Grünwald (PDS): "Auch Fehler machen!"
Montag, 20. August 2001, 10:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Morgen werden in Werther die beiden hauptamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung gewählt. Als aussichtsreiche Kandidaten werden Matthias Jendricke (SPD) und Loni Grünwald (PDS) gehandelt. Während über Jendricke schon viel geschrieben wurde, blieb es um Grünwald still. nnz hat sich mit der 51jährigen unterhalten.
Loni Grünwald ist offiziell noch krank. Die Geschäftsführerin der LIFT gGmbH hatte es in den zurückliegenden Monaten nicht leicht. Der Krebs hatte sich in ihrem Körper eingenistet. Mit eisernem Willen und der Kunst der Ärzte hat sie ihn besiegt. Erst kürzlich bestätigte ihr die Chefärztin im Nordhäuser Krankenhaus, Frau Dr. Schnohr, dass sie wieder gesund werden wird. Auch die nach erfolgreicher Wahl anstehende Verbeamtung wird sich nach Ansicht von Loni Grünwald nicht als Stolperstein erweisen. Wenn man sie nicht verbeamten würde, dann wäre das genauso, als wenn man einem Diabetiker dies verwehren würde, vernahm sie aus artzlichem Munde.
Die PDS-Frau geht in die Wahl nicht etwa geschächt, sondern gestärkt, hat sie doch gerade einen Kampf gewonnen, fünf Wochen Kur in Masserberg haben ihr den positiven Rest gegeben. Ab September will Grünwald wieder arbeiten. Einen Monat würde sie gern noch die Geschäfte in ihrem LIFT in Ordnung bringen und dann an einen Nachfolger übergeben. Um hier gleich Gerüchten entgegen zu wirken: Der Nachfolger wird nicht den Namen Nüßle oder Fiedler tragen, sagte sie der nnz. Im Landratsamt würde sie gern ab Oktober arbeiten. Sollte das nicht möglich sein, dann muß es eben im September schon losgehen, die LIFT-Übergabe in der Freizeit erledigt werden. Unter der Leitung ist der LIFT nicht nur vom Verein zur GmbH mutiert, er ist auch noch die einzige Beschäftigungsgesellschaft, die im Landkreis Nordhausen übriggeblieben ist. Rund 500 Mitarbeiter, davon etwa 30 Festangestellte gehören dazu.
Sollte Loni Grünwald ins Landratsamt einziehen, werde sie die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit natürlich auf den sozialen Bereich legen, hier wolle sie in erster Linie von ihren Erfahrungen profitieren. Eine farbige Leitungsspitze im Nordhäuser Landratsamt sei ihrer Meinung nach für den gesamten Landkreis profitabel. Aus den Fraktionen des Kreistages werde die Kritik nachlassen, die nur ob der eigenen Parteizugehörigkeit geübt werde. Ich denke auch, der Landrat braucht starke Partner an seiner Seite, so Grünwald.
Loni Grünwald ist seit 1990 Mitglied der PDS, davor war sie 22 Jahre Mitglied der SED. Dazu steht sie. Ich bin mit 18 Jahren in diese Partei eingetreten, ohne Zwang! Klar ist ihr aber auch, dass sie bei ihrem eventuell künftigen Job auch die eisernen Parteilinien verlassen werden muß. Sachzwänge im kommunalen Bereich und Beschlüsse einer Partei lassen sich oftmals schwer unter einen Hut bringen und Fehler machen ja auch nur die, die auch arbeiten.
Autor: nnzLoni Grünwald ist offiziell noch krank. Die Geschäftsführerin der LIFT gGmbH hatte es in den zurückliegenden Monaten nicht leicht. Der Krebs hatte sich in ihrem Körper eingenistet. Mit eisernem Willen und der Kunst der Ärzte hat sie ihn besiegt. Erst kürzlich bestätigte ihr die Chefärztin im Nordhäuser Krankenhaus, Frau Dr. Schnohr, dass sie wieder gesund werden wird. Auch die nach erfolgreicher Wahl anstehende Verbeamtung wird sich nach Ansicht von Loni Grünwald nicht als Stolperstein erweisen. Wenn man sie nicht verbeamten würde, dann wäre das genauso, als wenn man einem Diabetiker dies verwehren würde, vernahm sie aus artzlichem Munde.
Die PDS-Frau geht in die Wahl nicht etwa geschächt, sondern gestärkt, hat sie doch gerade einen Kampf gewonnen, fünf Wochen Kur in Masserberg haben ihr den positiven Rest gegeben. Ab September will Grünwald wieder arbeiten. Einen Monat würde sie gern noch die Geschäfte in ihrem LIFT in Ordnung bringen und dann an einen Nachfolger übergeben. Um hier gleich Gerüchten entgegen zu wirken: Der Nachfolger wird nicht den Namen Nüßle oder Fiedler tragen, sagte sie der nnz. Im Landratsamt würde sie gern ab Oktober arbeiten. Sollte das nicht möglich sein, dann muß es eben im September schon losgehen, die LIFT-Übergabe in der Freizeit erledigt werden. Unter der Leitung ist der LIFT nicht nur vom Verein zur GmbH mutiert, er ist auch noch die einzige Beschäftigungsgesellschaft, die im Landkreis Nordhausen übriggeblieben ist. Rund 500 Mitarbeiter, davon etwa 30 Festangestellte gehören dazu.
Sollte Loni Grünwald ins Landratsamt einziehen, werde sie die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit natürlich auf den sozialen Bereich legen, hier wolle sie in erster Linie von ihren Erfahrungen profitieren. Eine farbige Leitungsspitze im Nordhäuser Landratsamt sei ihrer Meinung nach für den gesamten Landkreis profitabel. Aus den Fraktionen des Kreistages werde die Kritik nachlassen, die nur ob der eigenen Parteizugehörigkeit geübt werde. Ich denke auch, der Landrat braucht starke Partner an seiner Seite, so Grünwald.
Loni Grünwald ist seit 1990 Mitglied der PDS, davor war sie 22 Jahre Mitglied der SED. Dazu steht sie. Ich bin mit 18 Jahren in diese Partei eingetreten, ohne Zwang! Klar ist ihr aber auch, dass sie bei ihrem eventuell künftigen Job auch die eisernen Parteilinien verlassen werden muß. Sachzwänge im kommunalen Bereich und Beschlüsse einer Partei lassen sich oftmals schwer unter einen Hut bringen und Fehler machen ja auch nur die, die auch arbeiten.
