Lernen für die Alten
Montag, 11. Oktober 2004, 14:52 Uhr
Lernen für die Alten (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). In Zeiten der Überalterung der Bevölkerung kommt heute mehr denn je der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung der in der Altenhilfe beschäftigten Personen eine besondere Bedeutung zu. Nachsitzen ist deshalb für Mitarbeiter von Pflegeheimen und ambulanten Diensten regelmäßig angesagt.Dies haben auch die Seniorenheime, die Tages- und Kurzzeitpflege sowie die ambulanten Dienste des JugendSozialwerks, der Diakonie und der Diakonie West erkannt und schulen ihre Mitarbeiter aus diesem Grund regelmäßig. Vor ein paar Tagen fand zum Beispiel im Nordhäuser Seniorenheim St. Jakob-Haus ein von der Fröbelakademie Deutschland organisiertes Fachseminar zum Thema Recht in der Pflege statt. Teilnehmer waren vor allem die hauptamtlichen Mitarbeiter der oben genannten Einrichtungen sowie deren Leiter.
Als Referent konnte der Göttinger Rechtsanwalt und Fachhochschuldozent Prof. Dr. Thomas Weiß gewonnen werden. Er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet des Pflegerechts und veröffentlicht unter anderem regelmäßig Artikel zu diesem Thema in der Zeitschrift Altenpflege. Die fachspezifische Weiterbildung und Qualifizierung unserer Mitarbeiter ist für uns sehr wichtig, erklärte Frank Gerstenberger, Pflegedienstleiter des St. Jakob-Hauses. Wir arbeiten auf einem Gebiet, in dem es ständig Neuerungen gibt, vor allem was die rechtlichen Regelungen betrifft. Das Seminar hat wesentlich dazu beigetragen, uns theoretisch und praktisch mit den aktuellen Gesetzen und Verordnungen in der Altenhilfe vertraut zu machen, so Frank Gerstenberger weiter.
Doch nicht nur bei den hauptamtlich Beschäftigten wird auf ein hohes Qualifikationsniveau geachtet. Seit einigen Jahren gibt es auch Weiterbildungskurse für pflegerische Hilfskräfte wie Zivildienstleistende und Helfende im freiwilligen sozialen Jahr. In diesem Jahr ließen sich 33 junge Hilfskräfte in die allgemeinen und speziellen Aufgaben der stationären Altenpflege einweisen. Als Referenten fungierten in diesem, wie auch in den vergangenen Jahren, die Pflegedienstleiter und –leiterinnen aus den Altenhilfeeinrichtungen des JugendSozialwerks, der Diakonie und der Diakonie West.
Wir möchten den jungen Menschen ein grundlegendes Verständnis für die ethischen und moralischen Werte in der Altenhilfe vermitteln, erklärte Katharina Agel, Pflegedienstleiterin im St. Marien-Hospital Bleicherode. Besondere Schwerpunkte des Seminars im September waren die Dekubitus-Prophylaxe, Grundlagen der Kommunikation mit den Bewohnern sowie die rechtlichen Grundlagen der Altenhilfe., so die Leiterin weiter. Man wolle den jungen Helfern aber vor allem auch durch viele praktische Erprobungen die Angst vor dem Umgang mit den älteren Menschen nehmen. Eigens zu diesem Zweck wurde eine Pflegepuppe angeschafft, an der spezielle Übungen zur Körperpflege und Hygiene realitätsnah ausprobiert werden können.
