Der richtige Umgang
Mittwoch, 06. Oktober 2004, 09:03 Uhr
Der richtige Umgang (Foto: nnz)
Nordhausen/Bleicherode (nnz). Rund um Liebe und Sexualität sowie um Aids dreht sich in diesen Tagen eine Aktion in Nordhausen und Bleicherode. Und dabei sollen Jugendliche nicht nur darüber informiert werden, wie mit einem Kondom umgegangen wird …Mitmach-Parcours zu Aids hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ihre Aktion in diesem Jahr genannt. Seit gestern ist das BzgA-Them in Nordhausen im Jugendklubhaus, morgen geht es für zwei Tage an das Bleicheröder Gymnasium. Neuste Studien der BZgA zeigen, immer noch gibt es bei Jugendlichen, wenn es um Wissen zu HIV und Aids geht, deutliche Lücken. So glauben 20% der Mädchen unter 20 Jahren am äußeren Erscheinungsbild erkennen zu können, ob jemand HIV-positiv ist, in der Gesamtbevölkerung teilen diesen Glauben immerhin noch 15%.
Trotz dieses etwas besseren Wissenstandes zu HIV/Aids der Gesamtbevölkerung gegenüber der Jugend gibt es auch hier noch gravierende Fehleinschätzungen. So sind 25% der Bundesbürger der Auffassung, dass eine Weitergabe der HIV-Infektion erst nach Ausbruch von Aids möglich ist. Ein gefährlicher Irrtum, da HIV sofort nach der Infektion weitergeben werden kann. Insgesamt schätzen nur noch 35% der Bundesbürger Aids als eine der gefährlichsten Krankheiten ein, obwohl Aids trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten weiterhin tödlich und unheilbar ist.
Auch zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes, dass es immer noch Defizite im Bereich der Empfängnisverhütung gibt. So verdoppelte sich (+108%) von 1996 bis 2002 die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei den unter 15-jährigen Mädchen. Bei den 18-15-jährigen Mädchen nahmen die Abbrüche um rund das anderthalbfache (+58%) zu . Die Zahl der ausgetragenen Schwangerschaften erhöhte sich um 7%.
Der Mitmach-Parcours besteht aus folgenden Stationen:
Übertragungswege von HIV
Auf einem Spielplan sind verschiedene Situationen (max. 16) anhand von lustigen Piktogrammen dargestellt. Die Auswahl richtet sich nach der Zielgruppe. Die Teilnehmer schätzen das jeweilige Ansteckungsrisiko durch verschiedenfarbige Würfel ein (rot = hohes Risiko, gelb = geringes Risiko, grün = kein Risiko). Anschließend erläutert der Moderator die Bedingungen einer HIV-Infektion und wertet die Würfeleinstellungen gemeinsam mit den Teilnehmern aus.
Liebe, Sexualität und Schutz vor HIV
Anhand eines Glücksrades lösen die Teilnehmer Fragen und Aufgaben, in denen es um ihre persönliche Einstellung zum Schutz vor HIV und den Umgang mit HIV in der Partnerschaft geht. Durch zielgruppenspezifische Moderation werden die Teilnehmer für Ansteckungsrisiken sensibilisiert und zu einem eigenverantwortlichem Schutzverhalten motiviert.
Verhütung ungewollter Schwangerschaften, STD und HIV
An dieser Station werden verschiedene Verhütungsmittel identifiziert und deren Anwendungen besprochen. Die Teilnehmer überprüfen ihre Kenntnisse und setzen sich mit den Vor- und Nach-teilen der einzelnen Verhütungsmittel auseinander. Gleichzeitig werden Informationen vermittelt, welche Verhütungsmittel sowohl vor Schwangerschaft als auch einer HIV-Infektion schützen.
Körpersprache zur Sexualität
An dieser Station geht es darum, Gefühle und Situationen aus den Bereichen Liebe, Partnerschaft und Sexualität körpersprachlich auszudrücken. Auf Puzzlesteinen werden Szenen und Begriffe vorgegeben, die die Teilnehmer pantomimisch darstellen und in der Gruppe erraten werden sollen. Anschließend werden die Puzzlesteine zu einem Bild zusammengesetzt.
Leben mit HIV / Aids
Die Teilnehmer setzen sich hier mit psychosozialen, rechtlichen und medizinischen Aspekten der HIV-Infektion und deren konkreten Auswirkungen auf das Leben Betroffener auseinander. Aus-gehend von einer fiktiven Person, die ein positives Testergebnis bekommen hat, entwickeln sie selbst eine Geschichte, in der sie beschreiben, wie sie sich das Leben eines Menschen mit HIV vorstellen und überprüfen dabei ihren eigenen (Vor-) Urteile und Einstellungen.
