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Gesucht werden zwei neue Beigeordnete....

Donnerstag, 03. August 2000, 09:55 Uhr
Nordhausen (nnz). "Gesucht werden dynamische, zielorientierte, entscheidungsfreudige,
belastbare und verantwortungsbewußte Persönlichkeiten....". So lauten einige der Anforderungen,
die an die künftigen hauptamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung gestellt werden.
Ausgeschrieben wurden die beiden Stellen Ende Juli, bis Mitte August können sich die Bewerber Zeit
nehmen, dann sollte das Angebot im Landratsamt vorliegen.
Doch Auschreibung hin, Auschreibung her - die Chancen für einen Bewerber außerhalb der
Fraktionen des Kreistages ist ohnehin mit Null gleichzusetzen. Die Ausschreibung selbst ist also
zur Formsache verkommen, laut Thüringer Kommunalordnung auch nicht nötig. Die Form will man
allerdings wahren.
Wer sind denn nun die Kandidaten, die dynamisch, zielorientiert oder belastbar sind? Die
CDU-Fraktion schickt ihre bisherigen Beigeordneten Uebner und Goutier ins Rennen. Die beiden
müssen sich zwangsläufig bewerben, da sonst Versorgungsansprüche verloren gehen. Doch die
zwei Christdemokraten sind, sollte die politische Wetterlage im Kreistag keinen Umschwung
erleiden, auf verlorenem Posten. Die SPD-Fraktion wird Matthias Jendricke ins Rennen schicken. So
ganz ungelegen kommt dessen Kandiatur den Machern der Nordhäuser CDU nun auch wieder nicht.
Schwingt sich der Noch-Student auf den Beigeordnetensessel, dann muß er seinen Platz als
Nordhäuser Stadtratsmitglied räumen und in den Stadtrat "würde wieder mehr Sachlichkeit
einziehen", raunt man in der CDU. Noch soll Jendricke allerdings kleine "Auslaufprobleme" mit
seinem Studium in Göttingen haben. Oder kommt ihm in seiner kommunalpolitischen Karriere doch
noch ein Kandidat aus dem Südharzrevier in die Quere?
Nun aber zur PDS. Da ist die Kandidatenkür nicht beendet. Favoriten sind Loni Grünwald und Klaus
Gorges. Beide gehören unterschiedlichen Strömungen innerhalb der PDS-Kreistagsfraktion an. Da
stehen den demokratischen Sozialisten wohl noch einige Grabenkämpfe ins Haus, auch in der
Sommerpause werden die Messer gewetzt. So klar sind die Fronten wie vor einem Jahr in der
Fraktion nicht, mit neuen Leuten nach der Kommunalwahl kam auch frischer Wind.
Sicher ist hingegen, daß die Vorschläge aus den Fraktionen der SPD und PDS von der jeweils
anderen Fraktion im Vorfeld akzeptiert werden.
Was wird aber aus Uebner und Goutier? Ein Zurücksetzen auf die Ebene der Amtsleiter dürfte auch
nicht so ohne weiteres machbar sein, da der Kreistag über die Besetzung dieser Stellen befindet.
Chancen dürfte da eventuell Günther Uebner haben. Für Günter Goutier sieht es schlechter aus, er
kann sich, so sagen CDU-Vertraute, nicht mal der gesamten Stimmen aus der
christdemokratischen Kreistagsfraktion sicher sein.
Autor: psg

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