Spurensuche nach B11 am Kohnstein (Teil 1)
Was wurde aus dem Nazi-Großprojekt?
Mittwoch, 05. Juli 2017, 09:34 Uhr
Zeigt ein Kohnsteinfoto Häftlingsstollen des geheimen Nazigroßprojektes B11? Die Frage ist nnz-Autor von Tim Schäfer nachgegangen. Lassen Sie sich auf eine spannende Zeitreise mitnehmen...
Ein Foto könnte Stollenreste des ehemaligen Untertageverlagerungsprojektes B11 aus der Zeit Nazideutschlands zeigen, das auch mit Zwangsarbeitern oder auch Häftlingen aus dem KZ Mittelbau-Dora unter massivem Druck im Kohnstein aufgebaut werden sollte.
In dem Bereich des durch das ehemalige Gipswerk Niedersachswerfen abgebauten Kohnsteinfelsens werden derzeit große Mengen von Abraum professionell verbracht, die offenbar eine Grundlage für eine Renaturierung sein sollen.
Das Gipswerk war ursprünglich ein Unternehmen des Ammoniakwerk Merseburg der BASF bei Nordhausen, die 1917 am Kohnstein, also vor 100 Jahren, in die Rechte von Vorgängerfirmen eingetreten war (Süßmilch AG, Monierbau, Maisold..). Viele Südharzer interessieren sich für den Fortgang. Überregional ist das Gebiet durch den großen Anhydrittagebau, die KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora (V-Waffenfabrik, Zwangsarbeit) und das vorhergehende WIFO Reichslager bekannt. Zuletzt kamen Schlagzeilen, weil am Kohnstein Schätze gesucht werden.
Blick vom Kohnstein aus (Foto: Richard Vogt)
Viel weniger bekannt sind andere Großprojekte wie B11. Von denen sind teilweise nur noch Überreste existent. Bemerkenswert ist ein Foto, das Richard Vogt aus Nordhausen vom Kohnstein aus gelungen ist. Dieses zeigt neben den Ablagerungen im Bereich des südlichen ehemaligen Tagebaus auch schlauchartige Abdrücke, die sich als deutliche Schatten auf der Abbildung zeigen. Rechts unten zeigt das Foto, gerahmt durch die Zufahrtswege, mindestens drei solcher gleichförmigen Abdrücke.
Tatsächlich befinden sich diese beabstandet in einem Bereich neben dem ehemaligen Grenzstollen der großen Tunnelanlagen, die hier noch ab 1944 als geheimes Großprojekt im Rahmen der Untertageverlagerung kriegswichtiger Anlagen Nazideutschlands unter höchster Priorität und massivem Zwangsarbeitseinsatz in den Berg eingelagert werden sollten. Handelt es sich um die Reste von Stollenkammern? Welchen Zweck hatten diese?
Tatsächlich war das Gelände, das zu DDR Zeiten abbaubedingt nur temporären Charakter hatte, eine Großbaustelle im Auftrag Nazideutschlands. Mit dem Code B11 unter Gesamtleitung des Büros Fricke. Dessen Ausmaße waren gigantisch. Ganze Industrieanlagen sollten hier, neben weiteren Fertigungsbereichen bombensicher untergebracht und den Endsieg in einem längst verlorenen, verbrecherischen Weltkrieg sichern. Die Industrieanlagen umfassten unter anderem eine Benzinveredelungsanlage sowie einer Sauerstoffverflüssigungsanlage. Dazu sollte eine kleine Stadt mit der Infrastruktur von Sanitätsbereichen, Kantine und Büros geschaffen werden.
Zeigt das Foto den Kammersohlen des geheimen Großprojektes B11? – wird mit Teil II fortgesetzt.
Tim Schäfer
Autor: redEin Foto könnte Stollenreste des ehemaligen Untertageverlagerungsprojektes B11 aus der Zeit Nazideutschlands zeigen, das auch mit Zwangsarbeitern oder auch Häftlingen aus dem KZ Mittelbau-Dora unter massivem Druck im Kohnstein aufgebaut werden sollte.
In dem Bereich des durch das ehemalige Gipswerk Niedersachswerfen abgebauten Kohnsteinfelsens werden derzeit große Mengen von Abraum professionell verbracht, die offenbar eine Grundlage für eine Renaturierung sein sollen.
Das Gipswerk war ursprünglich ein Unternehmen des Ammoniakwerk Merseburg der BASF bei Nordhausen, die 1917 am Kohnstein, also vor 100 Jahren, in die Rechte von Vorgängerfirmen eingetreten war (Süßmilch AG, Monierbau, Maisold..). Viele Südharzer interessieren sich für den Fortgang. Überregional ist das Gebiet durch den großen Anhydrittagebau, die KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora (V-Waffenfabrik, Zwangsarbeit) und das vorhergehende WIFO Reichslager bekannt. Zuletzt kamen Schlagzeilen, weil am Kohnstein Schätze gesucht werden.
Blick vom Kohnstein aus (Foto: Richard Vogt)
Viel weniger bekannt sind andere Großprojekte wie B11. Von denen sind teilweise nur noch Überreste existent. Bemerkenswert ist ein Foto, das Richard Vogt aus Nordhausen vom Kohnstein aus gelungen ist. Dieses zeigt neben den Ablagerungen im Bereich des südlichen ehemaligen Tagebaus auch schlauchartige Abdrücke, die sich als deutliche Schatten auf der Abbildung zeigen. Rechts unten zeigt das Foto, gerahmt durch die Zufahrtswege, mindestens drei solcher gleichförmigen Abdrücke.
Tatsächlich befinden sich diese beabstandet in einem Bereich neben dem ehemaligen Grenzstollen der großen Tunnelanlagen, die hier noch ab 1944 als geheimes Großprojekt im Rahmen der Untertageverlagerung kriegswichtiger Anlagen Nazideutschlands unter höchster Priorität und massivem Zwangsarbeitseinsatz in den Berg eingelagert werden sollten. Handelt es sich um die Reste von Stollenkammern? Welchen Zweck hatten diese?
Tatsächlich war das Gelände, das zu DDR Zeiten abbaubedingt nur temporären Charakter hatte, eine Großbaustelle im Auftrag Nazideutschlands. Mit dem Code B11 unter Gesamtleitung des Büros Fricke. Dessen Ausmaße waren gigantisch. Ganze Industrieanlagen sollten hier, neben weiteren Fertigungsbereichen bombensicher untergebracht und den Endsieg in einem längst verlorenen, verbrecherischen Weltkrieg sichern. Die Industrieanlagen umfassten unter anderem eine Benzinveredelungsanlage sowie einer Sauerstoffverflüssigungsanlage. Dazu sollte eine kleine Stadt mit der Infrastruktur von Sanitätsbereichen, Kantine und Büros geschaffen werden.
Zeigt das Foto den Kammersohlen des geheimen Großprojektes B11? – wird mit Teil II fortgesetzt.
Tim Schäfer
