nnz-online

Vision und Realität

Donnerstag, 07. Oktober 2004, 11:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Pferdemarkt in Nordhausen soll einmal richtig schön werden. Dort, wo jetzt das häßliche Gebäude der ehemaligen Polizeidirektion steht, dort soll irgendwann mal ein „Einkaufserlebnis“ zum Shoppen einladen. Irgendwann einmal könnte dieser Traum Realität werden.


Vision Es war Anfang März des vergangenen Jahres, da wurde im Nordhäuser Stadtrat der Beschluß gefaßt, die Entwicklung dieses Terrains einem Investor zu überlassen, der schon für die Südharz-Galerie verantwortlich zeichnete. Und unmittelbar nach dem Beschluß des Stadtrates tönten aus dem Rat und aus der Verwaltung einige futuristische Visionen des Bauablaufs. Da sollte sogar während der Zeit der Landesgartenschau mit dem Abriß des Polizeigebäudes und der Wohnungen von SWG und WBG begonnen werden. Einige Stadträte nickten anerkennend, andere schwiegen lieber, wiederum andere machten sich Gedanken und wurden kritischer. Auch im Oktober vergangenen Jahres.

Von einem Kaufhaus am Pferdemarkt sei ja schon lange keine Rede mehr, meinte da Volker Fütterer (SPD), er habe da so ein ungutes Gefühl im Bauch, das da, wo jetzt noch das ehemalige Polizeigebäude steht, nichts „Besonderes“ wachsen werde. Eigentlich, so seine Vorstellungen, sollte ja was Besonderes entstehen. Jetzt habe er sogar was von einer Flachdach-Variante gehört. Das war vor exakt einem Jahr.

Das Jahr ist vergangen, doch richtig passiert ist nicht viel. Das Polizeigebäude steht vor sich rum, einige Wohnungen zwischen dem Polizeigebäude und der Kreissparkasse sind leergezogen, einige noch bewohnt. Kaufverträge mit den Wohnungsbauunternehmen wurden bislang nicht abgeschlossen. Bei der WBG spricht man nicht inakzeptablen Angeboten, wenn Kaufverträge überhaupt abgeschlossen werden, dann nur mit der Stadt Nordhausen im Boot. Ob das Liegenschaftsmanagement der Oberfinanzidirektion schon verkauft hat, steht ebenfalls in den Sternen.

Nach Informationen der nnz sollte eine Grundstücksgesellschaft gegründet werden. Darin könnten der Investor, die Stadt, die SWG und die WBG und das Liegenschaftsmanagement ihre Anteile haben. Vorteil: Alles könnte unter einem Dach geklärt werden, weil diese Gesellschaft dann Eigentümer des gesamten Areals wäre. Doch derzeit wird überhaupt nichts geklärt. Nicht mal die Zufahrt zum künftigen Parkhaus. Die soll, so die Planungen des Investors, vom Kornmarktkreisel abgehen. Das allerdings sehen Verkehrsexperten mit mehr als gemischten Gefühlen. Dieser Kreisel sei in der Rush-Hour schon jetzt die blanke Zumutung, was soll erst passieren, wenn es mit der Parkhaus-Einfahrt mal nicht so klappt, oder der „Coin-Ausspuck-Automat“ an der Einfahrt „klemmt“? Es gibt außer einem Megastau noch ein anderes Hindernis: Die Kreissparkasse. Über deren Grundstück – wenn auch nur zum Teil – soll die Zufahrt führen. Das aber lehnen die Banker am Kornmarkt kategorisch ab und verweisen auf sinnvollere Anbindungen.

Vision und Realität (Foto: nnz) Vision und Realität (Foto: nnz) Muß also nun umgeplant werden? Vielleicht die Einfahrt ins Parkhaus über den Pferdemarkt führen? Der Bereich sollte doch aber Fußgängerbereich werden? Es gibt mehr Fragen als Antworten. Antworten hätte man aber liebendgern im Rathaus. Und so sagte Bauderzenent Dietrich Beyse (CDU), daß man den Investor in Bad Hersfeld noch mal angeschrieben habe. Er soll der Stadt Nordhausen detailiert seine Zeitplanung vorlegen, noch in diesem Monat soll es weitere Gespräche geben. Dabei soll auch die Verkehrsführung geklärt werden. Befragt man Beyse nach dem Beginn des Abrisses, dann legt er sich auf das Frühjahr fest, wohl gemerkt auf das im kommenden Jahr.

Schön sieht das Areal am Pferdemarkt aber wirklich nicht mehr aus. Vielleicht läßt sich ja ein kleiner Park anlegen, vielleicht wird aber im nächsten Jahr auch mit einem anderen Investor geplant. Erinnern wir uns, im März vergangenen Jahres hatten die Nordhäuser Stadträte die Wahl zwischen zwei Anbietern.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de