nnz-online
nnz auf Spurensuche

Liegt genau hier ein Nazischatz?

Donnerstag, 03. August 2017, 15:11 Uhr
Bernsteinzimmer, Nazischatz - was gibt es nicht alles für Mythen, die sich um den Kohnstein ranken. Dabei wurde vor allem die Seite in Richtung Nordhausen beleuchtet. Was aber, wenn "Dinge" auf der anderen Seite des Kohnsteins eingelagert wurden? Wir waren mit Tim Schäfer unterwegs...

Möglicher Eingang (Foto: nnz) Möglicher Eingang (Foto: nnz) Könnte das der Teil eines Mundloches sein, das in eine Kammer des Projektes B12 führt?

Genau für diesen Ort bei Woffleben gibt es Hinweise und sogar Zeitzeugenaussagen. Demnach könnten im ehemaligen Nazi Großbauvorhaben B12 zwischen Niedersachswerfen und Woffleben durch die SS Einlagerungen erfolgt sein. Ein Augenzeuge, Herr Diederich aus Woffleben, berichtete Details dazu. Ebenso wies ein ehemaliger Häftling des KZ Mittelbau-Dora, Jean Huwaert, auf B12 hin.

"Der Belgier Jean Huwaert wurde im Jahre 1922 in Brüssel geboren. Als politischer
Gefangener Nr. 49.219 kam er am 8. Mai nach Buchenwald und im Juni 1944 nach Dora. Dort hatte er ein typisches Schicksal und war auch an B12 eingesetzt. Er beschrieb auch, dass die SS 1945 LKW-weise Kisten in die Stollen dieser Anlage verbringen hat lassen. Was darin gewesen sein könnte, ist nicht bekannt", erzählt Schäfer.

Damals war das B12 Bauvorhaben sogar mit mehreren Schienenzufahrten erschlossen. B12 war ein Bauvorhaben, das sehr groß ausgebaut, im Vergleich zum Mittelwerk, die Ausmaße um das Dreifache übertreffen sollte! Etliche Teile davon wurden bis Kriegsende geschaffen, unter massivem und unmenschlichem Häftlingseinsatz. Hier sollten offenbar Fertigungen des Jägerstabes, der SS, der Junkerswerke, zur Taifun Rakete (Flugabwehrrakete) „bombensicher“ in Stollenkammern produziert werden.

Tim Schäfer schlussfolgert: "Die B12 Anlage eignete sich aufgrund der vielen Kammern und Stollen sowie des Charakters einer Großbaustelle ganz offensichtlich gut zu Einlagerungszwecken. Aufgrund der Randlage im Hinblick auf Mittel- und Nordwerke wie auch dem KZ Mittelbau-Dora selbst, war hier ja eine vergleichsweise fast unbemerkte Einlagerung gut möglich.

Blick auf eine ehemals verschüttete Straße (Foto: nnz) Blick auf eine ehemals verschüttete Straße (Foto: nnz) Blick auf eine mögliche Stollenzufahrtsstraße, auf die Bauer Diederich 1945 von seiner benachbarten Wiese aus blicken konnte.

Zuletzt gab es wieder Berichte zu „Schätzen“ am Kohnstein, diese sollen nach B III gegangen sein. Aber es gibt auch einen Bericht, wonach B III eine falsche Deutung ist. Eine Verwechslung aufgrund eines russischen Berichts, das könnte ein weiteres Indiz auf B 12 sein.

Mit Kriegsende wurde B 12 verschlossen und liegt im Dornröschenschlaf. Die Frage ist, wenn es stimmt, was liegt womöglich noch in B12? Etwa Teile des Bernsteinzimmers oder Kisten des Märkischen Museums oder einfach nur mittlerweile verfaulte SS Naziakten?
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de