Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen
Wahlkampf zwischen David und Goliath?
Mittwoch, 13. September 2017, 11:12 Uhr
Die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen ist Geschichte. Doch die Menschen beschäftigt, wie es weiter geht? Vor allem mit wem? Gedanken dazu von nnz-Autor Kurt Frank...
Jemand aus der Reisegruppe hatte auf dem Smartphone die nnz angeklickt und die Neuigkeit verkündet: In Nordhausen wird es eine Stichwahl zwischen Inge Klaan und Kai Buchmann um den Posten des Oberbürgermeisters geben. Wer Buchmann sei, wollte jemand wissen. Von Kommunalpolitik habe der doch keine Ahnung, meinte ein anderer. Der werde als Oberbürgermeister frischen Wind in das Nordhäuser Rathaus bringen, zeigte sich ein dritter Fahrgast überzeugt.
Hat der 41-Jährige Buchmann überhaupt eine Chance? Hinter Inge Klaan steht die geballte Kraft der CDU – vom Landtagspräsidenten Christian Carius bis zum Landesvorsitzenden der Christdemokraten Mike Mohring. In Landkreis setzen von der Wirtschafts-Prominenz nicht nur der Bauunternehmer Axel Heck und Autohaus-Besitzer Helmut Peter auf diese Frau.
Schon als am ersten Wahlabend das Ergebnis vorlag, feierten die Thüringer CDU-Oberen und die aus dem Südharz ihre Kandidatin euphorisch, so, als ob sie die Wahl schon gewonnen hätte. Man ist zuversichtlich. An Geldern für Werbung im Wahlkampf-Endspurt mangelt es nicht. Im Gegenteil. Klaan konnte und kann aus einen unerschöpflichen Wahlkampfmodus schöpfen. Noch sichtbarer als bisher schon wird sie von Litfasssäulen, Brückengeländern, Großaufstellern und Plakaten lächeln. Platz ist da. Das Konterfei der Gescheiterten kann man da getrost überkleben. Ein Bild von Buchmann muss man da schon suchen.
Inge Klaans Partei wird nicht müde zu betonen: Unsere Kandidatin hat Erfahrung in der Kommunalpolitik. Sie kommt aus dem Rathaus, hat die Landesgartenschau gemanagt, war Staatssekretärin in der Landesregierung. Ein Fundus an Wissen, ein Pfund, das wiege. Zweifellos ist Inge Klaan kommunalpolitisch kein unbeschriebenes Blatt. Die heutige SWG-Chefin erlebte Höhen und Tiefen.
Kommunalpolitisch hat sie die Nase vorn. Vor einem Buch mit sieben Siegeln aber stünde Kai Buchmann im Rathaus nicht. Er ist Bankkaufmann, hat Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet als Assistent der Geschäftsführung im Südharz-Klinikum. Wer aber steht hinter ihm? Keine Partei. Kein bekannter Unternehmer. Keine Geldquelle, die nur so sprudelt. Er führt den Endspurt-Wahlkampf privat, unterstützt von Leuten, die ihn kennen. Für große Sprünge fehlen die Mittel. Kein Haussieren Tür an Tür, kein Bürgerfrühstück. Ein weitaus weniger aufwendig geführt Wahlkampf als der seiner Kontrahentin. Gestern wie heute. Kurz und gut: ein Mann auf verlorenem Posten?
Inge Klaan will alle Demokraten hinter sich versammeln. Wahlwerbung. Wie könnte Demokratie hierzulande aber besser funktionieren als mit diesem Mann? Seine Kandidatur ist der beste Beweis für gelebte Demokratie. Er wagt es, gegen ein fest gefügtes Parteiensystem anzutreten. Die Nordhäuser setzten ein Zeichen. Es machte deutlich, dass sich die Menschen von der etablierten Politik mehr und mehr abwenden, wenn sie eine Alternative haben. Das führte Buchmann zu einem beachtlichen Ergebnis.
Wieder bei Null titelte die nnz. Ihre Leser verfolgen das Geschehen aufmerksam, was in zahlreichen Wortmeldungen seinen Ausdruck findet. Eine Analyse ergibt viel Sympathie für den Außenseiter, den Parteilosen. Wird es jetzt ein Kampf zwischen David und Goliath, wie es manche sehen? Ob der so ausgeht, wie wir es aus der Bibel kennen?
