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Vier Mal stolpern

Sonntag, 24. Oktober 2004, 13:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Stolpersteine gegen das Vergessen, seit heute Mittag finden sich vier von insgesamt 75 Exemplaren vor Häusern, in denen Opfer des Nationalsozialismus lebten. Der Künstler selbst kam her und grub die Gedenksteine ein.

Vier Mal stolpern (Foto: nnz) Vier Mal stolpern (Foto: nnz)
Nach dem "LeidFaden" sollte etwas Bleibendes entstehen, was an die Opfer des NS-Regimes erinnert. Stolpersteine, ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, was bereits in vielen Städten wie Berlin und Hamburg erfolgreich lief, kam heute mit den ersten vier Steinen nach Nordhausen. Das war der Wunsch der Thüringer Regionalgruppe des Vereins "Gegen das Vergessen", deren Sprecherin Dr. Cornelia Klose ist. Da die Stadt und das Kulturamt der Aktion positiv gegenüberstanden, war es kein Problem die Baugenehmigungen für die 10x10x10 cm großen Steine zu bekommen.

Heute nachmittag um 12.30 Uhr setzte der Künstler unter großem Medieninteresse den Stein für Wilhelm Hustinger vor dem katholischen Pfarramt in der Domstraße ein. Drei weitere Steine erinnern an Kurt und eduard Singer, sowie Stepahnie Pinthus. Sie alle wurden von den Nationalsozialisten deportiert und in Konzentrationslagern mißhandelt.

Über 4000 dieser Gedenkstätten im öffentlichen Raum hat Gunter Demnig bereits verlegt, in Nordhausen sollen es 75 werden. Gelegentlich gibt es Probleme mit der Schändung von Steinen. Besonders schlimm war es in Halle, wo 8 Steine in der Innenstadt herausgerissen worden, berichtet der Künstler. Insgesamt wurden deutschlandweit 20 der Gedenktafeln angegriffen.

Finanziert wird das gesamte Projekt durch die Initiative gegen Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern CIVITAS. Die politischen Jugendorganisationen SJD "Die Falken", die DGB Jugend, die Junge Union, Solid und die Jungen Liberalen tragen das Projekt mit.
Autor: nnz

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