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Nachdenken über Konsens

Freitag, 19. November 2004, 10:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser SPD hat sich einen neuen Vorstand für ihren Orstverein gewählt. Das gab es natürlich Ergebnisse, es gab aber auch klare Ansagen – zum Beispiel an die CDU...


Doch erst einmal zu den Formalien: Alter und neuer Ortsvorsitzender ist Andreas Wieninger. Eine Kampfabstimmung war nicht nötig, es gab keinen Gegenkandidaten. Unter seinen Stellvertretern gibt es jedoch ein neues Gesicht. Es gehört Georg Müller, der gemeinsam mit dem (alt)bewährten Winfried Theuerkauf die Stellvertretung übernehmen wird. Schatzmeister bleibt weiterhin Manfred Breitrück. Echte Neulinge gibt es jedoch beim restlichen Vorstand, die Genossen nennen sie Beisitzer. Detlef Schmidt, Thomas Mundt, Kerstin Thomas und Horst Grimm sind die Neuen, lediglich Helga Rathnau gehört zu den „Alten“. Nicht mehr für Vorstandsfunkfionen kandidiert haben Georg Morch und Volker Fütterer.

Ganz klar, daß die Nordhäuser Sozis über das kommunalpolitische Thema Nummer 1 diskutiert haben: Die Wahl eines hauptamtlichen und der beiden ehrenamtlichen Beigeordneten. Während es bei den „Ehrenämtlern“ nur noch Differenzen geben könnte, wenn sich die PDS nicht an Absprachen hält und vollkommen entgleist, so verspricht der Wahlausgang für den Wahlbuhl-Nachfolger doch noch genügend Zündstoff. Ob das Feuer an die politische Lunte gelegt wird, das hängt nach Angaben von Beobachtern in erster Linie von der CDU ab. Die ist, angesichts der Einheitsfront von Rot-Rot, in einer mißlichen Lage. Aus dem nicht öffentlichen Teil der Hauptausschußsitzung ist derweil bis zur sozialdemokratischen Basis durchgesickert, daß ein Matthias Jendricke (SPD) von Teilen der CDU-Fraktion nicht unbedingt als der „Wunschkandidat“ angesehen wird. Er habe während seiner Arbeit in der Kreisverwaltung nicht viel bewegt, soll im Europazimmer des Nordhäuser Rathauses zu hören gewesen sein.

Bereits da haben sich vermutlich bei einigen Genossen die Nackenhaare gekräuselt, und auch in der kleinen Politik gilt: es wird nichts vergessen. Und so warten die sozialen Demokraten natürlich gespannt auf den Wahlausgang am 1. Dezember. Sollte ein SPD-Kandidat Jendricke lediglich Stimmen aus dem Lager von SPD und PDS erhalten, dann wird vermutlich eine Zukunftsvision herangezogen, die so erquicklich nicht sein kann. Schließlich wird im Jahr 2006 auch ein Nachfolger für den jetzigen Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) gesucht. Nicht nur Kenner der Szene rechnen damit, daß Beyse nicht wieder antritt. Wer also soll ihm folgen? Ein CDU-Kandidat oder vielleicht auch eine Kandidatin wird es schwer haben, wenn die CDU die SPD durch ihr Abstimmungsverhalten am 1. Dezember 2004 „ärgert“. Dann ist der bisherige Konsens pfutsch, meinte Andreas Wieninger heute. Und dann müsse auch diese Position im Nordhäuser Rathaus nicht mehr unbedingt durch einen CDU- oder ihr „nahen“ Vertreter besetzt sein. Alternativen gebe es durchaus, auch und gerade in der PDS.
Autor: nnz

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