Lothar Späth soll’s richten
Mittwoch, 13. Oktober 2004, 06:59 Uhr
Nordhausen (nnz). In der Nordhäuser Nobas ist die Stimmung am Kochen. Teile der Belegschaft wollten heute schon das große Werktor zuschließen, doch der Betriebsrat konnte erst einmal besänftigen. Dafür wurde am Morgen zu einer Belegschaftsversammlung eingeladen.
Die Mitarbeiter des Nordhäuser Baumaschinenherstellers sind frustriert, manche sogar aufgebracht. Zum zweiten Mal in Folge hatte das Unternehmen ihnen Lohn und Gehalt gekürzt. Auf der einen Seite sollen wir Höchstleistungen vollbringen, auf der anderen werden wir verscheißert, brachte es ein Nobas-Schlosser auf den Punkt. Die Unternehmensleitung sieht das anders. Wer nicht 42 Stunden pro Woche arbeitet, dessen Lohn und Gehalt wird gekürzt. Basta! Zehn Prozent sind das vom normalen Lohn. Normal ist in soweit zu verstehen, daß die Ausgangsbasis der Tariflohn des Jahres 2001 ist. De facto, so rechnete Betriebsratschef Eberhard Klaus zusammen, fehlen den Kollegen rund 20 Prozent in ihrer Lohntüte.
Das wollen sich die Arbeitnehmer nicht bieten lassen. Bereits im vergangenen Monat haben sie ihre Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich geltend gemacht. Etwa 75 – mehrheitlich in der Gewerkschaft organisierte Baggerbauer – haben ihre Unterlagen für eine Leistungsklage abgegeben, weitere werden privat klagen.
Unabhängig von den Spielchen der Geschäftsleitung, die außerhalb jeglicher Gesetzlichkeiten ablaufen, hat ein Consulting-Unternehmen aus Frankfurt am Main seine Arbeit in der Nobas aufgenommen. Die Experten seien bereits zweimal in Nordhausen gewesen, um Zahlen, Daten und Fakten für eine erste Analyse aufzunehmen. Viel Zeit haben die Wirtschaftsprüfer - unter ihnen auch der von der IG-Metall beauftragte – nicht, denn schon in der kommenden Woche soll es eine große Runde in der Nobas geben. Und wie Nobas-Eigentümer Günter Papenburg verkündet haben soll, werde diese Gesprächsrunde der ehemalige Jenoptik-Chef Lothar Späth moderieren. Vielleicht kommen zu dieser Runde auch erste Ergebnisse auf den Tisch, wie das Unternehmen aus seiner jetzigen Krise herauszuführen sei.
Fakten verlangt die Arbeitnehmerseite, dann sei man auch bereit, über einen eigenen Sanierungsbeitrag zu sprechen. Willkürliche Lohnkürzungen seitens des Arbeitgebers seien jedoch der falsche Weg aus der Krise. Sie würden die Konfrontation nur noch verschärfen.
Autor: nnzDie Mitarbeiter des Nordhäuser Baumaschinenherstellers sind frustriert, manche sogar aufgebracht. Zum zweiten Mal in Folge hatte das Unternehmen ihnen Lohn und Gehalt gekürzt. Auf der einen Seite sollen wir Höchstleistungen vollbringen, auf der anderen werden wir verscheißert, brachte es ein Nobas-Schlosser auf den Punkt. Die Unternehmensleitung sieht das anders. Wer nicht 42 Stunden pro Woche arbeitet, dessen Lohn und Gehalt wird gekürzt. Basta! Zehn Prozent sind das vom normalen Lohn. Normal ist in soweit zu verstehen, daß die Ausgangsbasis der Tariflohn des Jahres 2001 ist. De facto, so rechnete Betriebsratschef Eberhard Klaus zusammen, fehlen den Kollegen rund 20 Prozent in ihrer Lohntüte.
Das wollen sich die Arbeitnehmer nicht bieten lassen. Bereits im vergangenen Monat haben sie ihre Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich geltend gemacht. Etwa 75 – mehrheitlich in der Gewerkschaft organisierte Baggerbauer – haben ihre Unterlagen für eine Leistungsklage abgegeben, weitere werden privat klagen.
Unabhängig von den Spielchen der Geschäftsleitung, die außerhalb jeglicher Gesetzlichkeiten ablaufen, hat ein Consulting-Unternehmen aus Frankfurt am Main seine Arbeit in der Nobas aufgenommen. Die Experten seien bereits zweimal in Nordhausen gewesen, um Zahlen, Daten und Fakten für eine erste Analyse aufzunehmen. Viel Zeit haben die Wirtschaftsprüfer - unter ihnen auch der von der IG-Metall beauftragte – nicht, denn schon in der kommenden Woche soll es eine große Runde in der Nobas geben. Und wie Nobas-Eigentümer Günter Papenburg verkündet haben soll, werde diese Gesprächsrunde der ehemalige Jenoptik-Chef Lothar Späth moderieren. Vielleicht kommen zu dieser Runde auch erste Ergebnisse auf den Tisch, wie das Unternehmen aus seiner jetzigen Krise herauszuführen sei.
Fakten verlangt die Arbeitnehmerseite, dann sei man auch bereit, über einen eigenen Sanierungsbeitrag zu sprechen. Willkürliche Lohnkürzungen seitens des Arbeitgebers seien jedoch der falsche Weg aus der Krise. Sie würden die Konfrontation nur noch verschärfen.
