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20. Winterlicher Vogtland-Hunderter

100 km Rutschen und Stapfen

Samstag, 30. Dezember 2017, 11:50 Uhr
Zu wenig Schnee im Harz? Kein Problem: Im Vogtland gibt es derzeit genug. Das war eine würdige Jubiläumswanderung zur 20. Wiederkehr des Winterlichen Vogtland-Hundertes: Winterwetter pur mit Schneehöhen von bis zu 36 Zentimeter und viel Eis auf Wegen und Straßen...


Rund 250 Starter auf allen Strecken, unter ihnen 36 Wanderer auf der 100 km-Strecke, begaben sich am Mittwoch und Donnerstag an den Start im sächsischen Falkenstein. Eingeladen hatte der Deutsche Alpenverein Plauen und der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland.

Dank der hervorragenden Organisation von Veranstaltungschef und Wanderleiter Jürgen Hadel gab es durch den vielen Schnee keinerlei logistische Beeinträchtigungen. Immerhin waren 14 Kontrollpunkte einzurichten und teilweise auch zu besetzen, zahlreiche Verpflegungsstellen mussten organisiert werden – und das alles mit ehrenamtlichen Helfern.

Es oblag jedem einzelnen 100 km - Starter, der älteste war übrigens 73 Jahre alt und erfolgreich, individuell nach der ganz hervorragenden Karte und der kurzen und genauen Wegbeschreibung zu wandern oder sich Jürgen Hadel als Wanderleiter anzuschließen.

Eindrücke an der Strecke

Eckpunkte der 100 km-Runde waren Falkenstein (Start), Zwotental, Luby und Vernerov (Tschechien), Bad Elster, Adorf, Schöneck und Falkenstein (Ziel).

Auf Grund des vielen Neuschnees war das Wandern zwar fast auf der gesamten Strecke erschwert, jedoch wurden wir Teilnehmer durch den Anblick einer romantisch anmutenden, gebirgigen Winterlandschaft entschädigt, ja durch die vielen geschmückten Bäume und Anwesen in den Ortschaften flammte erneut weihnachtliche Stimmung auf.

Auffallend war der meist dezente Lichterschmuck auf tschechischer Seite gegenüber der oft überbordenden, nicht unbedingt Weihnachtlichkeit erzeugenden Lichterwalze auf deutscher Seite, die einem dank Leuchtdioden in so mancher Siedlung entgegenrollte.
Im Wald begegnete uns übrigens das Moosmännel, eine Art guter vogtländischer Rübezahl - siehe Fotos.

Herausforderungen und Erinnerungen

Die körperlichen Herausforderungen beim 20. Winterlichen Vogtland-Hunderter waren beträchtlich. Ein „sauberes“ Gehen war kaum einmal möglich, es musste gespurt und gestapft werden und auf jeder geräumten Fläche lauerte das Eis, was auch nachts ein teilweises Abschalten der Aufmerksamkeit verhinderte. Dazu mussten hunderte Höhenmeter bewältigt werden, wobei die lästigen Anstiege im Tiefschnee von Adorf (km 71,1, 350 m) bis Schöneck (km 84,3, 707 m) vorbei an gut besuchten Skiabfahrtspisten in besonderer Erinnerung bleiben werden. Umso besser schmeckten dann Kaffee, Kuchen und Bockwurst in einem Supermarkt des höchstgelegenen vogtländischen Wintersportortes.

In positiver Erinnerung bleiben werden aber auch die nächtliche Einkehr in einer früher von Deutschen geführten Gaststätte im tschechischen Vernerov (Gasthaus Beilschmied) mit netter Bedienung, Knoblauchsuppe, böhmischen Knödeln und natürlich original böhmischem Bier und der Besuch der Elsterquelle in der Nähe von Vyhledi früh um zwei Uhr. Wanderleiter Jürgen nahm den Besuch in Eis und Schnee zum Anlass, seinen Teilnehmern ein wenig Elsterwasser auszuschenken, braun, wie das mineralhaltige Elsterquellenwasser und stark wie ein guter, reiner Weinbrand.

Der 100-km-Hund

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer auf der 100 km-Strecke gab diesmal vor Erreichen des Ziels auf, was auf die schwierigen Gehverhältnisse hindeutet. Es gab zahlreiche Stürze, die aber glimpflich ausgingen und es gab einen Hund namens Sherry, der, wie schon 2016, mit seinem Herrchen die 100 Kilometer ohne Ausfallerscheinungen meisterte. – Kein Wunder: Sherry wohnt in Schöneck und ist durch zahlreiche Schneetouren mit seinem Herrchen hervorragend trainiert.

Ein besonderes Wiedersehen…

…nach 15 Jahren gab es mit Klaus Weigel, mit dem ich im Sommer 2002 erstmals den Harz auf seiner gesamten Länge auf einer Strecke von 147 km nonstop durchquerte (Seesen-Brocken-Eisleben, heute jährlich als Harz-Hunderter Extrem).

Ein großer Dank…

geht an Organisator Jürgen Hadel, seine Familie und die zahlreichen anderen freiwilligen Helfer, die den Winterlichen Vogtlandhunderter wieder zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Bis zum nächsten Mal.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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