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Samstag Nachmittag gilt’s

Dienstag, 28. September 2004, 17:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Die einen führen die Tabelle an, die anderen stehen auf einem Abstiegsplatz. Da ist doch alles klar, oder?


Nur, dass der gastgebende FSV Wacker Nordhausen die Landesklasse-Ost anführt, während die Sondershäuser Eintracht gleich zwei Ligen höher darum kämpft, die Klasse zu halten.
In Pflichtspielen um Punkte können sich die Nordthüringer Erzrivalen also frühestens in der nächsten Saison wieder begegnen, was wir im Hinblick auf die Sondershäuser Fußballer aber nicht hoffen wollen.

Der Oddset-Pokal macht es jetzt möglich, dass ein weiteres brisantes Derby in die Vereinsgeschichten eingehen wird. Am Samstag, 2. Oktober um 14.00 Uhr kommt es im Nordhäuser Albert-Kuntz-Sportpark zum brisanten Aufeinandertreffen beider Teams, die sehr unterschiedlich in die Saison gestartet sind. Während Wacker 90 in der Landesklasse Ost derzeitig Tabellenführer ist, muss sich Eintracht Sondershausen in der Fußball-Oberliga Nordost schon mühen, nicht den Anschluss ans Mittelfeld zu verlieren und frühzeitig in Abstiegsgefahr zu geraten.

Die Nordhäuser Kicker werden darauf brennen, vor heimischem Publikum den favorisierten Sondershäusern einen heißen Fight zu liefern und sie haben in dieser Partie nichts zu verlieren. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge, dürfte das nötige Selbstvertrauen vorhanden sein, voll auf Sieg zu spielen. Klar und deutlich haben sich Präsidium, Trainer und Mannschaft den Staffelsieg als Zielvorgabe und höchste Priorität für die laufende Saison gesetzt. Wenn am Samstag eine Pokalüberraschung gegen die höherklassigen Nachbarn aus der Kalistadt herausspringen sollte, um so besser.

Für die Nordthüringer Nr. 1 in Sachen Fußball ist der Gang nach Nordhausen dagegen eine prestigeträchtige Angelegenheit und alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Blamage für die Eintracht.

Beide Mannschaften haben schon denkwürdige Spiele bestritten. So reichte Sondershausen 1985 beispielsweise eine 3:0 Pausenführung im Albert Kuntz Sportpark nicht aus, um am Ende zu gewinnen. Motor Nordhausen drehte die Partie noch und gewann am Ende mit 5:3

In den letzten 40 Jahren gewann Nordhausen 11 der 24 Derbys, 5 mal ging Sondershausen als Sieger vom Platz und in 8 Partien trennten sich die Teams unentschieden.

Zu DDR-Zeiten gab es im FDGB-Pokal folgende Ergebnisse:

1964: Glückauf – Motor Nordhausen West 0:2
1966: Glückauf – Motor Nordhausen West 3:0

Es wird also höchste Zeit, Revanche zu nehmen für diese letzte Pokal-Niederlage, denn im DFB-Pokal standen sich die Nordthüringer Rivalen noch nie gegenüber. Der letzte Vergleich datiert aus dem Jahre 2001 und sah Sonderhausen als klaren 2:0 Auswärtssieger im Albert-Kuntz-Sportpark. Da ist also noch eine ältere Rechnung offen, die es zu begleichen gilt.

Von der Papierform ist die Eintracht klarer Favorit, aber ein Pokalspiel kann leicht eine unerwartete Wendung nehmen. Häufig waren dabei die Klassenunterschiede am Ende nicht mehr auszumachen. Für Spannung ist also ausreichend gesorgt, jetzt liegt es an den Fans beider Mannschaften, ein Fußballfest aus der Pokal-Begegnung zu machen.
Autor: osch

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