Milchziegen, 80 Heidschnucken, eine besonders zähe Schafrasse, Tiroler Grauvieh, ein paar Schweine, 230 Hühner, eine kleine Dammwildherde und jede Menge Besucher.
"Der Besuch der Alm ist ein Erlebnis. Wie Ferien auf dem Bauernhof. Man nimmt mehr mit als nur ein Essen", erklärt sich Kerstin Liebig die Beliebtheit ihres Hofes. Viele Besucher verbringen ihren Urlaub im Harz und statten der Ziegenalm einen Besuch ab. Hinzu kommen Gäste aus dem Drei-Länder-Eck und zuweilen auch aus entlegeneren Gegenden wie Berlin, Hamburg oder auch Chemnitz, erzählt die Hirtin.
Hauptattraktion sind freilich die Tiere, Massenhaltung kommt für die Liebigs nicht in Frage, man nimmt nur das, was die Tiere geben können. Für die Hühner hat man im vergangenen Jahr einen mobilen Hühnerstall eingerichtet. Die Tiere können so den ganzen Sommer über frisches Grün genießen, der Qualität der Eier merke man das an, meint Liebig.
Den Messebesuchern bot man am vergangenen Samstag auch keinen Ziegenkäse an, denn die Milch die man zur Käseherstellung braucht, wird dieser Tage dringend auf der Alm benötigt. "Zwischen Januar und Februar lammen unsere Ziegen und die Größe unserer Herde verdreifacht sich", erklärt Frau Liebig, keine Chance auf Käse, die Milch von Mama Ziege bleibt für den Nachwuchs. Stattdessen gibt es Ziegeneis, das ist eingefroren schön lange haltbar und konnte schon im Herbst produziert werden. Von Vanille bis Sanddorn und Nougat reicht das Messeangebot der Alm und kann auch von denjenigen Genossen werden, die mit Kuhmilch nichts anfangen können.
Auf der Alm locken außerdem ein Hofladen und eine kleine Gastronomie, zwischen Mai und Oktober gibt es Hofführungen inklusive Verkostung und man feiert Lämmerfest und Stallgottesdienste. Mit insgesamt neun Leuten arbeite man zwar von früh bis spät, sagt Kerstin Liebig, aber man tue das mit Freude und Genuss. Wer nicht bis an die Landkreisgrenze fahren will, der findet die Leckereien Made in Sophienhof auch im Kontor am Hauptbahnhof, bei Munds Mühle und in diversen Restaurants im Landkreis.
Angelo Glashagel

