Der ganz große Auftritt des Tilo Große
Dienstag, 21. August 2001, 20:20 Uhr
Werther (nnz). Es brauchte eine lange Zeit, ehe Tilo Große so nachhaltig Beifall aus den Reihen der CDU-Kreistagsfraktion bekam, wie das vor ein paar Stunden der Fall war. Heute endlich war es soweit und der ehemalige SPD-Fraktionär und ehemalige Sozialdemokrat hatte ihn sich wirklich redlich verdient.
Er wolle eine persönliche Erklärung abgeben, meinte Große und zog mit Zetteln und Zeitungsausschnitten bewaffnet ans Rednerpult. Er meinte einleitend, dass nun eine lange Zeit hinter den Kreistagsmitgliedern liege, in der es auch ohne hauptamtliche Beigeordnete gegangen sei. Großzügig zeigte sich Tilo Große dann aber trotzdem, in dem er dem Rest des Kreistages wenigstens einen Hauptamtlichen zugestand. Und vorn im Präsidium begannen die Augen des Landrates zu funkeln.
Dann kam es aber bedrohlich dicke. Eigentlich hätten wir überhaupt keine Ausschreibung gebraucht, weil mit dieser Wahl ein demokratisches Verfahren missbraucht wird und die Gewählten schon vorher feststehen, so Große mit der Anspielung auf das, was per Wahlakt durchgezogen wurde. Die Kandidaten, die nach seiner Meinung bereits feststünden, die hätten übrigens überhaupt nicht die erforderliche Qualifikation. Jendricke und Grünwald seien keine kompetenten und starken Beigeordneten, die ja der Landrat eigentlich bitter nötig habe. In der Vergangenheit sei das jedenfalls nicht so gewesen mit stark und kompetent, sagte Große und zielte auf seine beiden Intimfeinde Uebner und Goutier.
Dann wurde Große persönlich. Matthias Jendricke sei als Beigeordneter und Stellvertreter des Landrates nun gar nicht geeignet. Er habe keine Erfahrung in der Führung und Leitung von Mitarbeitern, ihm fehle jegliche soziale Kompetenz. Und überhaupt ist Jendricke viel zu jung. Zu Loni Grünwald hatte Große einen Zeitungsausschnitt aus den 80er Jahren zur Hand. Da wurde aufgeschrieben, was die PDS-Frau für eine Qualifikation hatte und auch heute noch hat: Facharbeiter und Staatswissenschaftlerin - Pfui Teufel!
Großes Fazit und sehnlichster Wunsch: Ich hoffe, dass das Landesverwaltungsamt und die anderen Kandidaten diese Wahl beanstanden und angreifen werden. Sagte es und setzte sich in die Zuschauerreihen, denn an solch einer Wahl werde er nicht teilnehmen.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Für Nicht- oder Fast-Nicht-Teilnahme ist Tilo Große in der Nordhäuser Politszene nicht ganz unbekannt. Erinnern wir uns an das Jahr 1994. Da wurden die ehemaligen Beigeordneten Uebner und Goutier gewählt - und zwar überraschend. Die Kreistagssitzung war bereits einige Minuten alt, alle Mitglieder waren da, nur Große als Fraktionsvorsitzender fehlte. Man kann schließlich auch mal zu spät kommen. Eigentlich sollten damals ja zwei SPD-Leute dem Landrat per Wahl zur Seite gestellt werden. Erinnern wir uns an die Namen? nnz hilft nach: Landsiedel und Große. Ja, richtig, damals wollte Tilo Große sich von seiner SPD-Fraktion und der PDS-Fraktion wählen lassen. Über welche Qualifikationen verfügte Große zum damaligen Zeitpunkt? Bürgermeister in Petersdorf, Mitarbeiter in der Kreisverwaltung, Kreistagsmitglied und eine künstlerische Ausbildung. Vielleicht auch was vergessen? nnz will ja nicht persönlich werden, aber da können Jendricke und Grünwald wohl auch schon mithalten. Einen Makel hat Jendricke - er hat nicht das erforderliche Alter. Damals sollte das Wahl-Prozedere nach demokratischeren Regeln verlaufen als heute? Damals soll bei der Wahl nur die fachliche Qualität der Bewerber gezählt haben? Wer im Glashaus sitzt, lieber Herr Große, der sollte nicht mit den bekannten Dingern schmeißen. Und das, was sie heute im Kreistag von sich gegeben haben, das war wirklich sehr schlimm. Das war Haß und Verbitterung in Reinkultur.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEr wolle eine persönliche Erklärung abgeben, meinte Große und zog mit Zetteln und Zeitungsausschnitten bewaffnet ans Rednerpult. Er meinte einleitend, dass nun eine lange Zeit hinter den Kreistagsmitgliedern liege, in der es auch ohne hauptamtliche Beigeordnete gegangen sei. Großzügig zeigte sich Tilo Große dann aber trotzdem, in dem er dem Rest des Kreistages wenigstens einen Hauptamtlichen zugestand. Und vorn im Präsidium begannen die Augen des Landrates zu funkeln.
