Aus dem Jugendhilfeausschuss
Mehr Investitionen in Kindergärten geplant
Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Im Jugendhilfeausschuss sollte es heute um den effektiveren Jugendschutz und die Grundversorgung gehen. Vor allem der Ausbau und die Arbeit der Kindergärten stand im Fokus. Zur Sprache kam auch das Schicksal des "Peterstein", des Kletterturms auf dem Petersberg...
Das überarbeitete Jugendschutzkonzept des Landkreises konzentriert sich auch sechs Bereiche, erläuterte Manja Bernsdorf, die neue Jugendsozialarbeiterin im Landratsamt. Die arbeite sich gerade in die "Untiefen" der Thematik vor, sagte Sabine Reich, dazu gehören auch die verschiedenen Spielarten der Suchtgefährdung.
Der will man sich nicht nur im Bezug auf Alkohol und Drogen widmen, sondern auch mit Blick auf die Mediennutzung des Nachwuchses und den Gefahren der bekannten Seiten des Internets, wie facebook und Youtube, bis hin zu den dunkleren Ecken des Internets. Weitere Gefährdungsbereiche sieht man bei Freizeitangeboten, durch Gewalt oder auch "ideologische Gefährdungen" etwa über "politisch oder religiös esoterische Gruppen", führte Bernsdorf aus.
Um verschiedene Hilfsangebote machen zu können, soll zunächst der örtliche Bedarf analysiert werden. Allgemeine und individuelle Beratung soll es nicht nur für Kinder, Jugendliche und Eltern geben, sondern auch für andere Beteiligte wie Veranstalter von Freizeitangeboten. Relevant seien auch Multiplikatoren wie Sozialarbeiter, Gruppenleiter oder andere pädagogische Fachkräfte, die man schulen möchte.
Erstes Handlungsprinzip sei die Freiwilligkeit der Beteiligung, erläuterte Bernsdorf dem Ausschuss. Man setze auf präventives handeln, in der generellen wie in der speziellen Prävention werde man sich an den Lebenslagen der Kinder- und Jugendlichen orientieren.
Nun steht die nächste Förderperiode vor der Tür, späte Beschlüsse aus den höheren Instanzen brächten es mit sich das man sich werde beeilen müssen, erklärte Kopischke. Die Investitionsziele des Bundes haben sich leicht verschoben, die Krippenkinder sind inzwischen auf dem Weg "große" Kindergartenkinder zu werden, entsprechend hat man das Förderprogramm auch für Investitionen in diesem Bereich erweitert. 1.085 Mio. Euro wird es in mehreren Jahresscheiben für den Nordhäuser Kreis geben. Neu ist auch eine Untergrenze der Investitionen, Projekte müssen mindestens einen Umfang von 25.000 Euro haben. Die Kommunen des Kreises habe man vorab informiert und alle Zeit gelassen, bis zum 10.11. müssen die ihre Bedarfe anmelden.
Hinzu kommt ein Landesprogramm, für die Jahre 2017/18. Ziel des Freistaates ist vor allem die Modernisierung und Sanierung der Einrichtungen, 361.000 Euro gibt es in den zwei Jahren für den Kreis. Auch hier habe man nicht viel Zeit entsprechende Anträge einzureichen. Bedarfe in den Kommunen gebe es reichlich, das Landratsamt prüfe alle Anträge auf ihre Förderfähigkeit und nehme Stellung zu den Vorhaben. Eine entsprechende Prioritätenliste wird man dem Jugendhilfeausschuss dann vorlegen.
Kommendes Jahr soll es ein neues Gesetz zu den Kindertagesstätten geben, darin enthalten auch das beitragsfreie Kita-Jahr. Zumindest dieser Teil werde wohl bald beschlossen, meinte Nicole Weber, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend. Bei anderen Teilen des Gesetztes, etwa in den Bereichen bei denen es um die Personalschlüssel in den Einrichtungen geht, gebe es bisher weniger Klarheit.
In jedem Fall will man vorbereitet sein und will die Fachberatung im Landratsamt umgestalten. Das 10-köpfige Gremium begleitet die Einrichtungen des Kreises in verschiedenen Bereichen, etwa wenn es um die Umsetzung der Inklusion geht, und hilft bei der Weiterentwicklung von Bildung, Erziehung und Betreuung.
Die Neuausrichtung werde auch nötig weil man auf Grund aktueller Rechtsprechung das Team zur Kita-Fachberatung nicht in seiner bisherigen Form werde halten können. Ab dem 2018 könnte man nur noch ein "Anbieter" von Fachberatungen sein wie jeder andere, auch wenn man als Institution weiterhin Verantwortung trage. Wie genau die aussehen werde steht indes noch nicht fest, in der nächsten Sitzung soll zu den Details beraten werden.
