Steinerne Jungfrau
Dienstag, 26. Oktober 2004, 11:26 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Steinerne Jungfrau hat ihren Weg ins Landratsamt gefunden. Was es mit der Dame auf sich hat, das verrät Ihnen die nnz …
Steinerne Jungfrau (Foto: nnz)
Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2004, wurde im Helbetal in der Gemarkung Großlohra das Sühnekreuz Steinerne Jungfrau nach der Restaurierung durch den Steinmetz Lothar Hechtler aus Schlotheim wieder der Öffentlichkeit, d.h. den Wandersleuten, präsentiert. Just an diesem Tag traf ein »Double« im Historischen Landratsamt in der Grimmelallee 23 ein. Dort steht es, gut sichtbar, im Foyer. Hergestellt wurde es in Kleinberndten vom Ehepaar Brigitte und Hans Jost, die sich der Geschichte und den Denkmälern des Landkreises Nordhausen verbunden fühlen, denn Kleinberndten gehörte bis 1952 zu dieser Region. Brigitte Jost entwarf die originalgetreue Kopie des Steinkreuzes nach einer Fotografie, Hans Jost führte sie aus, in dem er über ein stabiles Holzkreuz von beiden Seiten dicke Styroporplatten setzte. Darauf wurde das Schnittmuster gelegt, anschließend die Kreuzform ausgeschnitten, alles mit Gips und Zement bestrichen, damit es einem Stein ähnlich wird, und die noch erkennbare Figur und die Schriftzüge aufgetragen.
Wo befindet sich die originale Steinerne Jungfrau?
Nahe beim Haus an der Helbe steht am steilen Hang des Weges nach Lohra dieses Steinkreuz von eigentümlicher Form, dass aus der Ferne betrachtet, der Gestalt einer Frau sehr ähnelt. Es ist offensichtlich ein typisches Sühnekreuz, mit etwa zwei Metern Höhe und einem Meter Breite außergewöhnlich groß und steht auf einem massiven Erdsockel, der in den zwanziger Jahren durch Holzbohlen halbkreisförmig umschlossen wurde. Bei diesem Steinkreuz handelt es sich eindeutig um die gotische Kreuzform, die seitlich nasenbesetzt ist. Der Schaft ist nach unten kräftig verbreitert.
Auf der Ostseite des Steines lässt sich noch folgendes erkennen: Unter dem Kreuze, an welchem der Heiland hängt, kniet ein Ritter, der durch den vor ihm stehenden Schild, ein 12feldiges Schachbrettwappen, als ein junger Graf von Hohnstein gekennzeichnet wird, der an dieser Stelle durch irgendeinen Unglücksfall seinen Tod gefunden hatte. Auf einem vom Grafen aufwärts zum Kreuz laufenden Spruchband stehen die in Minuskel dargestellten Gebetsworte misere mei deus (Gott, erbarme dich meiner). Auf der Rückseite, der westlichen, lässt sich nur noch entziffern: Anno MCCC ... Der Charakter der Minuskelschrift wie auch die Tracht des Knieenden deuten auf das 15. Jahrhundert hin.
Wem der Stein errichtet wurde, soll sich aus einer Mühlhäuser Nachricht ergeben: Anno 1446 rannte Bernhard von Reinstein vor das Dorf Grabe im Mühlhäusischen Gerichte und nahm ihnen das Vieh weg, aber die von Mühlhausen folgten ihm nach und nahmen das meiste Vieh wieder ab, und ward Hans Immenrodt, ein ehrlicher Bürger, darüber im Helbetal erschossen und ist ihm ein Stein oben am Tal nach Lohra gesetzt am 5. Juni 1446.
Da die Bewohner der umliegenden Orte bald den Ursprung des Kreuzes vergessen hatten, wurde die Fantasie lebendig und ließ mehrere Sagen entstehen.
Autor: nnz
Steinerne Jungfrau (Foto: nnz)
Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2004, wurde im Helbetal in der Gemarkung Großlohra das Sühnekreuz Steinerne Jungfrau nach der Restaurierung durch den Steinmetz Lothar Hechtler aus Schlotheim wieder der Öffentlichkeit, d.h. den Wandersleuten, präsentiert. Just an diesem Tag traf ein »Double« im Historischen Landratsamt in der Grimmelallee 23 ein. Dort steht es, gut sichtbar, im Foyer. Hergestellt wurde es in Kleinberndten vom Ehepaar Brigitte und Hans Jost, die sich der Geschichte und den Denkmälern des Landkreises Nordhausen verbunden fühlen, denn Kleinberndten gehörte bis 1952 zu dieser Region. Brigitte Jost entwarf die originalgetreue Kopie des Steinkreuzes nach einer Fotografie, Hans Jost führte sie aus, in dem er über ein stabiles Holzkreuz von beiden Seiten dicke Styroporplatten setzte. Darauf wurde das Schnittmuster gelegt, anschließend die Kreuzform ausgeschnitten, alles mit Gips und Zement bestrichen, damit es einem Stein ähnlich wird, und die noch erkennbare Figur und die Schriftzüge aufgetragen. Wo befindet sich die originale Steinerne Jungfrau?
Nahe beim Haus an der Helbe steht am steilen Hang des Weges nach Lohra dieses Steinkreuz von eigentümlicher Form, dass aus der Ferne betrachtet, der Gestalt einer Frau sehr ähnelt. Es ist offensichtlich ein typisches Sühnekreuz, mit etwa zwei Metern Höhe und einem Meter Breite außergewöhnlich groß und steht auf einem massiven Erdsockel, der in den zwanziger Jahren durch Holzbohlen halbkreisförmig umschlossen wurde. Bei diesem Steinkreuz handelt es sich eindeutig um die gotische Kreuzform, die seitlich nasenbesetzt ist. Der Schaft ist nach unten kräftig verbreitert.
Auf der Ostseite des Steines lässt sich noch folgendes erkennen: Unter dem Kreuze, an welchem der Heiland hängt, kniet ein Ritter, der durch den vor ihm stehenden Schild, ein 12feldiges Schachbrettwappen, als ein junger Graf von Hohnstein gekennzeichnet wird, der an dieser Stelle durch irgendeinen Unglücksfall seinen Tod gefunden hatte. Auf einem vom Grafen aufwärts zum Kreuz laufenden Spruchband stehen die in Minuskel dargestellten Gebetsworte misere mei deus (Gott, erbarme dich meiner). Auf der Rückseite, der westlichen, lässt sich nur noch entziffern: Anno MCCC ... Der Charakter der Minuskelschrift wie auch die Tracht des Knieenden deuten auf das 15. Jahrhundert hin.
Wem der Stein errichtet wurde, soll sich aus einer Mühlhäuser Nachricht ergeben: Anno 1446 rannte Bernhard von Reinstein vor das Dorf Grabe im Mühlhäusischen Gerichte und nahm ihnen das Vieh weg, aber die von Mühlhausen folgten ihm nach und nahmen das meiste Vieh wieder ab, und ward Hans Immenrodt, ein ehrlicher Bürger, darüber im Helbetal erschossen und ist ihm ein Stein oben am Tal nach Lohra gesetzt am 5. Juni 1446.
Da die Bewohner der umliegenden Orte bald den Ursprung des Kreuzes vergessen hatten, wurde die Fantasie lebendig und ließ mehrere Sagen entstehen.
