Historienspektakel auf der Ruine Hohnstein
Burg in Flammen
Mittwoch, 05. Juli 2017, 20:00 Uhr
Seit 390 Jahren ist sie nun schon eine Ruine und erst in den letzten Jahren ist wieder Leben auf die Burg Hohnstein zurückgekehrt. Ein ordentliches Spectaculum werden die alten Mauern demnächst wieder erleben. Zu "Burg in Flammen" wird dem letzten Tag der Festung nachgespürt und die Umstände wie sie letztlich zur Ruine wurde erkundet...
Am Ende brauchte es kein Kanonendonner und kein Schlachtgeheul, nur einen Mann und ein wenig Feuer. Vor 390 Jahren, am 10. Juli 1627, brannte die herrschaftliche Burg Hohnstein, ausgebaut zum wohnlichen Renaissanceschloss, vollkommen aus.
Wer für die Missetat verantwortlich war, darüber lässt sich bis heute streiten. Waren es die einfachen Menschen aus dem Umland, die sich als "Harzschützen" einen Namen gemacht hatten und als Freischärler im großen Krieg kämpften? Oder war es der Amtmann des Hauses Stolberg in deren Besitz die Burg der unlängst ausgestorbenen Hohnsteiner lag? Wollte er die Mauern nicht seinen Gegnern überlassen? Oder fürchtete man das herannahen der Katholiken aus dem Eichsfeld? Und welche Rolle spielte die Truppen aus Großlohra?
Wer damals die Jahre rund um den Burgenbrand hoch über Neustadt als "wirr" bezeichnet hätte, der hätte untertrieben. Der Krieg, von dem noch keiner wusste das er einmal der Dreißigjährige heißen sollte, hatte sich vom böhmischen aus längst auch in den Südharz ausgebreitet, am Eichsfelder Tor, in Sichtweite der Hohnstein'schen Burg, saßen sich Protestanten und Katholiken unversöhnlich gegenüber.
So gibt es viele denkbare Szenarien und Tathergänge, allein Schuld und Unschuld werden heute juristisch nicht mehr zu klären sein. Ende der kommenden Woche, am 15.7., wird man es auf dem Hof der heutigen Burgruine Hohnstein dennoch versuchen, dann allerdings im Schauspiel nicht im Rechtsstreit. Der Hohnsteiner Mittelalterverein, die Barbarossa Music-Show und "Burgherr" Kai Prengel haben sich zusammengetan um zum Jubiläum des Brandes eine wahrhaft "feurige" Show in Szene zu setzen.
Zusammen wird man ab 17:30 Uhr für die heilige Dreifaltigkeit einer jeden Feier sorgen: Unterhaltung, Musik und Verköstigung. Die "Band of Barbarossa" sorgt zunächst für die musikalische Einstimmung und auch Gastwirt Kai Prengel wird kurz vom Spanferkel am Spieß lassen und den Dudelsack zum klingen bringen.
"Wir werden für die richtige Stimmung sorgen", sagte Gerald Michael Fähnrich vom Team der "Barbrarossa Music Show", "im Mittelpunkt soll aber das Laienschauspiel des Mittelaltervereins stehen". Die 31 Mitglieder des Vereins proben seit März an ihrer Version des tragischen Tages. Auf dem Hof der Oberburg werden ab 20:30 Uhr der stolberg'sche Amtmann, der Rädelsführer der Harzschützen und der Kommandant der Garnison der Burg Lohra, Vitzthum von Eckstett zusammen mit rund 20 weiteren Laienschauspielern die Geschehnisse noch einmal lebendig werden lassen.
Wer einen Sitzplatz möchte, sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen, die Veranstalter schätzen mit bis zu 300 Besuchern, vielleicht mehr wenn das Wetter mitspielt. Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann am Parkplatz des Neustädter Freibades auch in den Shuttlebus steigen und sich bis auf den Burghof bringen lassen.
Für das Stück habe man sich soweit als möglich auf historische Quellen gestützt, erklärte heute Margarete Polligkeit. Zusammen mit Mann Bernd gehört sie zum Hohnsteiner Mittelalterverein, der sich seit 2002 darum kümmert, dass neues Leben auf die Burg kommt und das alte Gemäuer erhalten werden kann.
Wenn der letzte Vorhang am Samstag fällt, ist die Party noch nicht vorbei. Neben weiterer musikalischer Unterhaltung wird man natürlich auch noch dem Titel des Abends gerecht werden: mit einer Feuershow durch die "Flying Fire Poi" aus Ellrich. Bis Mitternacht wird man dann das Spectaculum beim "Tavernenspiel", zu neudeutsch: der Aftershowparty, ausklingen lassen können.
Danach wird es wieder etwas ruhiger auf der Burg zu gehen. Aber hoffentlich nicht so ruhig, wie nach dem Brand. Einen Schuldigen hatte man nämlich damals gefunden, ihn sogar dazu verurteilt die Burg wieder aufzubauen, allein das Schicksal wollte es nicht. Bevor der Verurteilte seiner Strafe nachkommen konnte, verstarb er in Magdeburg bei einem Duell. Und Hohnstein fiel, für ein paar Jahrhunderte zumindest, in tiefen Schlummer.