Kurt Frank
Autor: redJemand aus der Reisegruppe hatte auf dem Smartphone die nnz angeklickt und die Neuigkeit verkündet: In Nordhausen wird es eine Stichwahl zwischen Inge Klaan und Kai Buchmann um den Posten des Oberbürgermeisters geben. Wer Buchmann sei, wollte jemand wissen. Von Kommunalpolitik habe der doch keine Ahnung, meinte ein anderer. Der werde als Oberbürgermeister frischen Wind in das Nordhäuser Rathaus bringen, zeigte sich ein dritter Fahrgast überzeugt.
Hat der 41-Jährige Buchmann überhaupt eine Chance? Hinter Inge Klaan steht die geballte Kraft der CDU – vom Landtagspräsidenten Christian Carius bis zum Landesvorsitzenden der Christdemokraten Mike Mohring. In Landkreis setzen von der Wirtschafts-Prominenz nicht nur der Bauunternehmer Axel Heck und Autohaus-Besitzer Helmut Peter auf diese Frau.
Schon als am ersten Wahlabend das Ergebnis vorlag, feierten die Thüringer CDU-Oberen und die aus dem Südharz ihre Kandidatin euphorisch, so, als ob sie die Wahl schon gewonnen hätte. Man ist zuversichtlich. An Geldern für Werbung im Wahlkampf-Endspurt mangelt es nicht. Im Gegenteil. Klaan konnte und kann aus einen unerschöpflichen Wahlkampfmodus schöpfen. Noch sichtbarer als bisher schon wird sie von Litfasssäulen, Brückengeländern, Großaufstellern und Plakaten lächeln. Platz ist da. Das Konterfei der Gescheiterten kann man da getrost überkleben. Ein Bild von Buchmann muss man da schon suchen.
Inge Klaans Partei wird nicht müde zu betonen: Unsere Kandidatin hat Erfahrung in der Kommunalpolitik. Sie kommt aus dem Rathaus, hat die Landesgartenschau gemanagt, war Staatssekretärin in der Landesregierung. Ein Fundus an Wissen, ein Pfund, das wiege. Zweifellos ist Inge Klaan kommunalpolitisch kein unbeschriebenes Blatt. Die heutige SWG-Chefin erlebte Höhen und Tiefen.
Kommunalpolitisch hat sie die Nase vorn. Vor einem Buch mit sieben Siegeln aber stünde Kai Buchmann im Rathaus nicht. Er ist Bankkaufmann, hat Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet als Assistent der Geschäftsführung im Südharz-Klinikum. Wer aber steht hinter ihm? Keine Partei. Kein bekannter Unternehmer. Keine Geldquelle, die nur so sprudelt. Er führt den Endspurt-Wahlkampf privat, unterstützt von Leuten, die ihn kennen. Für große Sprünge fehlen die Mittel. Kein Haussieren Tür an Tür, kein Bürgerfrühstück. Ein weitaus weniger aufwendig geführt Wahlkampf als der seiner Kontrahentin. Gestern wie heute. Kurz und gut: ein Mann auf verlorenem Posten?
Inge Klaan will alle Demokraten hinter sich versammeln. Wahlwerbung. Wie könnte Demokratie hierzulande aber besser funktionieren als mit diesem Mann? Seine Kandidatur ist der beste Beweis für gelebte Demokratie. Er wagt es, gegen ein fest gefügtes Parteiensystem anzutreten. Die Nordhäuser setzten ein Zeichen. Es machte deutlich, dass sich die Menschen von der etablierten Politik mehr und mehr abwenden, wenn sie eine Alternative haben. Das führte Buchmann zu einem beachtlichen Ergebnis.
Wieder bei Null titelte die nnz. Ihre Leser verfolgen das Geschehen aufmerksam, was in zahlreichen Wortmeldungen seinen Ausdruck findet. Eine Analyse ergibt viel Sympathie für den Außenseiter, den Parteilosen. Wird es jetzt ein Kampf zwischen David und Goliath, wie es manche sehen? Ob der so ausgeht, wie wir es aus der Bibel kennen?
Kurt Frank
