Alles über die 11
Donnerstag, 11. November 2004, 11:11 Uhr
Nordhausen (nnz). Der 11.11. ist traditionell für den Karneval ein wichtiger Tag. Das liegt an der lustigen Zahl, bei der man die Ziffern vertauschen kann ohne sie zu ändern. In Nordhausen gibt es dieser Tage aber noch mehr zur 11 zu sagen.
Aus 11 Spielern besteht ein Fußballteam und Nordhausen hat gleich zwei Mannschaften, die in der Landesklasse Ost kicken. Von denen steht eines kurz davor, seinen 11. Punktspielsieg in Serie zu landen und die anderen sind mit ihrem letzten Heimsieg endlich über die 11-Punktemarke hinausgekommen und haben damit Anschluss ans Mittelfeld gefunden.
Das wirklich Schöne daran ist, dass sich beide Vereine am letzten Spieltag die beste gegenseitige Schützenhilfe gaben, die nur vorstellbar ist. Während Wacker 90 in überlegener Manier den Abstiegskandidaten Walschleben mit 4:1 abfertigte, erkämpfte sich die FSG Salza ein beachtliches 2:1 über Aufstiegskandidat Bad Blankenburg. Salza zog in der Tabelle an Walschleben vorbei und Bad Blankenburg ist seitdem kein heißer Aufstiegsaspirant mehr.
Aber was ist nur bei Wacker los? Verwundert reiben sich Fans und Verantwortliche die Augen, wenn sie auf die Tabelle schauen und kneifen sich in die Wange, um sich zu überzeugen, dass sie nicht träumen. Im Stile einer Übermannschaft marschieren die Etzrodt-Schützlinge durch die Liga, sind schon Herbstmeister und wären der Konkurrenz schon sehr weit enteilt, wenn nicht der FSV Schleiz tapfer dagegenhalten würde und den Abstand von 6 Punkten auf Wacker hielte.
Inzwischen fällt es außer den Fans und den Spielern auch dem Präsidium in der Parkallee immer schwerer, nicht in grenzenlose Euphorie zu verfallen und von der Landesliga im nächsten Jahr zu philosophieren.
Der Einzige, der momentan wirklich nicht zu beneiden ist, ist der Trainer. Uwe Etzrodt hat nicht nur die Qual der Wahl bei der Aufstellung seiner Truppe, sondern muss sicherlich mit Engelszungen reden, was die Einstellung seiner Jungs vor jedem Spiel anlangt. Denn seien wir ehrlich: wer glaubt ernsthaft daran, dass der Neuling aus Neustadt/O. am Samstag im Albert-Kuntz-Sportpark punkten könnte und den 11. Sieg der Wackeren verhindert?
Und genau darin liegt die Gefahr und die große Aufgabe des Übungsleiters. Wacker ist Herbstmeister, aber die schweren Auswärtsspiele kommen alle in der 2. Halbserie. Und da zählt jeder Punkt und jedes Tor, dass vor der dem Winterschlaf der Liga noch eingefahren wird. Das muss Etzrodt seinen Spielern immer wieder klar machen und vor Überheblichkeit warnen.
Zum Verhöhnen in der Bütt eignen sich heute Abend jedenfalls beide Nordhäuser Mannschaften nicht. Da müssen sich die Narren schon etwas anderes einfallen lassen. Das ist aber leider nicht schwer, wenn man beispielsweise die Politik der letzten Wochen Revue passieren lässt.
Und wer es nicht glaubt, dass Wacker 90 derzeit richtig guten Fußball spielt, der kann sich ja am Samstag um 14 Uhr überzeugen. Wo das Stadion ist, wird der eine oder andere ja noch von früher wissen. Zur Feier der Herbstmeisterschaft könnte die Kulisse ruhig etwas größer sein als in den letzten Heimspielen.
Olaf Schulze
Autor: oschAus 11 Spielern besteht ein Fußballteam und Nordhausen hat gleich zwei Mannschaften, die in der Landesklasse Ost kicken. Von denen steht eines kurz davor, seinen 11. Punktspielsieg in Serie zu landen und die anderen sind mit ihrem letzten Heimsieg endlich über die 11-Punktemarke hinausgekommen und haben damit Anschluss ans Mittelfeld gefunden.
Das wirklich Schöne daran ist, dass sich beide Vereine am letzten Spieltag die beste gegenseitige Schützenhilfe gaben, die nur vorstellbar ist. Während Wacker 90 in überlegener Manier den Abstiegskandidaten Walschleben mit 4:1 abfertigte, erkämpfte sich die FSG Salza ein beachtliches 2:1 über Aufstiegskandidat Bad Blankenburg. Salza zog in der Tabelle an Walschleben vorbei und Bad Blankenburg ist seitdem kein heißer Aufstiegsaspirant mehr.
Aber was ist nur bei Wacker los? Verwundert reiben sich Fans und Verantwortliche die Augen, wenn sie auf die Tabelle schauen und kneifen sich in die Wange, um sich zu überzeugen, dass sie nicht träumen. Im Stile einer Übermannschaft marschieren die Etzrodt-Schützlinge durch die Liga, sind schon Herbstmeister und wären der Konkurrenz schon sehr weit enteilt, wenn nicht der FSV Schleiz tapfer dagegenhalten würde und den Abstand von 6 Punkten auf Wacker hielte.
Inzwischen fällt es außer den Fans und den Spielern auch dem Präsidium in der Parkallee immer schwerer, nicht in grenzenlose Euphorie zu verfallen und von der Landesliga im nächsten Jahr zu philosophieren.
Der Einzige, der momentan wirklich nicht zu beneiden ist, ist der Trainer. Uwe Etzrodt hat nicht nur die Qual der Wahl bei der Aufstellung seiner Truppe, sondern muss sicherlich mit Engelszungen reden, was die Einstellung seiner Jungs vor jedem Spiel anlangt. Denn seien wir ehrlich: wer glaubt ernsthaft daran, dass der Neuling aus Neustadt/O. am Samstag im Albert-Kuntz-Sportpark punkten könnte und den 11. Sieg der Wackeren verhindert?
Und genau darin liegt die Gefahr und die große Aufgabe des Übungsleiters. Wacker ist Herbstmeister, aber die schweren Auswärtsspiele kommen alle in der 2. Halbserie. Und da zählt jeder Punkt und jedes Tor, dass vor der dem Winterschlaf der Liga noch eingefahren wird. Das muss Etzrodt seinen Spielern immer wieder klar machen und vor Überheblichkeit warnen.
Zum Verhöhnen in der Bütt eignen sich heute Abend jedenfalls beide Nordhäuser Mannschaften nicht. Da müssen sich die Narren schon etwas anderes einfallen lassen. Das ist aber leider nicht schwer, wenn man beispielsweise die Politik der letzten Wochen Revue passieren lässt.
Und wer es nicht glaubt, dass Wacker 90 derzeit richtig guten Fußball spielt, der kann sich ja am Samstag um 14 Uhr überzeugen. Wo das Stadion ist, wird der eine oder andere ja noch von früher wissen. Zur Feier der Herbstmeisterschaft könnte die Kulisse ruhig etwas größer sein als in den letzten Heimspielen.
Olaf Schulze
