Jazzclub bespielte das Theater
Rabazz gemacht
Sonntag, 05. November 2017, 20:00 Uhr
Wenn der Novmeber kommt, dann ist Zeit für den "Rabazz", das Highlight eines jeden Jazzherbstes. Gestern Abend übernahmen die Nordhäuser Jazzer wieder die Regie im Theater und feierten mit Jazz für wirklich alle Geschmacksrichtungen bis in die frühen Morgenstunden...
Vom Da Capo im Keller des Nordhäuser Theaters bis unters Dach - mit insgesamt 11 Bands und 71 Musikern verwandelte der Jazzclub die Bühne wieder in ein Konzerthaus.
Als Hauptattraktion des diesjährigen Jazz-Rabazz hatte man den Trompeter Nils Wülker mitsamt seiner Band gewinnen können. Die Kompositionen Wülkers rangierten vom gemächlich-melancholischen bis zu wuchtigen Klangkaskaden, die eigentlich fast schon zu gewaltig waren für den begrenzten Raum des großen Saals.
Die Musik sollte sich denn auch im Laufe des Abends über das weitere Haus verteilen, zunächst aber gab es erst einmal ein kleines Novum: statt einem Haupt-Act bot der Jazzclub seinen Gästen in diesem Jahr gleich zwei: nach Wülker betrat die "Peter Herbolzheimer European MasterClass Bigband" die Bühne.
Das man auf den langen Titel nicht viel Wert legt und sich lieber auf die Musik konzentriert, machte deren verschmitzter Dirigent gleich zu Beginn deutlich und auch den einzelnen Talenten des international besetzten Ensembles ihren Raum ließ. Und noch eine kleine Überraschung gab es für Jazzfreunde, bei einigen der Stücke wirkte auch Nils Wülker noch einmal als Solist mit.
Danach ging es hinaus ins Haus, im Foyer spielten "Absolutely Sweet Marie" durchtriebene Jazzrhythmen in (manchmal recht weit entfernter) Anlehnung an die Musik Bob Dylans. Das wild Spiel des Quartetts hätte beinahe schon unter das Dach gepasst, in die berüchtigte "Free Jazz Zone", aber eben nur fast.
Das "Günther Heinz Trio" ließ ihrer Kreativität am Instrument und dem Spiel mit den Kollegen hier wieder absolut freien Lauf. Nicht jedermanns Sache aber eben auch ein Teil der weiten Welt des Jazz und immer wieder ein Erlebnis, gerade wenn man über die Kakophonie hinaus gehen kann und sich die einzelnen, tief in ihre Musik versunkenen Künstler betrachtet. Das galt auch für die zweite Free Jazz Combo des Abends, "Mischram Plus".
Ganz anders ging es im Da Capo zu. Hier wurden einige der größten Hits aller Zeiten gespielt, gesungen von niemand anderem als dem "King" höchstpersönlich, Elvis Presley. Mit dabei hatte "Elvis" Peter Franks die "Boogiemans".
Ausgiebig getanzt werden konnte im Foyer, vor allem die Funk-Truppe "The Jig" aus Amsterdam sorgten dafür, dass die Tanzfläche bis kurz vor zwei Uhr Nacht noch voll belegt war. Und es gab noch mehr zu sehen und zu hören. Weitere Eindrücke des Abends, in Bild und Ton, gibt es in Kürze auf der nnz.
Angelo Glashagel
Autor: redVom Da Capo im Keller des Nordhäuser Theaters bis unters Dach - mit insgesamt 11 Bands und 71 Musikern verwandelte der Jazzclub die Bühne wieder in ein Konzerthaus.
Als Hauptattraktion des diesjährigen Jazz-Rabazz hatte man den Trompeter Nils Wülker mitsamt seiner Band gewinnen können. Die Kompositionen Wülkers rangierten vom gemächlich-melancholischen bis zu wuchtigen Klangkaskaden, die eigentlich fast schon zu gewaltig waren für den begrenzten Raum des großen Saals.
Die Musik sollte sich denn auch im Laufe des Abends über das weitere Haus verteilen, zunächst aber gab es erst einmal ein kleines Novum: statt einem Haupt-Act bot der Jazzclub seinen Gästen in diesem Jahr gleich zwei: nach Wülker betrat die "Peter Herbolzheimer European MasterClass Bigband" die Bühne.
Das man auf den langen Titel nicht viel Wert legt und sich lieber auf die Musik konzentriert, machte deren verschmitzter Dirigent gleich zu Beginn deutlich und auch den einzelnen Talenten des international besetzten Ensembles ihren Raum ließ. Und noch eine kleine Überraschung gab es für Jazzfreunde, bei einigen der Stücke wirkte auch Nils Wülker noch einmal als Solist mit.
Danach ging es hinaus ins Haus, im Foyer spielten "Absolutely Sweet Marie" durchtriebene Jazzrhythmen in (manchmal recht weit entfernter) Anlehnung an die Musik Bob Dylans. Das wild Spiel des Quartetts hätte beinahe schon unter das Dach gepasst, in die berüchtigte "Free Jazz Zone", aber eben nur fast.
Das "Günther Heinz Trio" ließ ihrer Kreativität am Instrument und dem Spiel mit den Kollegen hier wieder absolut freien Lauf. Nicht jedermanns Sache aber eben auch ein Teil der weiten Welt des Jazz und immer wieder ein Erlebnis, gerade wenn man über die Kakophonie hinaus gehen kann und sich die einzelnen, tief in ihre Musik versunkenen Künstler betrachtet. Das galt auch für die zweite Free Jazz Combo des Abends, "Mischram Plus".
Ganz anders ging es im Da Capo zu. Hier wurden einige der größten Hits aller Zeiten gespielt, gesungen von niemand anderem als dem "King" höchstpersönlich, Elvis Presley. Mit dabei hatte "Elvis" Peter Franks die "Boogiemans".
Ausgiebig getanzt werden konnte im Foyer, vor allem die Funk-Truppe "The Jig" aus Amsterdam sorgten dafür, dass die Tanzfläche bis kurz vor zwei Uhr Nacht noch voll belegt war. Und es gab noch mehr zu sehen und zu hören. Weitere Eindrücke des Abends, in Bild und Ton, gibt es in Kürze auf der nnz.
Angelo Glashagel

















