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Frühförderstelle wurde zur Backstube

Kleine Hände im Teig

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 11:01 Uhr
Adventszeit ist Plätzchenzeit. In der Frühförderstelle des Landkreises Nordhausen wird seit Tagen gebacken. Warum das so ist, erzählt Jana Lenz, Mitarbeiterin der Nordthüringer Lebenshilfe...

Plätzchenduft zieht durch die Räume der Interdisziplinären Frühförderstelle. Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Das Förderangebot in Trägerschaft der Nordthüringer Lebenshilfe wendet sich von jeher an Kinder mit Entwicklungsrisiken (z.B. Frühgeburten) bzw. mit Entwicklungsverzögerungen in verschiedenen Bereichen sowie Kinder mit Behinderung und jene, die von Behinderung bedroht sind.

Säuglinge, Kleinkinder und Vorschulkinder erhalten hier mit ihren Familien notwendige Unterstützung, Förderung und Beratung. Auch im häuslichen Bereich der Familien oder im Kindergarten sind die Heilpädagoginnen und Therapeutinnen der Frühförderstelle im Einsatz. So unterschiedlich wie die Kinder und ihre Familien sind dabei auch die Inhalte der Förderung und Begleitung.

Warum backen wir Plätzchen? Nicht nur, weil es zur Adventszeit dazugehört und das Ergebnis so lecker ist. Das gemeinsame Backen vereint vieles, was wir in der Frühförderung anstreben. Das Wichtigste: Eltern und Kinder nehmen sich Zeit für eine gemeinsame Aufgabe.

Das Smartphone liegt weit weg, wenn das Mehl durch die Küche stiebt. Die Fachfrau sieht freilich noch mehr: „Je nach Alter der Kinder können wir verschiedene Zielstellungen bearbeiten“, sagt Heilpädagogin Anna Kniep. „Beim Herstellen des Teiges werden viele verschiedene Wahrnehmungsbereiche angesprochen.“

So fühlen schon die Kleinsten die unterschiedliche Konsistenz der verschiedenen Zutaten, auch der Geruchssinn wird angesprochen. Das Teigkneten schult die Kraftdosierung. Müssen sie am Anfang noch viel Kraft einsetzen, merken die Kinder schnell, wie der Teig immer geschmeidiger und zarter wird. „Bei den älteren Kindern kommen auch die Förderung des Mengenverständnisses und der Handlungsplanung dazu. In welcher Reihenfolge kommen welche Zutaten in die Schüssel?“ Der Geschmackssinn wird bei allen Kindern angesprochen.

Der kleine Luca mit Mama und großer Schwester; rechts im Bild: Heilpädagogin Anna Kniep (Foto: Nordthüringer Lebenshilfe) Der kleine Luca mit Mama und großer Schwester; rechts im Bild: Heilpädagogin Anna Kniep (Foto: Nordthüringer Lebenshilfe)

Der kleine Luca mit Mama und großer Schwester; rechts im Bild: Heilpädagogin Anna Kniep

Da wird auch vom rohen Teig genascht, werden die fertigen Plätzchen mit und ohne Schokolade getestet. Ob Kinder in dem einen oder anderen Bereich Förderbedarf haben oder nicht, der Spaß am gemeinsamen Tun und die Freude über das Ergebnis stehen im Vordergrund. Der Lohn für alle kleinen und großen Hobbybäcker: Es darf genascht werden.

Haben Sie schon Plätzchen mit Ihren Kindern oder Enkelkindern gebacken? Nehmen Sie sich doch einen Nachmittag Zeit dafür – es wird ein Fest für die Sinne!
Jana Lenz

Info und Kontakt:
Interdisziplinäre Frühförderstelle, Nordthüringer Lebenshilfe gemeinnützige GmbH, Bahnhofstraße 20a, 99734 Nordhausen, Tel.: 03631 / 46 34 841
www.nordthueringer-lebenshilfe.de
Autor: red

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