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Agiert und reagiert

Montag, 08. November 2004, 18:52 Uhr
Nordhausen/Weimar (nnz). Über 170 SchülervertreterInnen aus ganz Thüringen kamen zum "8. Thüringer Schüler-Politik-Tag 2004" unter dem Motto "Demokratie lernen! Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" nach Weimar. Organisiert hatte sie unter anderem der Nordhäuser Verein „neuebenen“.

Agiert und reagiert (Foto: nnz) Agiert und reagiert (Foto: nnz)

"Gerade nach dem NPD-Bundesparteitag in Leinefelde war das unser Zeichen aus dem Eichsfeld hierher zu kommen.", so ein Schüler aus Worbis nach der Tagung. "Wir wollten sofort reagieren und sind mit der ganzen Klasse nach Weimar gekommen". Neben Zeitzeugengesprächen mit ehemaligen Inhaftierten der KZ Buchenwald und Auschwitz nahmen die Schüler an Workshops zu Demokratieentwicklung und Menschenrechtsfragen teil. "Wo es keine Menschenrechte gibt, gibt es keine Chance auf Demokratie. Und wo es keine Demokratie gibt, gibt es auch keine Menschenrechte", so Willem van der Griend, Strafverteidiger am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der als Referent den Schülern auf Fragen zu Kriegsverbrechen Rede und Antwort stand. "Die Schüler haben mich beeindruckt, Ihnen gilt mein Respekt.", so van der Griend weiter.

Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) zeigte sich hocherfreut über das Interesse der Schüler. "Demokratie lernen Sie durch Teilhabe. Es ist die Erfahrung von Erfolg, Misserfolg, von Gewinnen und Verlieren, von Macht und Ohmacht", sagte Goebel, Schirmherr der Veranstaltung, in seinem Festvortrag. Die Kooperationsveranstaltung des Thillm, der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und des Vereins "neue ebenen e.V." aus Mitteln des Freistaates Thüringen und des Bundesaktionsprogamms " C I V I T A S " finanziert, war ein Erfolg.

Ein Erfolg der sich in den interessierten Fragen der Schüler spiegelte. "Nun gilt es in der Schule weiterzuarbeiten. Demokratie braucht politische Bildung, nicht nur für den Schüler auch für den Lehrer." Der weitere Ausbau von Schülerprojekten an den Schulen, die aktive Einbindung der Lehrerschaft und des Elternhauses, müssen gefördert werden", so Dr. Christa Herwig, stellv. Direktorin des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Das Gelernte konnten die Schüler am zweiten Kongresstag sofort anwenden. In einer Podiumsdiskussion zum Thema "Jugend und Politik – zwei getrennte Welten?“ wurde mit Landtagsabgeordneten, Vertretern der Landesschülervertretung und Schulleitern heiß diskutiert. "Wir wollen mitbestimmen und auch Verantwortung übernehmen", meinte ein Schüler während der Diskussion.

Beeindruckt von der Offenheit und dem Auftreten der Schüler zeigte sich auch Landtagsabgeordneter Michael Panse (CDU). "Wenn die Schüler den Spirit dieser Veranstaltung als Multiplikatoren mit in Ihre Schulen tragen, dann ist viel gewonnen. Die Schule hat nicht nur die Aufgabe Wissen zu vermitteln, vielmehr wird hier soziale Kompetenz ausgebildet, Kompetenz die sich auch auf das Interesse der Schüler an Politik, Mitbestimmung und Demokratiebewusstsein auswirkt", ist sich Panse sicher. Mike Mohring, Generalsekretär der Thüringer CDU, fand sich ebenfalls als Gastredner zum Schüler-Politik-Tag ein. "Gern komme ich jedes Jahr wieder zur Veranstaltung, diese ist mehr als eine Tradition. Gerade im Hinblick auf den NPD-Bundesparteitag der kürzlich in Thüringen stattfand, sehe ich diesen Kongress als wichtigen Eckpfeiler der politischen Bildungsarbeit im Freistaat."

Im Jahr 2005 wird es wieder einen Schüler-Politik-Tag geben. Die Thüringer Schüler haben reagiert.
Autor: nnz

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