Dann kam es aber bedrohlich dicke. Eigentlich hätten wir überhaupt keine Ausschreibung gebraucht, weil mit dieser Wahl ein demokratisches Verfahren missbraucht wird und die Gewählten schon vorher feststehen, so Große mit der Anspielung auf das, was per Wahlakt durchgezogen wurde. Die Kandidaten, die nach seiner Meinung bereits feststünden, die hätten übrigens überhaupt nicht die erforderliche Qualifikation. Jendricke und Grünwald seien keine kompetenten und starken Beigeordneten, die ja der Landrat eigentlich bitter nötig habe. In der Vergangenheit sei das jedenfalls nicht so gewesen mit stark und kompetent, sagte Große und zielte auf seine beiden Intimfeinde Uebner und Goutier.
Dann wurde Große persönlich. Matthias Jendricke sei als Beigeordneter und Stellvertreter des Landrates nun gar nicht geeignet. Er habe keine Erfahrung in der Führung und Leitung von Mitarbeitern, ihm fehle jegliche soziale Kompetenz. Und überhaupt ist Jendricke viel zu jung. Zu Loni Grünwald hatte Große einen Zeitungsausschnitt aus den 80er Jahren zur Hand. Da wurde aufgeschrieben, was die PDS-Frau für eine Qualifikation hatte und auch heute noch hat: Facharbeiter und Staatswissenschaftlerin - Pfui Teufel!
Großes Fazit und sehnlichster Wunsch: Ich hoffe, dass das Landesverwaltungsamt und die anderen Kandidaten diese Wahl beanstanden und angreifen werden. Sagte es und setzte sich in die Zuschauerreihen, denn an solch einer Wahl werde er nicht teilnehmen.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Für Nicht- oder Fast-Nicht-Teilnahme ist Tilo Große in der Nordhäuser Politszene nicht ganz unbekannt. Erinnern wir uns an das Jahr 1994. Da wurden die ehemaligen Beigeordneten Uebner und Goutier gewählt - und zwar überraschend. Die Kreistagssitzung war bereits einige Minuten alt, alle Mitglieder waren da, nur Große als Fraktionsvorsitzender fehlte. Man kann schließlich auch mal zu spät kommen. Eigentlich sollten damals ja zwei SPD-Leute dem Landrat per Wahl zur Seite gestellt werden. Erinnern wir uns an die Namen? nnz hilft nach: Landsiedel und Große. Ja, richtig, damals wollte Tilo Große sich von seiner SPD-Fraktion und der PDS-Fraktion wählen lassen. Über welche Qualifikationen verfügte Große zum damaligen Zeitpunkt? Bürgermeister in Petersdorf, Mitarbeiter in der Kreisverwaltung, Kreistagsmitglied und eine künstlerische Ausbildung. Vielleicht auch was vergessen? nnz will ja nicht persönlich werden, aber da können Jendricke und Grünwald wohl auch schon mithalten. Einen Makel hat Jendricke - er hat nicht das erforderliche Alter. Damals sollte das Wahl-Prozedere nach demokratischeren Regeln verlaufen als heute? Damals soll bei der Wahl nur die fachliche Qualität der Bewerber gezählt haben? Wer im Glashaus sitzt, lieber Herr Große, der sollte nicht mit den bekannten Dingern schmeißen. Und das, was sie heute im Kreistag von sich gegeben haben, das war wirklich sehr schlimm. Das war Haß und Verbitterung in Reinkultur.
Peter-Stefan Greiner