Die Stadt hatte den Anstoß zu dem Umformungsprozess gegeben und Nordhausen in vier verschieden Bereiche aufgeteilt. Der Kreis zog nach, habe aber gewartet bis sich die Stadt deutlicher positionierte, erklärte Fachbereichsleiterin Weber. Das ist inzwischen geschehen, im Rathaus wird man sich auf die Bereiche Salza und Nordhausen Ost konzentrieren, im Landratsamt um die Angebote in der Stadtmitte und rund um den Bahnhof kümmern. Hauptverantwortlich werden hier in Zukunft der Kreisjugendring für die Stadtmitte und die Caritas für den Bahnhofsbereich sein, der Landkreis hatte entsprechende Ausschreibungen durchgeführt.
Auch Mobilé, mit dem Jugendsozialwerk als Träger im Hintergrund, hatte sich beworben, konnte mit dem vorgelegtem Konzept im Landratsamt aber nicht überzeugen. Die Lage müsse jetzt dezidierter betrachtet werden, meinte Reich, im Stadtzentrum sei Förderung für weiterer Projekte anderer Träger immer noch denkbar, rund 65.000 Euro liegen für diese Aufgaben bereit. Im kommenden Jahr könnte diese Summe unter Umständen sogar noch signifikant aufgestockt werden. Man werde diese Gelder aber nicht für den "Erhalt touristischer Hightlights" einsetzen, legte Alexander Scharff nach, das sei nicht Aufgabe des Jugendhilfeausschusses.
Was nicht heißen muss das auf dem Petersstein das letzte Stündlein geschlagen hat. Man werde weitere Gespräche mit dem Träger führen, sagte Reich am Rande des Ausschusses, viele Trägern sei es bereits gelungen, unter den neuen Vorzeichen gute Ideen zu entwickeln.
Angelo Glashagel
Autor: redDas überarbeitete Jugendschutzkonzept des Landkreises konzentriert sich auch sechs Bereiche, erläuterte Manja Bernsdorf, die neue Jugendsozialarbeiterin im Landratsamt. Die arbeite sich gerade in die "Untiefen" der Thematik vor, sagte Sabine Reich, dazu gehören auch die verschiedenen Spielarten der Suchtgefährdung.
Der will man sich nicht nur im Bezug auf Alkohol und Drogen widmen, sondern auch mit Blick auf die Mediennutzung des Nachwuchses und den Gefahren der bekannten Seiten des Internets, wie facebook und Youtube, bis hin zu den dunkleren Ecken des Internets. Weitere Gefährdungsbereiche sieht man bei Freizeitangeboten, durch Gewalt oder auch "ideologische Gefährdungen" etwa über "politisch oder religiös esoterische Gruppen", führte Bernsdorf aus.
Um verschiedene Hilfsangebote machen zu können, soll zunächst der örtliche Bedarf analysiert werden. Allgemeine und individuelle Beratung soll es nicht nur für Kinder, Jugendliche und Eltern geben, sondern auch für andere Beteiligte wie Veranstalter von Freizeitangeboten. Relevant seien auch Multiplikatoren wie Sozialarbeiter, Gruppenleiter oder andere pädagogische Fachkräfte, die man schulen möchte.
Erstes Handlungsprinzip sei die Freiwilligkeit der Beteiligung, erläuterte Bernsdorf dem Ausschuss. Man setze auf präventives handeln, in der generellen wie in der speziellen Prävention werde man sich an den Lebenslagen der Kinder- und Jugendlichen orientieren.
Mehr Geld für Kindergartenausbau
An anderer Stelle will der Landkreis ganz klassisch investieren. Mehrere Förderperioden hat man in Sachen Kindergartenausbau schon hinter sich, im Fokus standen bisher vor allem Krippenplätze. Drei MIllionen Euro Förderung flossen seit 2008 in den Landkreis. 217 Plätze konnten so neu geschaffen und 288 erhalten werden, erläuterte Heike Kopischke. Zuletzt hatte man in Sülzhayn aufgestockt, in der Kreisstadt waren es vor allem die Kindergärten am Lohmarkt und in der Elisabethstraße, bei denen sich viel getan hat. Kleinere Maßnahmen gab es auch im weiteren Kreis.Nun steht die nächste Förderperiode vor der Tür, späte Beschlüsse aus den höheren Instanzen brächten es mit sich das man sich werde beeilen müssen, erklärte Kopischke. Die Investitionsziele des Bundes haben sich leicht verschoben, die Krippenkinder sind inzwischen auf dem Weg "große" Kindergartenkinder zu werden, entsprechend hat man das Förderprogramm auch für Investitionen in diesem Bereich erweitert. 1.085 Mio. Euro wird es in mehreren Jahresscheiben für den Nordhäuser Kreis geben. Neu ist auch eine Untergrenze der Investitionen, Projekte müssen mindestens einen Umfang von 25.000 Euro haben. Die Kommunen des Kreises habe man vorab informiert und alle Zeit gelassen, bis zum 10.11. müssen die ihre Bedarfe anmelden.
