Lutherstatue und Melanchthon-Medaillon
Eine Lutherplastik, die in Bewegung ist
Freitag, 03. November 2017, 08:11 Uhr
Die Lutherstatue vor der Blasiikirche steht nicht, sie geht auf die Menschen mit ausgestreckter Hand zu. Die Stadt mit ihrer Mitte ist im Blickfeld, in der bereits 1524 reformatorisches Gedankengut so nach und nach Fuß fasste, keines falls geradlinig. Und gut versteckt findet sich auch noch ein kleines Denkmal für einen weiteren großen Reformator...
Etwas Neues zu etablieren, fällt schwer, was man auch an den Reaktionen auf den Beitrag von Angelo Glashagel über die Enthüllung des neuen Lutherdenkmals entnehmen kann. Man wünschte sich, dass man sich einem Kunstwerk doch auch mit Respekt annähern kann, entstanden in Stunden, Monaten, Jahren des Nachdenkens des Künstlers Peter Genßler über die Zeit der Reformation und der Persönlichkeiten, die damals für ein neues Lebensgefühl wirkten, oft unter Bedrängnis.
Diejenigen, die sich unter dem Artikel äußern, sind doch Menschen, die nicht ganz neu auf der Welt sind, haben Höhen und Tiefen erlebt. Aber, so mancher von ihnen traut sich nicht, seinen Augen zu trauen, denn das, was dort beschrieben wird, steht ja so gar nicht auf dem Platz neben der Kirche. Zumindest haben ich und andere ganz andere Gefühle und Gedanken. Aber die tauscht man in der Regel im Gespräch aus, denn da kann man sofort reagieren. Man sieht doch die große Bewegung in der von einem schweren Mantel umgebenen Figur, die jedoch genug Schwung zeigt, überhaupt nicht statisch ist und spürt förmlich das Körperliche darunter.
Die Bewegung ist groß hin zu den Menschen, denen er ja bei seiner Aufsehen erregenden Bibelübersetzung aufs Maul geschaut hat, das heißt ja ins Innere. Der Luther Genßlers will nicht über jemanden stehen, sondern mitten drin. Ein Gesicht schaut in die Welt, vom Künstler gefunden im Nachdenken über den Menschen Luther, dessen Leben sich nach seiner Thesenveröffentlichung ganz und gar wandelte! Ein Leben auch in Todesgefahr! Jedoch gleichfalls ein Leben mit Freude und Genuss, mit Neugier – aber auch mit der Angst vor dem Teufel, vor der Apokalypse. Der Zweifel saß so manches Mal in ihm. Was er mit seinen Mitstreitern ausgelöst hatte, war ja wirklich weltbewegend und so manche Konsequenz nicht absehbar. Das alles und vieles mehr kann man in dieser Nordhäuser Lutherfigur des 21. Jahrhunderts entdecken. So mancher Bürger, manche Bürgerin gab nach der Enthüllung diesem Luther die Hand, ging auf ihn zu!
Der Redakteur Angelo Glashagel endet seine Beschreibung der Veranstaltung vom 31.10.2017 mit den Worten: Und wer dabei genau hinsieht, der findet mit Philipp Melanchton auch noch einen zweiten Reformator, der nun in Nordhausen verewigt wurde. Hier die Auflösung. Der engste Mitstreiter Luthers war sehr gut befreundet mit Michael Meyenburg. Ein jahrelanger Briefwechsel belegt die Gedankenwelt dieser Männer, ein wichtiges Zeitdokument also. Nordhausen wird auch als Wohnort Melanchthons ausgewiesen, denn in den kriegerischen Wirren von 1547 suchte er mit seiner Familie und anderen Reformatoren hier Schutz. Peter Genßler weiß um diese enge Verknüpfung und schuf ein kleines Medaillon des Kopfes dieser Persönlichkeit in Seitenansicht am linken hinteren Mantelsaum neben seiner Signatur PG.
Heidelore Kneffel
Autor: redEtwas Neues zu etablieren, fällt schwer, was man auch an den Reaktionen auf den Beitrag von Angelo Glashagel über die Enthüllung des neuen Lutherdenkmals entnehmen kann. Man wünschte sich, dass man sich einem Kunstwerk doch auch mit Respekt annähern kann, entstanden in Stunden, Monaten, Jahren des Nachdenkens des Künstlers Peter Genßler über die Zeit der Reformation und der Persönlichkeiten, die damals für ein neues Lebensgefühl wirkten, oft unter Bedrängnis.
Diejenigen, die sich unter dem Artikel äußern, sind doch Menschen, die nicht ganz neu auf der Welt sind, haben Höhen und Tiefen erlebt. Aber, so mancher von ihnen traut sich nicht, seinen Augen zu trauen, denn das, was dort beschrieben wird, steht ja so gar nicht auf dem Platz neben der Kirche. Zumindest haben ich und andere ganz andere Gefühle und Gedanken. Aber die tauscht man in der Regel im Gespräch aus, denn da kann man sofort reagieren. Man sieht doch die große Bewegung in der von einem schweren Mantel umgebenen Figur, die jedoch genug Schwung zeigt, überhaupt nicht statisch ist und spürt förmlich das Körperliche darunter.
Die Bewegung ist groß hin zu den Menschen, denen er ja bei seiner Aufsehen erregenden Bibelübersetzung aufs Maul geschaut hat, das heißt ja ins Innere. Der Luther Genßlers will nicht über jemanden stehen, sondern mitten drin. Ein Gesicht schaut in die Welt, vom Künstler gefunden im Nachdenken über den Menschen Luther, dessen Leben sich nach seiner Thesenveröffentlichung ganz und gar wandelte! Ein Leben auch in Todesgefahr! Jedoch gleichfalls ein Leben mit Freude und Genuss, mit Neugier – aber auch mit der Angst vor dem Teufel, vor der Apokalypse. Der Zweifel saß so manches Mal in ihm. Was er mit seinen Mitstreitern ausgelöst hatte, war ja wirklich weltbewegend und so manche Konsequenz nicht absehbar. Das alles und vieles mehr kann man in dieser Nordhäuser Lutherfigur des 21. Jahrhunderts entdecken. So mancher Bürger, manche Bürgerin gab nach der Enthüllung diesem Luther die Hand, ging auf ihn zu!
Der Redakteur Angelo Glashagel endet seine Beschreibung der Veranstaltung vom 31.10.2017 mit den Worten: Und wer dabei genau hinsieht, der findet mit Philipp Melanchton auch noch einen zweiten Reformator, der nun in Nordhausen verewigt wurde. Hier die Auflösung. Der engste Mitstreiter Luthers war sehr gut befreundet mit Michael Meyenburg. Ein jahrelanger Briefwechsel belegt die Gedankenwelt dieser Männer, ein wichtiges Zeitdokument also. Nordhausen wird auch als Wohnort Melanchthons ausgewiesen, denn in den kriegerischen Wirren von 1547 suchte er mit seiner Familie und anderen Reformatoren hier Schutz. Peter Genßler weiß um diese enge Verknüpfung und schuf ein kleines Medaillon des Kopfes dieser Persönlichkeit in Seitenansicht am linken hinteren Mantelsaum neben seiner Signatur PG.
Heidelore Kneffel


