Tag der Zahngesundheit an der Grundschule Werther
Keine Chance der Karies
Donnerstag, 19. Oktober 2017, 17:00 Uhr
Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche - an der Grundschule Werther wurde heute geprobt wie das mit dem Zähneputzen richtig funktioniert und was da eigentlich los ist im Mund, wenn die Zähne schmerzen. Der Aktionstag bot den Kindern viele Möglichkeiten sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und nötig scheint es zu sein, viele Kinder im Landkreis haben Behandlungsbedarf...
Frederike Fröhlich geht frohgemut durch ihren Tag, da passiert es: sie fällt unglücklich und schlägt sich einen Zahn aus. Was ist jetzt zu tun? Frederikes Mutter informieren natürlich und den verlorenen Zahn finden. Der kann noch gerettet werden, solange man ihn vorsichtig behandelt, nicht an der Krone anfässt und ihn in einem Glas Milch lagert. Der Zahnarzt macht dann den Rest.
Die kleine Geschichte zeigten die großen Schüler des staatlichen Berufsschulzentrums heute den ganz kleinen Schulkindern an der Grundschule Werther. "Putzen, putzen, putzen" - das war die Kernbotschaft des Tages der Zahngesundheit, mit dem die angehenden zahnmedizinischen Fachangestellten ihre Aktion heute in der Form eines kleinen Liedes auch abschlossen.
Zuvor hatte man den Kindern an insgesamt 24 Stationen wissenswertes rund um ihre Zähne und deren Pflege beigebracht. Wieviele Milchzähne hab ich eigentlich noch? Wie sieht es in meinem Zahn aus? Wie entsteht Karies? Und natürlich: wie putze ich richtig? Garniert war der Tag mit kleinen Aktionen, es wurden Gebisse aus Knete gebastelt, Wandplakate gestaltet und mit Hilfe eines echten Dentallabors auch Gipsabdrücke gegossen. "Es wird Wissen vermittelt und die Kinder können das Wissen auch abrufen", sagte Antje Marcinkowski vom jugenzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes. Für gewöhnlich führt Frau Marcinkowski die regelmäßigen Zahnuntersuchungen an den Schulen der Region durch, ein groß angelegter Aktionstag wie der heutige ist die Ausnahme.
Aber eine die effektiv ist. Im letzten Jahr hatte man den Tag zum ersten mal durchgeführt, damals war man an der Bertolt Brecht Grundschule in Nordhausen. Die Kinder dort hätten bei der nächsten Untersuchung noch viel von dem gewusst, was man ihnen zum Tag der Zahngesundheit gezeigt habe, meinte Marcinkowski. Und das scheint dringend nötig. "Rund 40% der Kinder im Landkreis haben Behandlungsbedarf", sagte die Zahnärztin, dabei gehe es nicht um Zahnbelag oder dergleichen, sondern um tatsächliche Löcher. Zudem habe jedes 5. Kind ein erhöhtes Kariesrisiko. Schon bei Kleinkindern, die noch nicht einmal alle Milchzähne haben, fänden sich Löcher.
"Nuckelflaschenkaries" nennt Marcinkowski das, zuviele süße Säfte und Tees zerstören die Zahnsubstanz. Und: auch Milchzähne müssten behandelt werden, selbst wenn sie über kurz oder lang ausfallen. "Von den Schmerzen die eine Entzündung auslösen kann einmal abgesehen hat sich auch gezeigt das Kinder mit Karies nicht nur schlechter essen sondern sich auch schlechter konzentrieren können und schlechter lernen. Auch Sprachstörungen können die Folge sein", erklärte die Zahnärztin. Entzündungen an den Milchzähnen könnten zudem auch die nachfolgenden, bleibenden Zähne ernsthaft beschädigen. Fällt ein Zahn vorzeitig aus und hinterlässt eine Lücke kann es zu "Platzhalterproblemen" kommen - die alten Zähne schieben nach, für die bleibenden Zähne bleibt nicht genug Platz und die spätere Zahnspange ist quasi vorprogrammiert.
Gefordert sei auch das Elternhaus, meint Marcinkowski, "die Eltern müssen eine Vorbildfunktion wahrnehmen und auch kontrollieren das ihre Kinder ordentlich Zähne putzen." Dazu gehört auch der regelmäßige Zahnarztbesuch. Über mögliche Kosten müsse man sich keine Sorgen machen, die zahnmedizinische Grundversorgung werden bei Erwachsenen wie auch bei Kindern von den Krankenkassen übernommen.
Damit es gar nicht erst soweit kommt legten sich die Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums heute ordentlich ins Zeug. Nach drei Jahren Ausbildung werden sie diejenigen sein, die sich meistens als erstes mit großen und kleinen Patienten beim Zahnarztbesuch auseinandersetzen müssen. Im Empfangsbereich oder dem Behandlungszimmer. Die Praxis kennen sie schon jetzt, je zwei Tage verbringen die Schüler an der Schule, drei Tage in den Zahnarztpraxen zwischen Südharz und Kyffhäuser. "Man muss sich anstrengen. Wer einen guten Abschluss macht, der findet auch eine Stelle", sagte die zuständige Fachbereichsleiterin Frau Buchmann. Die Ausbildung reicht von der Anatomie des Mundes bis zum Abrechnungswesen und Verwaltungsaufgaben.