Hinzu kommt ein Landesprogramm, für die Jahre 2017/18. Ziel des Freistaates ist vor allem die Modernisierung und Sanierung der Einrichtungen, 361.000 Euro gibt es in den zwei Jahren für den Kreis. Auch hier habe man nicht viel Zeit entsprechende Anträge einzureichen. Bedarfe in den Kommunen gebe es reichlich, das Landratsamt prüfe alle Anträge auf ihre Förderfähigkeit und nehme Stellung zu den Vorhaben. Eine entsprechende Prioritätenliste wird man dem Jugendhilfeausschuss dann vorlegen.
Kommendes Jahr soll es ein neues Gesetz zu den Kindertagesstätten geben, darin enthalten auch das beitragsfreie Kita-Jahr. Zumindest dieser Teil werde wohl bald beschlossen, meinte Nicole Weber, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend. Bei anderen Teilen des Gesetztes, etwa in den Bereichen bei denen es um die Personalschlüssel in den Einrichtungen geht, gebe es bisher weniger Klarheit.
In jedem Fall will man vorbereitet sein und will die Fachberatung im Landratsamt umgestalten. Das 10-köpfige Gremium begleitet die Einrichtungen des Kreises in verschiedenen Bereichen, etwa wenn es um die Umsetzung der Inklusion geht, und hilft bei der Weiterentwicklung von Bildung, Erziehung und Betreuung.
Die Neuausrichtung werde auch nötig weil man auf Grund aktueller Rechtsprechung das Team zur Kita-Fachberatung nicht in seiner bisherigen Form werde halten können. Ab dem 2018 könnte man nur noch ein "Anbieter" von Fachberatungen sein wie jeder andere, auch wenn man als Institution weiterhin Verantwortung trage. Wie genau die aussehen werde steht indes noch nicht fest, in der nächsten Sitzung soll zu den Details beraten werden.
Der Ärger mit dem Peterstein
Bei der Umsetzung der neuen Strukturen in der Jugendförderung geht es voran. Ob im positiven oder negativen, das kommt darauf an wen man fragt. Am Wochenende hatte das Projekt "Mobilé" Trauer getragen und sich vom "Peterstein", dem Kletterturm auf dem Petersberg verabschiedet.Die Stadt hatte den Anstoß zu dem Umformungsprozess gegeben und Nordhausen in vier verschieden Bereiche aufgeteilt. Der Kreis zog nach, habe aber gewartet bis sich die Stadt deutlicher positionierte, erklärte Fachbereichsleiterin Weber. Das ist inzwischen geschehen, im Rathaus wird man sich auf die Bereiche Salza und Nordhausen Ost konzentrieren, im Landratsamt um die Angebote in der Stadtmitte und rund um den Bahnhof kümmern. Hauptverantwortlich werden hier in Zukunft der Kreisjugendring für die Stadtmitte und die Caritas für den Bahnhofsbereich sein, der Landkreis hatte entsprechende Ausschreibungen durchgeführt.
Auch Mobilé, mit dem Jugendsozialwerk als Träger im Hintergrund, hatte sich beworben, konnte mit dem vorgelegtem Konzept im Landratsamt aber nicht überzeugen. Die Lage müsse jetzt dezidierter betrachtet werden, meinte Reich, im Stadtzentrum sei Förderung für weiterer Projekte anderer Träger immer noch denkbar, rund 65.000 Euro liegen für diese Aufgaben bereit. Im kommenden Jahr könnte diese Summe unter Umständen sogar noch signifikant aufgestockt werden. Man werde diese Gelder aber nicht für den "Erhalt touristischer Hightlights" einsetzen, legte Alexander Scharff nach, das sei nicht Aufgabe des Jugendhilfeausschusses.
Was nicht heißen muss das auf dem Petersstein das letzte Stündlein geschlagen hat. Man werde weitere Gespräche mit dem Träger führen, sagte Reich am Rande des Ausschusses, viele Trägern sei es bereits gelungen, unter den neuen Vorzeichen gute Ideen zu entwickeln.
Angelo Glashagel

