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nnz-Forum: Provinzposse

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 17:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute gibt es im Forum der nnz noch einmal einen Beitrag zur so genannten Filmverbrennung von Nordhausen. In diesem Beitrag antwortet Ingolf Schieke auf die Stellungnahme der Stadtverwaltung Nordhausen.


Es ist richtig, dass ich im Jahr 1995 um Nutzung von Filmmaterial bat. Daraufhin stellte mir die Stadt Nordhausen eine minderwertige VHS-Kopie zur Verfügung. Diese Kopie konnte und wurde niemals für meine Filmprojekte verwendet! Wir reden übrigens von 11 (in Worten ELF) Minuten Videomaterial. Im Gegensatz dazu erstellte ich auf eigene Kosten (die nicht gerade gering waren) vom Originalfilm (35mm) fernsehtaugliche Digitalkopien. So geschehen im Jahr 2002! Die Stadt Nordhausen hat im Archiv eine Filmkopie, diese stammt aus den 1960'er Jahren (DDR) und ist kein Original.

Das Original wurde 1927 von Deulingfilm produziert und liegt in Berlin. Die Stadt Nordhausen war niemals im Besitz der Urheberrechte, also auch nicht berechtigt Verträge abzuschließen! Hier unterstelle ich keine Böswilligkeit, sondern nur Unwissenheit, die bis heute anhält. Trotz allem erhielt das Stadtarchiv von mir VHS-Kassetten und DVD's, wenn sie nicht auffindbar sind, liegt es sicher nicht an mir. Herr sollte einmal genauer nachsehen.

Ebenfalls wurden der Stadtbibliothek mehrere Videokassetten und DVD's kostenlos zum Ausleihen übergeben, davon kann sich jeder Nordhäuser überzeugen. Auch historische Fotos, die kurz vor dem Verfall standen, wurden von mir kostenlos für das Stadtarchiv auf Film konserviert und übergeben! Im Gegensatz dazu musste ich jede Kopie aus dem Stadtarchiv bezahlen! So etwas verschweigt natürlich „des Sängers Höflichkeit“.

In Bezug auf den Film „Nordhausen, die 1077-jährige Stadt am Harz“. Leider waren keine Filmaufnahmen aus der Zeit 927-1896 aufzufinden, der Grund könnte sein, das die Filmtechnik erst 1896 erfunden wurde. Oder glaubt die Stadtverwaltung, der Film „Troja“ wurde im alten Troja gedreht und „Der Untergang der Titanic“ auf der Titanic? Aus diesen Gründen griffen wir auf andere örtliche Gegebenheiten zurück, um die Sache nicht so „trocken“ werden zu lassen. Ein 64-Minuten-Film kann niemals 1000 Jahre Geschichte ausführlich beschreiben, dafür gibt es Bücher.
Fehlerfrei ist natürlich niemand auf dieser Welt, aber so schlimm kann es nicht gewesen sein, weil besagter Film in den Schulen Nordhausens sogar als Unterrichtsmaterial genutzt wird. Aber die Stadt sollte nicht mit Steinen werfen. Mein Film hat eine Laufzeit von 64 Minuten und kostete nur mein Geld.

Der im Auftrag der Stadt produzierte Film „Über'n Berg“, ganze 13 Minuten lang, mit rekordverdächtigen 45 Schnittfehlern kostete das Geld des Steuerzahlers und war ein finanzielles Fiasko (laut Aussage der Geschäfte wo der Film vertrieben wird).
Übrigens hätte ich für meinen Film soviel Geld von der Stadt bekommen wie die Hersteller des Films „Über'n Berg“, hätte ich Till Schweiger engagieren können (soviel zum Thema Sponsoring). Da ich ja nun alles selbst finanziert habe, ist auch die Frage beantwortet wo das viele Geld geblieben ist, was ich angeblich verdient habe.
Es geht doch hier nicht um gekränkte Eitelkeiten, sondern um den Erhalt historischer Filmaufnahmen, die eben nicht aus 11 Minuten bestehen, sondern aus über EINHUNDERT Stunden! Ich werde mich nicht mehr auf sinnlose Diskussionen einlassen.
Ingolf Schieke, Nordhausen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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