FÜR DIE KLEINEN VÖGEL WAR ES GESTERN EINE MAMMUTANSTENGUNG:
Der lange Marsch der Schwanenküken
Freitag, 07. Juli 2017, 10:24 Uhr
Kleine Sensation am Wiesenteich überschrieb die nnz kürzlich einen Beitrag. Ein Schwanenpaar hatte sich auf dem Gewässer bei Steinsee niedergelassen und fünf Nachkommen zur Welt gebracht. Ein Nordhäuser Naturfreund wollte sich die tierische Familie ansehen...
Der lange Marsch der Schwanenküken (Foto: Marco Grosser)
Nach einem langen und anstrengenden Fußmarsch kam die Schwanenfamilie in Liebenrode an. Vergnügt gründeln die zwei verbliebenen Küken im Wasser neben ihren Eltern.
Steinsee/Liebenrode. Da musst du wieder mal hin, sagte sich gestern ein Naturfreund, der diese Gegend gut kennt. Gemütlich auf einer Bank am Ufer des Teiches sitzend, blickte er vergeblich in die Runde. Über einen kleinen Steg gelangte er in ein angrenzendes Gewässer. Auch hier kein Schwan weit und breit. Nur ein Fischreiher schreckte laut schreiend auf, während zwei Bleßrallen auf dem Wasser ihre Runden zogen.
Nach einer Stunde Wartezeit erblickte der aufmerksame Beobachter einen Angler. Der müsste doch was über den Verbleib der Schwäne wissen. Lothar Köhler aus Liebenrode wusste es: Die machten sich heute Vormittag auf den langen Marsch nach Liebenrode. Fahren sie in das Dorf und blicken sich bei unseren Fischaufzuchtsteich um. Die Familie müsste dort angekommen sein, klärte er auf.
Voller Erwartung ging es in den kleinen Ort. Besagtes Gewässer liegt außerhalb des Dorfes Richtung Klettenberg. Tatsächlich befanden sich auf diesem Teich die stattlichen Vögel. Zwei kleine Küken gründelten im Wasser neben ihren Eltern. Wo aber waren die anderen drei Geschwister? Fielen sie Füchsen, Waschbären, frei laufenden Hunden zum Opfer? Oder gar den Nilgänsen? Für Lothar Köhler war das eine Vermutung.
Die Schwanenfamilie (Foto: Kurt Frank)
Peter Hagedorn aus Liebenrode sieht jeden Tag nach der Schwanenfamilie und hofft, dass sie im Ort bleibt und hier die Jungen groß werden.
Peter Hagedorn verneinte das. Ihn traf der Nordhäuser am Fischaufzuchtsteich in Liebenrode. Nilgänse können es nach seiner Meinung nicht gewesen sein. Ihre Brut am Wiesenteich sei schon flügge gewesen. Mit den Altvögeln hätten sie bereits den Teich verlassen, bevor die Schwanenküken schlüpften, erklärte er. Wer war dann der Killer? Darüber wird viel gerätselt.
Ein Unding ist, dass viele Menschen, die aus nah und fern die Idylle um Steinsee und den Wiesenteich besuchen, oft mit ihren Vierbeinern kommen. Die lassen sie frei herumlaufen. Zulässig ist das nicht. Sie sind an der Leine zu führen. So steht es auf einem Baumschild direkt am Teich.
Lothar Köhler machte gestern erst einen Besucher, der gleich zwei frei herumlaufende Hunde als Begleitung mit sich führte, darauf aufmerksam. Der Mann war einsichtig, was nicht immer so sei. Die Hunde stürzen sich in das Wasser, andere verbellen lautstark Vögel, die sich auf dem Wasser befinden. Das sei ruhestörend und Stress für das Wassergeflügel.
Waren Hunde die Mörder der kleinen Schwäne? Oder war es ein kapitaler Hecht. Uwe Böttcher, der Pferdeflüsterer von der Ranch gegenüber, hat einen solchen aus dem Wiesenteich geangelt. Möglich wäre es. Beobachtet wurde, dass von den winzigen Bleßrallenküken plötzlich einige fehlten. Das Verschwinden von drei kleinen Schwänen bleibt wohl ein Geheimnis. Auch, was die Elterntiere bewog, den Wiesenteich zu verlassen und einen fast drei Kilometern langen Fußmarsch anzutreten. 13 Tage nach dem Schlüpfen ihrer Jungen.
Für die kleinen Vögel sei es eine gewaltige Mammutanstrengung gewesen, bei dieser Gluthitze eine solche Strecke zu bewältigen, meint Peter Hagedorn. Zum Glück werde die Straße zwischen Steinsee und Liebenrode nur spärlich befahren. Autofahrer hielten an, um die Szene als Bild zu verewigen. Unterwegs, hat Hagedorn beobachtet, der den Marsch ein Stück des Weges schützend begleitete, mussten die Küken mehrmals rasten. Erschöpft kamen sie in ihr neues Domizil an. Für sie war es ein gewaltiger Kraftakt.
Peter Hagedorn (Foto: Kurt Frank)
Die Altvögel, erzählt Peter Hagedorn, hätten sich im Frühjahr zuerst auf dem Fischaufzuchtsteich in Liebenrode eingefunden. Später aber den Wiesenteich bei Steinsee bevorzugt, wo sie auch brüteten. Zwischenzeitlich habe das Schwanenmännchen immer mal wieder das Gewässer in Liebenrode besucht. Die Teiche in Steinsee seien aber viel weitläufiger, Uferbereiche flacher. Hagedorn, der jeden Tag nach ihnen sieht, hofft, dass die Familie im Ort bleibt, der Nachwuchs hier groß wird.
