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Im Norden mäßig warm, im Süden hochsommerlich

Mittwoch, 30. August 2017, 14:28 Uhr
Das Wetter eignet sich ja bekanntermaßen exzellent dazu, behäbige Konversation zu beleben. Wer es also ganz genau wissen will, dem können die Experten vom Deutschen Wetterdienst reichlich Gesprächsstoff an die Hand geben. Zum Beispiel zum August, der zumindest in der Theorie wärmer war als der Durchschnitt. Thüringen gehörte eher zu den nassen Bundesländern...

Wetterbild (Foto: Angelo Glashagel)

Der August war in Deutschland mit 17,9 Grad Celsius (°C) um 1,4 Grad wärmer als das Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,4 Grad. Überwiegend westliche Winde führten im August oft kühle Luft in den Norden Deutschlands. So kletterte das Quecksilber in Leck und Hattstedt im Westen Schleswig-Holsteins nicht höher als 25 °C.

Die tiefste Temperatur trat am 23. in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit +0,1 °C auf. Völlig anders zeigte sich der August im Süden. Die extreme Hitze, die in Südeuropa herrschte, drang zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg vor. In Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, traten 11 „Heiße Tage" mit Tageshöchstwerten über 30 Grad auf. Bezeichnend war dabei, dass ausgerechnet das im Winter für Schnee und Minusgrade bekannte, 685 m hoch gelegene Reit im Winkl die deutschlandweit höchste Temperatur des Monats meldete: Am 1. wurde dort mit 36,1 °C ein neuer Augustrekord aufgestellt.

Reichlich Niederschläge

Im August nahmen die Niederschläge an Stärke und Dauer gegenüber dem Juli deutlich ab. Trotzdem erreichte der Monat mit rund 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) noch 118 Prozent seines Klimawertes von 77 l/m².

Auch die Gewitter brachten nun nicht mehr so extrem hohe Regenmengen, dafür wurden sie häufiger von schweren Stürmen begleitet. Gewaltige Schäden entstanden dadurch vor allem in den Wäldern, so am 1. bei Wiesbaden und am 18. bei Passau. In Rhede im Emsland konnte man am 20. sogar einen Tornado beobachten, der einige Dächer abdeckte. Die größte Tagesmenge meldete Hähnichen-Trebus, nördlich von Görlitz, bei heftigen Gewittern in der Nacht zum 10. mit 70 l/m². Am 11. trafen die Dauerniederschläge des Tiefs HARTMUT vor allem die westlichen Landesteile Hessens. Dort fielen in Wetter 24-stündig 67 l/m². Die größten Monatssummen kamen im Alpenvorland mit bis zu 225 l/m² zusammen - die niedrigsten am unteren Niederrhein, in Vorpommern und in der Uckermark mit teilweise nur 30 l/m².

Sonnenscheindauer ausgeglichen

Die Sonnenscheindauer lag im August mit abgerundet 205 Stunden um vier Prozent über ihrem Soll von 197 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne in Niederbayern mit bis zu 270 Stunden. Im äußersten Westen Deutschlands schien die Sonne dagegen ört-lich weniger als 160 Stunden.

Der August in Thüringen

Thüringen kam auf 17,9 °C (16,0 °C) und war mit über 105 l/m² (69 l/m²) ein nasses Bundesland. Die Sonne zeigte sich knapp 215
Stunden (192 Stunden).
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