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Fundstücke aus der Vergangenheit

Neue Dauerausstellung am Kyffhäuserdenkmal

Freitag, 01. Dezember 2017, 14:13 Uhr
Zur Geschichte des Kyffhäuser-Denkmals wurde am heutigen Freitag eine neue Dauerausstellung übergeben...

Erzählungen über versteckte Schätze am Kyffhäuser wurde 2015 nachgegangen, kn berichtetete bereits. Dank der Initiative des Meeresbiologen und Brunnenforschers Prof. Hans Fricke machte sich ein Forscherteam an die Arbeit, das Brunnensediment nach Kostbarkeiten vergangener Zeiten zu durchforschen.

Neue Dauerausstellung am Kyffhäuserdenkmal (Foto: privat) Neue Dauerausstellung am Kyffhäuserdenkmal (Foto: privat)

Der ganz große Schatz wurde noch nicht gefunden, aber es kamen zahlreiche andere historische Relikte mit ihren ganz eigenen Geschichten zum Vorschein.

Ab dem 1. Dezember gibt es im Rahmen der neukonzipierten „Dauerausstellung für das Kaiser Wilhelm Denkmal“ diese Fundstücke sorgfältig restauriert und aufgearbeitet zu bewundern.

Neue Dauerausstellung am Kyffhäuserdenkmal (Foto: privat) Neue Dauerausstellung am Kyffhäuserdenkmal (Foto: privat)

Zur Eröffung der dazu gehörenden Ausstellung „Denk.Mal.Turm eine multimediale Dauerausstellung zur Geschichte des Kaiser Wilhelm Nationaldenkmals am Kyffhäuser“ waren bei Durchschneiden des Bandes anwesend:
Dr. Andreas Räuber, Beigeordneter des Bürgermeisters von Bad Frankenhausen, Matthias Strejc (SPD), Bürgermeister Bad Frankenhausen, Antje Hochwind (SPD), Landrätin Kyffhäuserkreis, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, und Bundestagsmitglied Kersten Steinke (Die Linke).

Hoff:
„Für mich selbst war es ein großes Vergnügen, in den hohen Norden Thüringens zu reisen“, so Minister Hoff mit einem Schmunzeln. „Der Kyffhäuser ist ein herausragendes Denkmal, das mit seiner neuen Ausstellung einen Meilenstein darin setzt, Geschichte multimedial erlebbar zu machen.

Ich freue mich darauf, das auch meinen eigenen drei Kindern zu zeigen. Darüber hinaus ist das Kyffhäuser-Denkmal das perfekte Beispiel für die von unserer Staatsregierung präferierte interkommunale Zusammenarbeit.“ Landrätin Hochwind hob ebenfalls die Multimedialität der Ausstellung hervor: „Mit den innovativen Ideen werden vor allem Kinder und Jugendliche angesprochen. Somit gibt es auch für junge Familien ein zusätzliches Angebot am Denkmal.“

Die Ausstellung kann zu den normalen Öffnungszeiten des Kyffhäuserdenkmals besuchte werden.

Hintergrund

Modern und abwechslungsreich ist deutsche Geschichte hier ab sofort zu erleben. Besucher können unter anderem historische Relikte bewundern, die Forscher aus dem 176 Meter tiefen Kyffhäuserbrunnen geborgen, restauriert und aufbereitet haben, oder aber sich in einem virtuellen Fahrstuhl in den tiefsten Burgbrunnen der Welt „abseilen“ und die eindrucksvollen Ausmaße des Bauwerks mit eigenen Augen entdecken.

„Wir präsentieren die Entwicklung des Nationaldenkmals und mit ihr die deutsche Geschichte modern und multimedial“, erklärt Jens Lüdecke, Geschäftsführer der Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen. „Wir haben den Anspruch, dass unsere Gäste die Zeitgeschichte nicht nur kennenlernen, sondern dass sie diese vielmehr selbst erleben können. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen, und ich freue mich auf die Reaktionen der Besucher. Dies auch in Hinblick auf unsere Schätze aus der Dunkelheit, die wir jetzt erstmals präsentieren können.“

Erzählungen besagen, der frühere Denkmalverwalter des Kyffhäuser-Denkmals habe aus Angst vor Plünderungen am Ende des Zweiten Weltkrieges kurzerhand alle Kostbarkeiten des Denkmals in einen Sack verpackt und in den Burgbrunnen geworfen. Mutmaßlich überdauerten sie in 176 Metern Tiefe unangetastet die letzten 70 Jahre. 2015 ging dank der Initiative des Meeresbiologen und Brunnenforschers Prof. Hans Fricke ein Forscherteam der Sache auf den Grund im wahrsten Sinne des Wortes: Es durchsuchte das Brunnensediment nach Schätzen vergangener Zeiten. Zwar fand es nicht den Sack des Denkmalverwalters. Dafür aber kamen zahlreiche andere Relikte mit ihren ganz eigenen Geschichten zum Vorschein. „Die Forscher haben bei ihren Untersuchungen verschiedenste Kostbarkeiten und einige Überraschungen gefunden, die jetzt ausgestellt sind“, weiß Lüdecke.

Das Denkmal selbst wurde 1896 fertiggestellt und ist das zweithöchste Nationaldenkmal Deutschlands. Neben Reiterstandbild und Turm locken vor allem die 900 Jahre alte Burgruine sowie der imposante Kyffhäuserbrunnen jährlich mehr als 150.000 Besucher in den Norden Thüringens. „Wir sind überzeugt davon, dass dank unserer neuen Attraktion noch mehr Menschen in die wunderschöne Gegend rund um das Kyffhäuser-Denkmal und Bad Frankenhausen kommen werden“, gibt sich Lüdecke zuversichtlich.
Autor: khh

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