Nordhäuser Tauchzentrum will Kunst versenken
Menschen unter_wegs
Mittwoch, 27. September 2017, 13:30 Uhr
Am Roten Meer oder auf den Malediven mit bunten Fischen zu tauchen, passionierten Tauchern wird auch das einmal langweilig. Neue Hotspots hat die Szene inzwischen auch in der Heimat gefunden, einer der größten ist der Sundhäuser See und das Tauchsportzentrum von Wolfgang Tröger. Der will seinen Gästen demnächst noch mehr überraschende Momente unter Wasser bescheren...
So langsam kehrt Ruhe ein im Nordhäuser Tauchsportzentrum, nur die ganz hartgesottenen würden jetzt noch abtauchen, erzählt Dr. Wolfgang Tröger. Über die Saison konnte der passionierte Taucher 13.000 Tagesgäste am Sundhäuser See begrüßen, was die Basis am Nordhäuser Stadtrand zur zweitgrößten ihrer Art in ganz Deutschland macht.
Aus nah und fern zieht es Tauchsportler an den alten Kiessee. In Deutschland gebe es nur wenige Seen, die sich zum tauchen eigneten, meint Tröger, hier habe man gute Sicht, viel Bewuchs und jede Menge bewundernstwerter Fische. Und dann sind da noch die kleinen Extras - eine ganze "Stadt" hat Tröger über die Jahre im See versenkt, in "Nordhusia" können Taucher künstliche Ruinen erkunden und finden zwischen Algengrün, Hecht und Karpfen einzelne Häuser, eine Kirche, einen "Stadtpark" und mysteriöse Holzfiguren.
Das man auch noch ein Schiffswrack finden kann ist das fast schon selbstverständlich, das haben andere auch, die Vielzahl der Highlights unter Wasser ist es, die den Sundhäuser See einzigartig macht in Deutschland.
Künstler Arno Mester konnte für die Aktion "KiS - Kunst im See" gewonnen werden (Foto: Angelo Glashagel)
In den nächsten anderthalb Jahren wollen Tröger und sein Team das Angebot noch erweitern, allerdings werde man jetzt einen andere Weg gehen, erklärte der Tauchlehrer gegenüber der nnz. Statt ein weiteres Haus oder ein neues Gefährt im See zu versenken will man sich der Kunst widmen: sieben Statuen aus Beton sollen ihren neuen Platz im Sundhäuser See finden.
Für das Projekt konnte er den Künstler Arno Mester gewinnen. Der hat sich auf möglichst lebensechte Statuen spezialisiert, vor allem Privatleute würden seine Dienste für gewöhnlich in Anspruch nehmen, um sich selbst zu verewigen oder auch um an verstorbene Verwandte und Freunde zu erinnern, erzählte der Künstler heute im Tauchsportzentrum. Das jemand seine Werke buchstäblich versenken will, das ist auch für Mester ein neues Konzept.
Arno Mester und Wolfgang Tröger - die erste Figur soll noch dieses Jahr entstehen (Foto: Angelo Glashagel)
Inspiriation für ihr Vorhaben fanden Träger und Mester bei den Installationen Jason Taylors, der zum Teil riesige Statuen und ganze Gruppen von Skulpturen an verschiedenen Tauchspots der Welt versenkt hat. Für Taucher mache das einen unheimliche Reiz aus, sagte Tröger, im Golf von Mexiko oder vor Lanzarot hätten die Kunstaktionen einen regelrechten Hype ausgelöst. Ähnliches will man nun auch in Nordhausen tun, in kleinerem Maßstab versteht sich, das Tauchsportzentrum wird ihre neue Attraktion aus eigener Tasche zahlen müssen.
Mester will lebende Vorlagen für seine Statuen nutzen und sie in lebensnahen Alltagssituationen zeigen. "Wir werden die Statuen so platzieren, das man sich taucherisch zwischen ihnen bewegen kann", erklärt Tauchlehrer Tröger, es soll ein schöner, ein anderer und überraschender Anblick für seine Besucher werden.
Neben viel Flora und Fauna sollen auch andere Highlights Taucher nach Nordhausen locken (Foto: Tauchsportzentrum Nordhausen)
Noch in diesem Jahr soll die erste Statue der Installation fertig werden und zunächst auf dem Trockenen ausgestellt werden. Sukzessive sollen in den folgenden Wochen und Monaten weitere Figuren der Truppe hinzugefügt werden, im Anschluss will man die gesamte Installation auf einer fünf mal fünf Meter großen Platte auf den Grund des Sees hinablassen.
