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Abriß-Pause angekündigt

Donnerstag, 30. September 2004, 12:38 Uhr
Nordhausen (nnz). In dieser Woche traf sich in Nordhausen-Ost der dortige Bürgerbeirat. Dabei wurden dessen Mitglieder auch über die weiteren Vorhaben in diesem Stadtgebiet informiert. Einzelheiten mit dem bekannten Klick.

Abriß-Pause angekündigt (Foto: nnz) Abriß-Pause angekündigt (Foto: nnz)

Nach dem Abriss des Acht-Geschossers in der Karl-Meyer-Straße und dem Abschluss der Sanierung der Konrad-Fromann-Straße 37 – 47 wird die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) für die kommenden 2 bis 3 Jahre keine neuen Projekte in Nordhausen-Ost in Angriff nehmen. Das sagte SWG-Geschäftsführerein Carola Franke beim Treffen des Bürgerbeirates des Stadtteils Nordhausen-Ost. Diese Zeit werde man nutzen, um den Wohnungsmarkt nach Abriss und Neugestaltung zu analysieren. „Wir wollen sehen, wie die Menschen die Sanierungen annehmen“, so Frau Franke. Ihrer Meinung nach werde Nordhausen-Ost durch die Abrisse an Attraktivität gewinnen, weil damit neue Freiräume entstünden, die große Wohndichte im Stadtteil entspannt werde: „Abriss muss also kein Makel sein.“

Für die Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen sagte deren Geschäftsführer Hans-Werner Grimm, dass voraussichtlich im kommenden Frühjahr sämtliche genossenschaftseigene Häuser mit insgesamt 200 Wohnungen in der Straße am Rossmannsbach abgerissen würden – die Zustimmung des Nordhäuser Stadtrates vorausgesetzt. Sein Unternehmen habe inzwischen die Sanierung in der Fromannstraße 1 – 4 abgeschlossen, in den Wohnungen der Fromannstraße 5 – 10 werde für jeden Aufgang ein Fahrstuhl installiert. Aktuell verfülle man die Baugrube des Abriss-Hauses in der Karl-Meyer-Straße. Dort werde eine Grünfläche entstehen.

Auf Nachfrage der Bürger sagte Nordhausens Baudezernent Dietrich Beyse, dass das Gebäude der ehemalige Gaststätte „La Vie“ nicht in die aktuellen Abrisse mit einbezogen werden konnte. Das Objekt befinde sich in Privathand, der Eigentümer habe einen Abriss ausgeschlossen und sei nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit potentiellen Nutzern. Die Stadt habe beim Eigentumswechsel des Gebäudes auch keinen Einfluss gehabt, da der Verkauf durch die Treuhand vorgenommen worden sei. Auch bei Handhabung des Polizei- und Ordnungsrechts könne die Stadt keinen wirklich wesentlichen Einfluss auf den Eigentümer zur Verschönerung des Gebäudes nehmen.

Auf eine entsprechende Bemerkung eines Bürger mit Blick auf die Hartz-IV-Gesetze und die dortigen Regelungen zur Wohnungsgröße versicherte Beyse, „dass es in Nordhausen immer ausreichend – und in allen Quartieren der Stadt – preiswerten Wohnraum gibt und geben wird, der auch eine ansprechende Qualität hat.“ Auf den Vorschlag eines Bürgers, große Plattenbauten doch nicht komplett abzureißen, sondern nur teilweise zurückzubauen, um den Häusern eine neue und ansprechende Form zu geben, sagte Beyse, diese Art der Neugestaltung verursache erhebliche Zusatzkosten. Zwar gebe es erfolgreiche Modelle zum Beispiel in Leinefelde, doch dort seien erhebliche Fördermittel geflossen.

Angesprochen auf den reparaturbedürftigen Zustand des Bürgersteiges unter dem Pappelweg sagte Beyse, dass seine Neugestaltung – wie im Rahmenplan des Nordhäuser Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehen – zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn mache: „Die Wurzeln der Bäume würden auch bei einem neuen Weg die Platten wieder nach oben drücken.“ Man werde sowieso – mit Blick auf die möglicherweise nicht mehr vorhandene Standsicherheit der Pappeln – deren Zustand mit einem Spezialgerät überprüfen müssen. Sollten Fällungen bzw. Neupflanzungen nötig sein, werde man die Erneuerung des Weges mit einplanen.

Mit Abriss, Modernisierung und Freiflächengestaltung in Nordhausen Ost, die sich im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes bewegten, sei in diesem Stadtteil – nach dem Zentrum – das meiste investiert, verändert und neugestaltet worden, so Beyse. „Und das wird sich mit einer besseren Wohnqualität auch auszahlen.“
Autor: nnz

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