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nnz-Interview: Matthias Jendricke (SPD)

Sonntag, 12. August 2001, 16:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Montag wird sich der Ältestenrat des Kreistages mit der Vorbereitung der Wahl der beiden Beigeordneten für den Landkreis Nordhausen beschäftigen. Landrat Claus will dabei die Mitglieder des Ältestenrates über seine Vorschläge für die Beigeordneten informieren. Matthias Jendricke (SPD) gilt als Favorit für die Wahl des 1. Beigeordneten. nnz hat sich mit ihm unterhalten:


nnz: Wie sehen Sie ihre Chancen bei der Wahl am 21. August im Kreistag?

Jendricke: Ich gehe davon aus, dass mich der Kreistag zum 1. Beigeordneten wählen wird. Sicherlich gibt es fast täglich neue Gerüchte, was den Verlauf der Wahl betrifft, aber nach einem Jahr Auseinandersetzung mit dieser Sache beunruhigt mich so schnell nichts mehr.


nnz: Und wie wird es mit den Stimmen der PDS aussehen?

Jendricke: Die PDS war für die SPD in der laufenden Kreistagsperiode immer ein verlässlicher Partner. Ich habe die Unterstützung der PDS im letzten Jahr ja schon einmal bekommen und habe den Mitgliedern dieser Fraktion zu danken, dass man mich auch in den darauf folgenden schwierigen Auseinandersetzungen nicht im Stich gelassen hat.


nnz: Wie steht es um die anderen Bewerber aus den Reihen der SPD?

Jendricke: Sie meinen sicher die Kandidatur von Winfried Theuerkauf und Hubert Rein. Denn außer diesen Namen gibt es, glaube ich, sogar noch weitere Bewerber mit SPD-Parteibuch. Aber dies ist ja auch völlig normal, denn auf die öffentliche Ausschreibung konnte sich ja jeder bewerben und muß dafür nicht die Partei fragen. Die Kandidatur von Winfried Theuerkauf war jedenfalls mit mir und der Fraktion abgesprochen. Wir wollten immer noch einen zweiten Bewerber haben, falls ich zum Beispiel erkranken würde.


nnz: Und wenn Herr Theuerkauf nun vom Landrat vorgeschlagen würde?

Jendricke: Der Versuch von CDU und Landrat, einen Streit in unseren Reihen zu organisieren, wird nicht gelingen. Aus dem Wahldebakel von 1994 hat die SPD gelernt und wir haben für alle Situationen klare Absprachen getroffen.


nnz: Im letzten Jahr folgte nach ihrer Wahl die Wahlanfechtung. Kann es dazu wieder kommen?

Jendricke: Nach der Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht nicht. Seit Frühjahr habe ich meinen betriebswirtschaftlichen Diplom-Abschluss der Universität Göttingen mit einer zusätzlichen Spezialisierung für den öffentlichen Bereich in der Tasche. Das wurde sowohl vom Gericht als auch vom Landesverwaltungsamt als gute Qualifikation für das Amt eines Beigeordneten angesehen. Zudem wurde meine Zeit im Stadtrat und Kreistag als Berufserfahrung gewertet, weil es sich um eine Verwaltungstätigkeit handelt.


nnz: Und was wäre mit einer Konkurrentenklage eines unterlegenen Bewerbers?

Jendricke: Es handelt sich hier ja um eine Position eines Wahlbeamten und keine Stelle eines Laufbahnbeamten, da kann man sich nicht einfach reinklagen. Diese Klagen hatten bisher in diesen Fällen keinen Erfolg. Auch dieser Fall wurde im übrigen vor dem Oberverwaltungsgericht besprochen.

nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnz

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