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Biosphärenreservat Südharz Kyffhäuser

Faire Diskussion erwünscht

Freitag, 10. November 2017, 06:20 Uhr
In dieser Woche wurde der Diskussions- und Moderationsprozess zu einem künftigen UNESCO-Biosphärenreservat in Nordhausen eröffnet. Dazu ein Beitrag von Rüdiger Neitzke, der zu einer fairen Diskussion einlädt...

Blick vom Falkenstein (Foto: Andreas Levi) Blick vom Falkenstein (Foto: Andreas Levi) Blick vom Falkenstein über Ilfeld zum Kohnstein im Hintergrund

Ich werde oft gefragt, ob ich auf Kommentare in der nnz antworte oder reagieren werde. Lange habe ich darüber nachgedacht und möchte dazu aus meiner ganz persönlichen Sicht antworten:

Mein Wecker klingelt morgens um 5.45 Uhr. Meistens schafft es meine innere Uhr, mich kurz vorher zu wecken. Zirka zehn nach sechs stehe ich dann beim Bäcker um die Ecke und hole frische Brötchen. Ein Frühstück mit frischen Brötchen in aller Ruhe ist für mich der perfekte Start in den Tag.

Noch vor den Schulkindern verlasse ich das Haus auf dem Weg zur Arbeit, meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Feierabend, je nach Dienstplan zwischen 15.00 und 17.00 Uhr, bedeutet meist nur Pause. Abends sind häufig Termine der unterschiedlichsten Art wahrzunehmen. Gemeindekirchenrat, Vereinssitzungen, Ehrenamtstreffen, Fraktionssitzungen, Ausschusssitzungen, Kreistag, Sport, …

Fast alles ehrenamtlich oder mit einer Aufwandsentschädigung, die direkt als Spende beispielsweise im Förderverein der Blasiikirche oder in anderen gemeinnützigen Projekten landet.

Ich bin in Nordhausen groß geworden und verwurzelt. Ich habe nach einem Studium fern ab der Heimat vor 20 Jahren auch wieder Arbeit in Nordhausen gefunden. Ja, ich möchte hier auch alt werden. Aus diesem Grunde engagiere ich mich, so gut ich kann, in vielen Bereichen für ein lebenswertes Nordhausen in einer schönen Landschaft. Der Harz ist zu meiner Erholung am Wochenende geworden. Wandern, Rad fahren, Sauerstoff und Ruhe tanken steht meist samstags im sonst so vollen Kalender.

Ach ja, abends, ab 21.00 Uhr werden nnz-Artikel gelesen und Emails gecheckt. Täglich so etwa 25 Emails, davon mindestens die Hälfte unwichtig oder Werbung, die restlichen müssen beantwortet werden. Büroarbeit also auch abends zu Hause.

Ach ja, und dann die Kommentare in der nnz: Nein, ich habe mein „Gehirn nicht abgeben“ müssen, auch fühle ich mich geehrt, zur „Sozialmafia“ gezählt zu werden. Selten Kommentare, die mit meiner Sicht auf die Dinge übereinstimmen. Aber soll ich mir wirklich die Zeit nehmen, jedes Mal zu reagieren? Soll ich mich auf Diskussionen einlassen? Mit Menschen, die ich nicht kenne, oder die sich hinter der Anonymität des Internets verstecken? Das werde ich nicht tun. Dafür ist mir meine (Lebens-)Zeit einfach zu schade.

Aber die Kommentare zur Auftakt-Veranstaltung bezüglich Biosphärenreservat Südharz stimmen mich nachdenklich. Da gibt es die Möglichkeit, sich einzumischen, sich zu beteiligen, sich auszutauschen. Ich kann mit Menschen an einem Tisch sitzen, die in unserer europaweit einmaligen Gipskarstlandschaft einen völligen anderen Blick auf die Dinge haben, als ich. Und ich kann mich mit Menschen in einer offenen Atmosphäre austauschen. Auch Menschen, die nur Nachteile darin vermuten, können sich in den ergebnisoffenen Dialog einbringen.

Kommentare in der nnz signalisieren aber weder Gesprächsbereitschaft, noch das Interesse, sich für verschiedene Positionen zu interessieren. Da wird etwas einfach von vorne herein abgelehnt, von dem noch lange noch nicht klar ist, wie es aussehen kann. Hauptsache: Dagegen.

Ja, ich habe große Hoffnung, dass ein Biosphärenreservat unsere Region nach vorn bringen kann. Artenreichtum, Lebensqualität, historisch bedeutsame Alleinstellungsmerkmale sind nur Beispiele für den Wert unserer Region, den es zu entwickeln gilt. Langfristiges vorausschauendes Denken im Interesse unserer und zukünftiger Generationen verlangt Verantwortungsbewusstsein und Kreativität gleichermaßen.

Deswegen bin ich bereit, mit Menschen in den persönlichen Dialog zu treten und im Austausch nachhaltige Lösungen für unseren Landkreis bzw. für den (Süd-)harz zu entwickeln. Dies schließt auch Menschen ein, die auf den ersten Blick mit meinem Verständnis von nachhaltiger Zukunftsentwicklung wenige Übereinstimmungen haben.

Auf anonyme Kommentare werde ich jedoch auch zukünftig nicht reagieren.

Ich hoffe, dass die Möglichkeit, dass nur Kommentare mit Klarnamen zugelassen werden, zu einer fairen und respektvollen Diskussion führt. Wer mit mir direkt in Kontakt treten will, der kann mir auch eine Mail schreiben. Ich bin gespannt.
Rüdiger Neitzke (r.neitzke@web.de)

Kommentare bitte nur mit Klarnamen
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Autor: red

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