Und manchmal darf man sich auch ein wenig kreativ austoben, wie zum Tag der Zahngesundheit. Ihr kleines Theaterstück hatten die Schülerinnen und Schüler schon zum 40. Jubiläum der medizinischen Ausbildung in Nordhausen einstudiert. An der Grundschule kam das so gut an das heute sogar nach einer Zugabe gerufen wurde.
Angelo Glashagel
Autor: redFrederike Fröhlich geht frohgemut durch ihren Tag, da passiert es: sie fällt unglücklich und schlägt sich einen Zahn aus. Was ist jetzt zu tun? Frederikes Mutter informieren natürlich und den verlorenen Zahn finden. Der kann noch gerettet werden, solange man ihn vorsichtig behandelt, nicht an der Krone anfässt und ihn in einem Glas Milch lagert. Der Zahnarzt macht dann den Rest.
Die kleine Geschichte zeigten die großen Schüler des staatlichen Berufsschulzentrums heute den ganz kleinen Schulkindern an der Grundschule Werther. "Putzen, putzen, putzen" - das war die Kernbotschaft des Tages der Zahngesundheit, mit dem die angehenden zahnmedizinischen Fachangestellten ihre Aktion heute in der Form eines kleinen Liedes auch abschlossen.
Zuvor hatte man den Kindern an insgesamt 24 Stationen wissenswertes rund um ihre Zähne und deren Pflege beigebracht. Wieviele Milchzähne hab ich eigentlich noch? Wie sieht es in meinem Zahn aus? Wie entsteht Karies? Und natürlich: wie putze ich richtig? Garniert war der Tag mit kleinen Aktionen, es wurden Gebisse aus Knete gebastelt, Wandplakate gestaltet und mit Hilfe eines echten Dentallabors auch Gipsabdrücke gegossen. "Es wird Wissen vermittelt und die Kinder können das Wissen auch abrufen", sagte Antje Marcinkowski vom jugenzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes. Für gewöhnlich führt Frau Marcinkowski die regelmäßigen Zahnuntersuchungen an den Schulen der Region durch, ein groß angelegter Aktionstag wie der heutige ist die Ausnahme.
Aber eine die effektiv ist. Im letzten Jahr hatte man den Tag zum ersten mal durchgeführt, damals war man an der Bertolt Brecht Grundschule in Nordhausen. Die Kinder dort hätten bei der nächsten Untersuchung noch viel von dem gewusst, was man ihnen zum Tag der Zahngesundheit gezeigt habe, meinte Marcinkowski. Und das scheint dringend nötig. "Rund 40% der Kinder im Landkreis haben Behandlungsbedarf", sagte die Zahnärztin, dabei gehe es nicht um Zahnbelag oder dergleichen, sondern um tatsächliche Löcher. Zudem habe jedes 5. Kind ein erhöhtes Kariesrisiko. Schon bei Kleinkindern, die noch nicht einmal alle Milchzähne haben, fänden sich Löcher.
"Nuckelflaschenkaries" nennt Marcinkowski das, zuviele süße Säfte und Tees zerstören die Zahnsubstanz. Und: auch Milchzähne müssten behandelt werden, selbst wenn sie über kurz oder lang ausfallen. "Von den Schmerzen die eine Entzündung auslösen kann einmal abgesehen hat sich auch gezeigt das Kinder mit Karies nicht nur schlechter essen sondern sich auch schlechter konzentrieren können und schlechter lernen. Auch Sprachstörungen können die Folge sein", erklärte die Zahnärztin. Entzündungen an den Milchzähnen könnten zudem auch die nachfolgenden, bleibenden Zähne ernsthaft beschädigen. Fällt ein Zahn vorzeitig aus und hinterlässt eine Lücke kann es zu "Platzhalterproblemen" kommen - die alten Zähne schieben nach, für die bleibenden Zähne bleibt nicht genug Platz und die spätere Zahnspange ist quasi vorprogrammiert.
Gefordert sei auch das Elternhaus, meint Marcinkowski, "die Eltern müssen eine Vorbildfunktion wahrnehmen und auch kontrollieren das ihre Kinder ordentlich Zähne putzen." Dazu gehört auch der regelmäßige Zahnarztbesuch. Über mögliche Kosten müsse man sich keine Sorgen machen, die zahnmedizinische Grundversorgung werden bei Erwachsenen wie auch bei Kindern von den Krankenkassen übernommen.
Damit es gar nicht erst soweit kommt legten sich die Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums heute ordentlich ins Zeug. Nach drei Jahren Ausbildung werden sie diejenigen sein, die sich meistens als erstes mit großen und kleinen Patienten beim Zahnarztbesuch auseinandersetzen müssen. Im Empfangsbereich oder dem Behandlungszimmer. Die Praxis kennen sie schon jetzt, je zwei Tage verbringen die Schüler an der Schule, drei Tage in den Zahnarztpraxen zwischen Südharz und Kyffhäuser. "Man muss sich anstrengen. Wer einen guten Abschluss macht, der findet auch eine Stelle", sagte die zuständige Fachbereichsleiterin Frau Buchmann. Die Ausbildung reicht von der Anatomie des Mundes bis zum Abrechnungswesen und Verwaltungsaufgaben.
Und manchmal darf man sich auch ein wenig kreativ austoben, wie zum Tag der Zahngesundheit. Ihr kleines Theaterstück hatten die Schülerinnen und Schüler schon zum 40. Jubiläum der medizinischen Ausbildung in Nordhausen einstudiert. An der Grundschule kam das so gut an das heute sogar nach einer Zugabe gerufen wurde.
Angelo Glashagel














