Was verdient ein Volk?
Sonntag, 31. Oktober 2004, 11:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Ach, was hatten wir doch in diesem Lande einst für eine elegante und gepflegte Samstags-Abend-Fernseh-Unterhaltung: Kuhlenkampf oder Carrell drüben, der Kessel Buntes hüben. Heute gibt es anderes auf Augen und Ohren. Ist es aber auch das, was das Fernsehvolk verdient?
Beispiel der gestrige Samstag. Zugegeben, Hansi Hinterseer im Ersten ist nun auch nicht gerade die Erfüllung, doch immer noch besser als die privaten Angebote. Da erlebten die TV-Zuschauer wieder das Dschungel-Camp (RTL). Drinnen die vermeintlichen Stars, die unbedingt herausgeholt werden wollen. Ob die Camp-Bewohner wirklich das Zeug zum Star haben, das sei dahingestellt, besser wäre es wohl, sie blieben auf Lebenszeit im australischen Busch. Besser wäre es wohl, statt sich mit Maden oder anderen Ekel-Würmern auseinander zu setzen, dass die Macher mal giftige Nattern oder Skorpione als Gegner einsetzen. Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein TV-Schrecken ohne Ende.
Dauerarrest hätte wohl auch dieser unsägliche Dirk Bach verdient. Bislang hat sich vermutlich noch kein Richter dieser Welt gefunden, die TV-Gemeinde von dieser Gestalt mit Tropenhelm zu erlösen. Statt dessen plappert Bach mit seiner ebenso unerträglichen Kollegin Zietlow dumme Sprüche und rudert theatralisch mit seinen Armen umher.
Doch dann der Knaller des Abends. Glaubte der zappende und fast verzweifelte Fernsehgucker noch, dass Bach und Co. irgendwo im gepflasterten australischen Urwald unterwegs sind, dann gab es beim anderen Niveau-Kanal, bei Sat1, eine bittere Enttäuschung. Da war wieder Dirk Bach zu sehen. Genial daneben, so der Titel der Rateshow mit Hugo Egon Balder. Und mittendrin – auf der Prominentencouch – der Herr Bach. Fragt sich nur, wie es Tutti-Fruttti-Balder geschafft hat, wenigstens Dirk Bach aus dem Dschungelcamp heraus zu holen? Mehr gibt es dazu nicht zu schreiben außer eine Frage zu stellen: Warum gucken immer noch so viele Menschen diesen Fernseh-Müll, so dass die TV-Stationen Werbung verkaufen können?
Übrigens: Wer gestern – zufällig oder gewollt – im ZDF unterwegs war, der konnte sich einen Krimi reinziehen, der brillante Fernsehkost versprach und auch hielt. Spannung, Nachdenklichkeit, Dramatik – fast so, wie es das Leben ausmacht. Es war Fernsehunterhaltung vom Feinsten – ohne Stars, Känguruhoden, Maden und vor allem: Ohne Dirk Bach und Hugo Egon Balder.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzBeispiel der gestrige Samstag. Zugegeben, Hansi Hinterseer im Ersten ist nun auch nicht gerade die Erfüllung, doch immer noch besser als die privaten Angebote. Da erlebten die TV-Zuschauer wieder das Dschungel-Camp (RTL). Drinnen die vermeintlichen Stars, die unbedingt herausgeholt werden wollen. Ob die Camp-Bewohner wirklich das Zeug zum Star haben, das sei dahingestellt, besser wäre es wohl, sie blieben auf Lebenszeit im australischen Busch. Besser wäre es wohl, statt sich mit Maden oder anderen Ekel-Würmern auseinander zu setzen, dass die Macher mal giftige Nattern oder Skorpione als Gegner einsetzen. Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein TV-Schrecken ohne Ende.
Dauerarrest hätte wohl auch dieser unsägliche Dirk Bach verdient. Bislang hat sich vermutlich noch kein Richter dieser Welt gefunden, die TV-Gemeinde von dieser Gestalt mit Tropenhelm zu erlösen. Statt dessen plappert Bach mit seiner ebenso unerträglichen Kollegin Zietlow dumme Sprüche und rudert theatralisch mit seinen Armen umher.
Doch dann der Knaller des Abends. Glaubte der zappende und fast verzweifelte Fernsehgucker noch, dass Bach und Co. irgendwo im gepflasterten australischen Urwald unterwegs sind, dann gab es beim anderen Niveau-Kanal, bei Sat1, eine bittere Enttäuschung. Da war wieder Dirk Bach zu sehen. Genial daneben, so der Titel der Rateshow mit Hugo Egon Balder. Und mittendrin – auf der Prominentencouch – der Herr Bach. Fragt sich nur, wie es Tutti-Fruttti-Balder geschafft hat, wenigstens Dirk Bach aus dem Dschungelcamp heraus zu holen? Mehr gibt es dazu nicht zu schreiben außer eine Frage zu stellen: Warum gucken immer noch so viele Menschen diesen Fernseh-Müll, so dass die TV-Stationen Werbung verkaufen können?
Übrigens: Wer gestern – zufällig oder gewollt – im ZDF unterwegs war, der konnte sich einen Krimi reinziehen, der brillante Fernsehkost versprach und auch hielt. Spannung, Nachdenklichkeit, Dramatik – fast so, wie es das Leben ausmacht. Es war Fernsehunterhaltung vom Feinsten – ohne Stars, Känguruhoden, Maden und vor allem: Ohne Dirk Bach und Hugo Egon Balder.
Peter-Stefan Greiner
