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Rohe Stücke kleingehackt

Mittwoch, 17. November 2004, 15:02 Uhr
Rohe Stücke kleingehackt (Foto: nnz) Rohe Stücke kleingehackt (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). So muß Theater schmecken. Frische Stücke, erst halb gar, von jungen Künstlern serviert, ein Schmierentheater für jedes Alter. Wann das wo stattfindet und was das Besondere daran ist, die nnz verrät´s mit einem Klick.


Vor einem Jahr stand es gar nicht gut um das Jugendtheater und den Kinderzirkus des Studio 44 e.V. Die jungen Künstler sollten aus ihrem Domizil ausziehen, da die Stadt andere Pläne für das Gebäude in der Köllingstraße 1a hatte. Nun teilt man sich die Räume in der Semmelweisstraße mit der evangelischen Grundschule. Überhaupt sieht jetzt alles viel besser aus, als im Herbst 2003. Lars Tietje, der neue Intendant des Nordhäuser Theaters, ist daran nicht unschuldig.

Das Kinder- und Jugendtheater in die GmbH heimholen wolle er nicht, sagt Tietje, obwohl er oft darauf angesprochen worden sei. Mit einem eigenständigen Verein gestalte sich die Zusammenarbeit für alle günstiger. Der Studio 44 e.V. kann Spenden entgegennehmen und Sponsoren finden. Außerdem werden Mitgliedsbeiträge erhoben. Geld gibt´s auch vom Land Thüringen. Von dort werden zwei Stellen des Kulturjahres finanziert. Das ist eine Art freiwilliges soziales Jahr im kulturellen Bereich.

Um die neue Theaterzusammenarbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, wird am 27. November das "Stückwerk No 1" dargeboten. In der "Destille" fühlen sich langjährige Nordhäuser Jugendtheaterfreunde garantiert in die Zeit der "Schrillen Nacht" zurückerinnert.

Alle Gruppen, die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen machen, bieten Ausschnitte aus ihrem Programm. Der Kinderzirkus Zappellini und das "Komplott gegen die Schwerkraft" werden genauso dabei sein, wie Schultheater-AGs oder die Videogruppe vom Herdergymnasium.

Die Schuljugendarbeit stand im Sommer für kurze Zeit auf der Kippe, nachdem Volker Schubert, der Vorsitzende des Studio 44, einen neuen Arbeitsplatz gefunden hatte. Zirkus-Organisatorin Steffi Böttcher sah keine Chance allein alle Projekte weiter zu betreiben. Rita Tuschy konnte die Schulprojekte an den beiden Gymnasien und der Petersbergschule übernehmen. Im Durchschnitt machen jeweils 10 Jugendliche mit. Alle Premieren finden kurz vor den Sommerferien statt.

Auch nach Ausgliederung des Studio 44 gab es Jugendtheater im Theater. Dr. Susanne Mauz kümmerte sich um an Musicalproduktionen Interessierte. In diesem Jahr soll die "Zauberflöte" als Gegenstück zur professionellen Inszenierung einstudiert werden.

Bisher war von einheitlicher Jugendarbeit beim Theater nicht viel zu sehen. Das ändert sich mit den neuen "Junges Theater" Logo, welches bereits die Broschüre mit dem Spielplan ziert. Hier finden Kinder und Jugendliche die erwachsenen Produktionen für ihr Alter und die Angebote zum mitmachen. So könne sich das Theater positiv in der Öffentlichkeit darstellen, meint Intendant Lars Tietje.

Steffi Böttcher sieht die Zusammenarbeit ebenfalls positiv. Zwar habe man auch bisher im TuD auftreten oder den Proberaum in der Grimmelallee nutzen können, doch in dieser Spielzeit nehme das Ganze neue Dimensionen an. Beide haben was davon. Finanziell sicherere Verhältnisse für die Jugendarbeit, das Theater hat bis 2008 dank der Kooperation mit Rudolstadt Finanzierungssicherheit, und ein großes Angebot für relativ wenig Geld für die jungen Leute. Der Auftrag zur Jugendarbeit sei laut Tietje nicht festgeschrieben, aber er erfülle ihn gern.

Lust bekommen, sich auf junges Theater in der Destille einzulassen? Das "Stückwerk No1" ist am 27. November ab 19.00 Uhr zu sehen. Mehr Informationen gibt’s auch im Internet
Autor: wf

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