Kurt Frank
Autor: red
Der lange Marsch der Schwanenküken (Foto: Marco Grosser)
Nach einem langen und anstrengenden Fußmarsch kam die Schwanenfamilie in Liebenrode an. Vergnügt gründeln die zwei verbliebenen Küken im Wasser neben ihren Eltern.
Steinsee/Liebenrode. Da musst du wieder mal hin, sagte sich gestern ein Naturfreund, der diese Gegend gut kennt. Gemütlich auf einer Bank am Ufer des Teiches sitzend, blickte er vergeblich in die Runde. Über einen kleinen Steg gelangte er in ein angrenzendes Gewässer. Auch hier kein Schwan weit und breit. Nur ein Fischreiher schreckte laut schreiend auf, während zwei Bleßrallen auf dem Wasser ihre Runden zogen.
Nach einer Stunde Wartezeit erblickte der aufmerksame Beobachter einen Angler. Der müsste doch was über den Verbleib der Schwäne wissen. Lothar Köhler aus Liebenrode wusste es: Die machten sich heute Vormittag auf den langen Marsch nach Liebenrode. Fahren sie in das Dorf und blicken sich bei unseren Fischaufzuchtsteich um. Die Familie müsste dort angekommen sein, klärte er auf.
Voller Erwartung ging es in den kleinen Ort. Besagtes Gewässer liegt außerhalb des Dorfes Richtung Klettenberg. Tatsächlich befanden sich auf diesem Teich die stattlichen Vögel. Zwei kleine Küken gründelten im Wasser neben ihren Eltern. Wo aber waren die anderen drei Geschwister? Fielen sie Füchsen, Waschbären, frei laufenden Hunden zum Opfer? Oder gar den Nilgänsen? Für Lothar Köhler war das eine Vermutung.
Die Schwanenfamilie (Foto: Kurt Frank)
Peter Hagedorn aus Liebenrode sieht jeden Tag nach der Schwanenfamilie und hofft, dass sie im Ort bleibt und hier die Jungen groß werden.
Peter Hagedorn verneinte das. Ihn traf der Nordhäuser am Fischaufzuchtsteich in Liebenrode. Nilgänse können es nach seiner Meinung nicht gewesen sein. Ihre Brut am Wiesenteich sei schon flügge gewesen. Mit den Altvögeln hätten sie bereits den Teich verlassen, bevor die Schwanenküken schlüpften, erklärte er. Wer war dann der Killer? Darüber wird viel gerätselt.
Ein Unding ist, dass viele Menschen, die aus nah und fern die Idylle um Steinsee und den Wiesenteich besuchen, oft mit ihren Vierbeinern kommen. Die lassen sie frei herumlaufen. Zulässig ist das nicht. Sie sind an der Leine zu führen. So steht es auf einem Baumschild direkt am Teich.
Lothar Köhler machte gestern erst einen Besucher, der gleich zwei frei herumlaufende Hunde als Begleitung mit sich führte, darauf aufmerksam. Der Mann war einsichtig, was nicht immer so sei. Die Hunde stürzen sich in das Wasser, andere verbellen lautstark Vögel, die sich auf dem Wasser befinden. Das sei ruhestörend und Stress für das Wassergeflügel.
Waren Hunde die Mörder der kleinen Schwäne? Oder war es ein kapitaler Hecht. Uwe Böttcher, der Pferdeflüsterer von der Ranch gegenüber, hat einen solchen aus dem Wiesenteich geangelt. Möglich wäre es. Beobachtet wurde, dass von den winzigen Bleßrallenküken plötzlich einige fehlten. Das Verschwinden von drei kleinen Schwänen bleibt wohl ein Geheimnis. Auch, was die Elterntiere bewog, den Wiesenteich zu verlassen und einen fast drei Kilometern langen Fußmarsch anzutreten. 13 Tage nach dem Schlüpfen ihrer Jungen.
Für die kleinen Vögel sei es eine gewaltige Mammutanstrengung gewesen, bei dieser Gluthitze eine solche Strecke zu bewältigen, meint Peter Hagedorn. Zum Glück werde die Straße zwischen Steinsee und Liebenrode nur spärlich befahren. Autofahrer hielten an, um die Szene als Bild zu verewigen. Unterwegs, hat Hagedorn beobachtet, der den Marsch ein Stück des Weges schützend begleitete, mussten die Küken mehrmals rasten. Erschöpft kamen sie in ihr neues Domizil an. Für sie war es ein gewaltiger Kraftakt.
Peter Hagedorn (Foto: Kurt Frank)
Die Altvögel, erzählt Peter Hagedorn, hätten sich im Frühjahr zuerst auf dem Fischaufzuchtsteich in Liebenrode eingefunden. Später aber den Wiesenteich bei Steinsee bevorzugt, wo sie auch brüteten. Zwischenzeitlich habe das Schwanenmännchen immer mal wieder das Gewässer in Liebenrode besucht. Die Teiche in Steinsee seien aber viel weitläufiger, Uferbereiche flacher. Hagedorn, der jeden Tag nach ihnen sieht, hofft, dass die Familie im Ort bleibt, der Nachwuchs hier groß wird.
Kurt Frank