Angelo Glashagel
Autor: redAm Ende brauchte es kein Kanonendonner und kein Schlachtgeheul, nur einen Mann und ein wenig Feuer. Vor 390 Jahren, am 10. Juli 1627, brannte die herrschaftliche Burg Hohnstein, ausgebaut zum wohnlichen Renaissanceschloss, vollkommen aus.
Wer für die Missetat verantwortlich war, darüber lässt sich bis heute streiten. Waren es die einfachen Menschen aus dem Umland, die sich als "Harzschützen" einen Namen gemacht hatten und als Freischärler im großen Krieg kämpften? Oder war es der Amtmann des Hauses Stolberg in deren Besitz die Burg der unlängst ausgestorbenen Hohnsteiner lag? Wollte er die Mauern nicht seinen Gegnern überlassen? Oder fürchtete man das herannahen der Katholiken aus dem Eichsfeld? Und welche Rolle spielte die Truppen aus Großlohra?
Wer damals die Jahre rund um den Burgenbrand hoch über Neustadt als "wirr" bezeichnet hätte, der hätte untertrieben. Der Krieg, von dem noch keiner wusste das er einmal der Dreißigjährige heißen sollte, hatte sich vom böhmischen aus längst auch in den Südharz ausgebreitet, am Eichsfelder Tor, in Sichtweite der Hohnstein'schen Burg, saßen sich Protestanten und Katholiken unversöhnlich gegenüber.
So gibt es viele denkbare Szenarien und Tathergänge, allein Schuld und Unschuld werden heute juristisch nicht mehr zu klären sein. Ende der kommenden Woche, am 15.7., wird man es auf dem Hof der heutigen Burgruine Hohnstein dennoch versuchen, dann allerdings im Schauspiel nicht im Rechtsstreit. Der Hohnsteiner Mittelalterverein, die Barbarossa Music-Show und "Burgherr" Kai Prengel haben sich zusammengetan um zum Jubiläum des Brandes eine wahrhaft "feurige" Show in Szene zu setzen.
Zusammen wird man ab 17:30 Uhr für die heilige Dreifaltigkeit einer jeden Feier sorgen: Unterhaltung, Musik und Verköstigung. Die "Band of Barbarossa" sorgt zunächst für die musikalische Einstimmung und auch Gastwirt Kai Prengel wird kurz vom Spanferkel am Spieß lassen und den Dudelsack zum klingen bringen.
"Wir werden für die richtige Stimmung sorgen", sagte Gerald Michael Fähnrich vom Team der "Barbrarossa Music Show", "im Mittelpunkt soll aber das Laienschauspiel des Mittelaltervereins stehen". Die 31 Mitglieder des Vereins proben seit März an ihrer Version des tragischen Tages. Auf dem Hof der Oberburg werden ab 20:30 Uhr der stolberg'sche Amtmann, der Rädelsführer der Harzschützen und der Kommandant der Garnison der Burg Lohra, Vitzthum von Eckstett zusammen mit rund 20 weiteren Laienschauspielern die Geschehnisse noch einmal lebendig werden lassen.
Wer einen Sitzplatz möchte, sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen, die Veranstalter schätzen mit bis zu 300 Besuchern, vielleicht mehr wenn das Wetter mitspielt. Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann am Parkplatz des Neustädter Freibades auch in den Shuttlebus steigen und sich bis auf den Burghof bringen lassen.
Für das Stück habe man sich soweit als möglich auf historische Quellen gestützt, erklärte heute Margarete Polligkeit. Zusammen mit Mann Bernd gehört sie zum Hohnsteiner Mittelalterverein, der sich seit 2002 darum kümmert, dass neues Leben auf die Burg kommt und das alte Gemäuer erhalten werden kann.
Wenn der letzte Vorhang am Samstag fällt, ist die Party noch nicht vorbei. Neben weiterer musikalischer Unterhaltung wird man natürlich auch noch dem Titel des Abends gerecht werden: mit einer Feuershow durch die "Flying Fire Poi" aus Ellrich. Bis Mitternacht wird man dann das Spectaculum beim "Tavernenspiel", zu neudeutsch: der Aftershowparty, ausklingen lassen können.
Danach wird es wieder etwas ruhiger auf der Burg zu gehen. Aber hoffentlich nicht so ruhig, wie nach dem Brand. Einen Schuldigen hatte man nämlich damals gefunden, ihn sogar dazu verurteilt die Burg wieder aufzubauen, allein das Schicksal wollte es nicht. Bevor der Verurteilte seiner Strafe nachkommen konnte, verstarb er in Magdeburg bei einem Duell. Und Hohnstein fiel, für ein paar Jahrhunderte zumindest, in tiefen Schlummer.
Angelo Glashagel