Und um die Natur wird man sich auch keine Sorgen machen müssen, meint Tröger, die wird von den Betonstatuen in ein paar Jahren wieder Besitz ergriffen haben. Den Sundhäuser See werden sie dann, vielleicht noch auf Generationen hinaus, ein bisschen mystischer machen.
Angelo Glashagel
Autor: redSo langsam kehrt Ruhe ein im Nordhäuser Tauchsportzentrum, nur die ganz hartgesottenen würden jetzt noch abtauchen, erzählt Dr. Wolfgang Tröger. Über die Saison konnte der passionierte Taucher 13.000 Tagesgäste am Sundhäuser See begrüßen, was die Basis am Nordhäuser Stadtrand zur zweitgrößten ihrer Art in ganz Deutschland macht.
Aus nah und fern zieht es Tauchsportler an den alten Kiessee. In Deutschland gebe es nur wenige Seen, die sich zum tauchen eigneten, meint Tröger, hier habe man gute Sicht, viel Bewuchs und jede Menge bewundernstwerter Fische. Und dann sind da noch die kleinen Extras - eine ganze "Stadt" hat Tröger über die Jahre im See versenkt, in "Nordhusia" können Taucher künstliche Ruinen erkunden und finden zwischen Algengrün, Hecht und Karpfen einzelne Häuser, eine Kirche, einen "Stadtpark" und mysteriöse Holzfiguren.
Das man auch noch ein Schiffswrack finden kann ist das fast schon selbstverständlich, das haben andere auch, die Vielzahl der Highlights unter Wasser ist es, die den Sundhäuser See einzigartig macht in Deutschland.
Künstler Arno Mester konnte für die Aktion "KiS - Kunst im See" gewonnen werden (Foto: Angelo Glashagel)
In den nächsten anderthalb Jahren wollen Tröger und sein Team das Angebot noch erweitern, allerdings werde man jetzt einen andere Weg gehen, erklärte der Tauchlehrer gegenüber der nnz. Statt ein weiteres Haus oder ein neues Gefährt im See zu versenken will man sich der Kunst widmen: sieben Statuen aus Beton sollen ihren neuen Platz im Sundhäuser See finden.
Für das Projekt konnte er den Künstler Arno Mester gewinnen. Der hat sich auf möglichst lebensechte Statuen spezialisiert, vor allem Privatleute würden seine Dienste für gewöhnlich in Anspruch nehmen, um sich selbst zu verewigen oder auch um an verstorbene Verwandte und Freunde zu erinnern, erzählte der Künstler heute im Tauchsportzentrum. Das jemand seine Werke buchstäblich versenken will, das ist auch für Mester ein neues Konzept.
Arno Mester und Wolfgang Tröger - die erste Figur soll noch dieses Jahr entstehen (Foto: Angelo Glashagel)
Inspiriation für ihr Vorhaben fanden Träger und Mester bei den Installationen Jason Taylors, der zum Teil riesige Statuen und ganze Gruppen von Skulpturen an verschiedenen Tauchspots der Welt versenkt hat. Für Taucher mache das einen unheimliche Reiz aus, sagte Tröger, im Golf von Mexiko oder vor Lanzarot hätten die Kunstaktionen einen regelrechten Hype ausgelöst. Ähnliches will man nun auch in Nordhausen tun, in kleinerem Maßstab versteht sich, das Tauchsportzentrum wird ihre neue Attraktion aus eigener Tasche zahlen müssen.
Mester will lebende Vorlagen für seine Statuen nutzen und sie in lebensnahen Alltagssituationen zeigen. "Wir werden die Statuen so platzieren, das man sich taucherisch zwischen ihnen bewegen kann", erklärt Tauchlehrer Tröger, es soll ein schöner, ein anderer und überraschender Anblick für seine Besucher werden.
Neben viel Flora und Fauna sollen auch andere Highlights Taucher nach Nordhausen locken (Foto: Tauchsportzentrum Nordhausen)
Noch in diesem Jahr soll die erste Statue der Installation fertig werden und zunächst auf dem Trockenen ausgestellt werden. Sukzessive sollen in den folgenden Wochen und Monaten weitere Figuren der Truppe hinzugefügt werden, im Anschluss will man die gesamte Installation auf einer fünf mal fünf Meter großen Platte auf den Grund des Sees hinablassen.
Und um die Natur wird man sich auch keine Sorgen machen müssen, meint Tröger, die wird von den Betonstatuen in ein paar Jahren wieder Besitz ergriffen haben. Den Sundhäuser See werden sie dann, vielleicht noch auf Generationen hinaus, ein bisschen mystischer machen.
Angelo Glashagel

