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Spiegelbild

Samstag, 13. November 2004, 18:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute Vormittag war die diesjährige Südharz-Messe eröffnet worden. Doch irgendwie war die nunmehr 14. Auflage etwas anders. Nicht nur, dass eine musikalische Umrahmung fehlte. Die nnz mit einem Stimmungsbericht...


Spiegelbild (Foto: nnz) Spiegelbild (Foto: nnz) Auf dem August-Bebel-Platz war in diesem Jahr noch richtig viel Platz. So viel, dass ein Parkplatz eingerichtet werden konnte. Blickt man zurück auf vergangene Jahre, dann erinnert man sich an 16 Hallen. In diesem Jahr zählt man nur noch acht. Und die werden mehrfach belegt. Ein interessanter Schachzug von Veranstalter Jürgen Köhne, doch auch Ausdruck der aktuellen Situation. Es gibt kaum noch Bedarf für acht Tage tief in die Tasche zu greifen, um die Standmiete zu zahlen. In seiner Eröffnungsrede meinte Köhne zwar, dass derartige Messen auch in Zukunft ihre Chance hätten, doch viele der Gäste wussten heute: Das Gegenteil ist vermutlich der Fall.

Die Frage „Was wollen die Leute?“, die hat Köhne vielleicht mit seinem diesjährigen Programm selbst beantwortet: Es wird einen Ein-Euro-Tag geben, am Donnerstag gibt es die Schau für einen Euro Eintritt. Auch sein Hinweis, dass noch kurzfristig Stände angemietet werden können, ist nicht etwas Ausdruck seiner Flexibilität, sondern eher der zurückgehenden Nachfrage.

Wären nicht die Hallen der Autohäuser, das Nordthüringer Handwerk wäre überhaupt nicht vertreten, auch das Echo der Altstadt-Initiative, die Köhne angeschrieben hatte, kann man mit Null zusammenfassen.

Die Kauflaune sei im Keller, konstatierte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU), lobte dennoch Köhne und sein Stehvermögen. Immerhin würden sich ja Aussteller aus vier Bundesländern und auch einer aus Österreich in Nordhausen präsentieren. Dann gab es die üblichen Durchhalteparolen. Der Mittelstand und das Handwerk seien die Säulen der Wirtschaft, die A 38 würde Investoren für die Region neugierig machen.

Ungewöhnlich kurz auch die Rede von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), sie hob hervor, dass es in diesem Jahr auch Tourismus oder Wellness zum Angebot gehören würde. Und wer genau der OB zuhörte, der vernahm als Unterton die Frage: Braucht Nordhausen in jedem Jahr eine solche Schau? Na klar, für Nordhausen als stärkste Kommune in Nordthüringen, ist die Südharz-Messe ein Teil des Anspruches. Doch wer würde sich daran stoßen, wenn sie nicht stattfindet?

Schließlich gab es auch noch Grußworte des Landrates, überbracht von der zweiten Beigeordneten des Landkreises, Loni Grünwald (PDS). Es wurde von vielen Politikern aber auch Vertretern der Wirtschaft negativ registriert, dass Joachim Claus (CDU) diesem Event fernblieb. Offiziell hieß es, er sei erkrankt. Nur glauben wollten das so recht nur die, die nicht zur politischen Szene in Nordhausen gehören.

Eigentlich hatte Joachim Claus nichts an diesem Samstagvormittag verpasst, es war eine Eröffnung, die in dieser Stille auf dem August-Bebel-Platz lange nicht zu erleben war. Wie eingangs gesagt, nicht mal der angekündigte Polizeichor war zu hören. Angeblich, so Köhne, hätten die Sänger wegen Krankheit abgesagt.
Autor: nnz

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