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Hotel im Park Hohenrode – endgültiges Aus?

Dienstag, 04. Juli 2017, 10:23 Uhr
Nein, Dr. Wolfgang R. Pientka ist kein Verfechter von Moderne im einzig noch erhaltenen Siesmayer-Park in Deutschland und auch nicht von einem Hotel in einem solchen. ABER – er ist ein Freund von Kompromissen, und dieser Vorschlag von dem Südharz-Klinikum ist ein solcher...


Es stehen einige Fragen an, die zur Zufriedenheit aller und auch mit Blick auf die Zukunft beantwortet werden müssen! Nicht wenige sorgen sich, ob der Verein ohne die nimmermüde Streiterin Gisela Hartmann noch die Schlagkraft – und dieser Begriff ist nicht ohne Grund gewählt, wenn man das wuchernde Grün im Griff haben will – besitzen wird, die notwendig ist, um diese „Anlage von nationaler Bedeutung“ als Park in seiner (fast) ursprünglichen Schönheit zu erhalten.

Die Stiftung hat in Zeiten von Nullzinsen bzw. negativen Zinsen auch nicht das Potential, um Geld in solchen Größenordnungen zur Verfügung zu stellen, die Villa und Park bedürfen. Zum Landesamt für Denkmalpflege: Es ist richtig und notwendig, wenn es sich einschaltet und seine Bedenken anmeldet. Wieder ein neues ABER: Man hat in der Vergangenheit schon viele „Objekte“ gesehen, wo aus Sicht der Denkmalpflege diese oder jene Maßnahme nicht vorgenommen werden durfte und so vergingen die Jahre, bis der Zeitpunkt kam, wo nur noch der Abriss als einzige Möglichkeit blieb.

Wenn der Bund einen solchen Park – der einzige vom Gestalter Siesmayer, der noch in seiner ursprünglichen Anlage besteht – in den Rang „nationaler Bedeutung“ einstuft, dann sollte er auch die Mittel zur Verfügung stellen, die zur Pflege, Erneuerung und Nutzung notwendig sind – und diese nicht nur „sporadisch“, sondern dauerhaft und langfristig. Nur dann kann die Erhaltung auch für kommende Generationen gesichert werden, ohne Dritte oder Private wie in diesem Fall das Krankenhaus ins sprichwörtliche „Boot“ nehmen zu müssen.

Es ist einfach Kritik zu üben und einen solchen Vorschlag rundweg abzulehnen. Besser ist ein Kompromiss! Der Vergleich hinkt sehr, dessen bin ich mir bewusst, aber es gab zu der Umsetzung des Mammuts – auch gewissermaßen ein „Markenzeichen“ nicht nur für NORDBRAND, sondern auch für Nordhausen – in den Park des Kunsthauses ebenfalls viele „Kritiküsse“. Heute ist das „friedlich grasende Urzeitvieh“ ein Anziehungspunkt für Familien und auswärtige Besucher und die Erhaltung wird auch zukünftig durch dieses Unternehmen gesichert.

Noch einmal: Der Vorschlag ‚Kombination von Villa Kneiff und Hotel‘ ist nicht das „Non plus ultra“, aber eine gut zu überdenkende Variante mit dem Ziel: Die Fertigstellung der Villa und deren Nutzung werden zur Verfügung gestellt, der Park wird erhalten, die Öffentlichkeit wird nicht ausgesperrt (wie in Heiligendamm), ein in den Park integriertes Hotel mit hohem Niveau füllt eine Lücke für alle, die Gäste entsprechend unterbringen möchten. Und zum Schluss: Ich bin mir sicher, wenn dieser Vorschlag umgesetzt wird, finden sich auch viele Nordhäuser, die Park und Hotel für Feierlichkeiten nutzen. Auch das „Bürgerhaus“ (oder „Nicolai-Forum“) waren und sind noch umstritten, aber inzwischen preisgekrönt und kaum wegzudenken aus Nordhausen.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Ellrich

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Autor: red

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