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Zehn Jahre durchgehalten

Mittwoch, 20. Oktober 2004, 18:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Menschen werden immer älter, und das mit allerhand Zipperlein. Viele verbringen ihre letzten Jahre im Bett im Pflegeheim. Wenn es ihnen sonst schon nicht gut geht, gut liegen sollen sie auf jeden Fall. Dafür sorgt seit 10 Jahren eine Firma aus Nordhausen.

Zehn Jahre durchgehalten (Foto: nnz) Zehn Jahre durchgehalten (Foto: nnz)

Zehn Jahre, was ist das schon? Heutzutage schon recht viel, wenn man bedenkt, wie viele Firmen es nicht einmal bis zu diesem Jubiläum schaffen. Heute wurde deshalb gebührend gefeiert bei der Firma Stiegelmeyer im Gewerbegebiet “An der Helme”.

Dort steht eine moderne Produktionsstätte, die innovative, langlebige Einrichtungsgegenstände baut. Hier entstehen nicht irgendwelche Tische oder Schänke, sondern Betten, Nachttische und viele andere im Bereich der Alten- und Krankenpflege einzusetzende Möbelstücke. An diese Produkte werden besondere Ansprüche gestellt, was Funktion und Haltbarkeit anbelangt. In der hauseigenen Entwicklungsabteilung wird am Computer ausprobiert, was in der Praxis von Nutzen sein könnte. So ist es auch möglich, Sonderanfertigungen für den deutschen und den internationalen Markt binnen weniger Wochen zu planen und zu bauen.

Für kompetenten Nachwuchs sorgt das Unternehmen seit 1995 selbst. Nur ein Jahr nach Inbetriebnahme des Werkes wurden die ersten zwei Auszubildenden zum Holzmechaniker eingestellt. Jetzt lernen sechs Jugendliche hier.

Vieles hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert, berichtet Geschäftsführer Herbert Hoppe. 1998 sei ein wichtiges Jahr in der Firmengeschichte gewesen, einmal weil man den zweiten Platz beim Nordhäuser Innovationspreis belegt habe, außerdem seien Pflegebetten seitdem als Medizinprodukte anerkannt worden, weshalb sie als solche zertifiziert werden mußten. Außerdem werden seit 1999 in Nordhausen komplette Pflegezimmereinrichtungen angefertigt.

Ebenso wichtig sei das Jahr 2001 gewesen. Seitdem ist Stiegelmeyer nach der ISO 9001 zertifiziert, was bei öffentlichen Aufträgen ein wichtiges Kriterium sei. Eine neue Norm für die elektrischen Komponenten der Betten, habe 2001 dazu geführt die Produktpalette zu überarbeiten. “Langweilig ist es in den zehn Jahren nie gewesen.”bestätigt Herbert Hoppe. Nur ein Unternehmen, welches flexibel auf die sich verändernden Marktanforderungen reagiert, könne in der heutigen Zeit bestehen.

Vor zehn Jahren war man nach Nordhausen gekommen, weil die Firma Stiegelmeyer von Aufschwung Ost überzeugt gewesen sei. 30 Millionen DM habe man deswegen in den Standort investiert. Positive Zeichen für die Region habe man damals setzen wollen so Gesellschafter Kemmler. Inzwischen bedrücken negative Zukunftsprognosen. Viele Menschen hätten Existenzängste, das sei keine gute Ausgangslage für eine positive Zukunft.

Aber “Es wird nie so schlimm wie man fürchtet, und nie so gut wie man hofft” gibt Herr Kemmler mit auf den Weg. Der Politik rät er endlich Reformen durchzusetzen und das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen, indem man es mit der Wahrheit etwas ernster nimmt als in der letzten Zeit. “Wer Zukunft als Gegenwind empfindet, der geht in die falsche Richtung” zitierte er.

Bei einer Betriebsbesichtigung konnten sich dann alle Gäste und Kunden davon überzeugen, daß hier wohl eher Rückenwind herrscht. Rund 90 Mitarbeiter sorgen dafür, daß unbearbeitete Platten am hinteren Werktor als hochwertige Schränke und Betten herauskommen. Einiges geschieht sogar noch in Handarbeit.

Vertreter von Pflegeeinrichtungen und Südharz-Krankenhaus Geschäftsführer Antonius Pille entdeckten schon einmal die neuesten Modelle und durften zusehen, wie aufwendig die Produkte geprüft werden, bevor sie zu den Patienten kommen.

Im nächsten Jahr soll wieder investiert werden, rund 500.000 Euro. Damit wird der Standort in Nordhausen gesichert.
Autor: wf

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