Lutherdenkmal für Nordhausen
Luther kommt vom Sockel
Samstag, 17. Juni 2017, 21:01 Uhr
Die große Festwoche findet mit dem morgigen Kreiskirchentag ihren Abschluss. Ein paar Highlights hatte aber auch der heutige Tag zu bieten. Unter anderem stellte der Bleicheröder Künstler Peter Genßler heute den Stand der Dinge in Sachen Lutherdenkmal dar...
Im Jahr 2010 wurde Nordhausen in den Kreis der "Lutherstädte" aufgenommen. Der Festakt war auch die Geburtsstunde einer Idee, welche dieses Jahr ihre Verwirklichung erfahren soll: Nordhausen erhält nach über 70 Jahren wieder ein echtes Lutherdenkmal.
Das alte war Anno 1941 in den Wirren des zweiten Weltkrieges "verlegt" worden. Ob das Standbild aus dem Jahr 1888 wirklich im Zuge des totalen Krieges eingeschmolzen wurde, dass weiß heute niemand mehr.
Das Nordhausen noch in diesem Jahr ein neues Lutherdenkmal bekommen soll, das kann als gesichert gelten. Der Bleicheröder Peter Genßler stellte heute erstmals seinen Luther, die Idee hinter dem Kunstwerk und den Stand ihrer Verwirklichung vor.
Die Idee der neuen Lutherstatue sei damals "freudig aufgenommen und befürwortet worden", erinnerte sich Gunnar Haase, Vorsitzender der Nordhäuser Rotarier, die das Projekt unterstützen. Direkt im Anschluss hätten die kontroversen Diskussionen um die Gestaltung des Denkmals begonnen. Modern oder klassisch? - das war hier die Frage. Und wenn das eine oder das andere, wie modern sollte "modern" dann sein? Oder wie althergebracht durfte ein Lutherdenkmal sein in einer Zeit, die den Reformator heute kritischer sieht als im 19. Jahrhundert?
Mit diesen Fragen musste sich letztlich auch Peter Genßler herumschlagen. Und er tut weder das eine noch das andere, sondern hat einen dritten Weg gewählt. Abstrakt wird es nicht sein, das neue Denkmal, ganz traditionell von oben heroisch über die Köpfe der Menschen hinweg in die Ferne blicken wird der neue Nordhäuser Luther aber auch nicht.
"Luther wird vom Sockel geholt", sagte Genßler am Abend. Sein Luther ähnelt zwar den Statuen anderer Lutherstädte, ist nicht in sich ruhend und geschlossen, sondern in Bewegung. Statt wie ehedem auf der Säule zu stehen soll Luther in Nordhausen nahezu ebenerdig aufgestellt werden, die Hand zum Gruße ausgestreckt, der Moderne und ihren Menschen entgegen gehend. Schönes Detail und sinnbildlich dafür wie weit die Ökumene manchmal schon sein kann: die Grundidee dazu stammt von Pfarrer Richard Hentrich, seines Zeichens Katholik.
Aber es soll nicht allein Luther sein, der einen Schritt auf den Betrachter zumacht, wer sich dem Reformator nähern will, soll selber erst einmal eine (flache) Stufe überwinden müssen, um sich quasi auf Augenhöhe zu begegnen.
Da der Blasiikirchplatz aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst zur Baustelle werden wird, soll der neue Luther erst einmal am Rande der Kirche, zwischen Bushaltestelle und Baumgrün platziert werden.
Bis dahin geht aber noch etwas Zeit ins Land und auch Peter Genßler wird noch weiter an seiner Statue arbeien müssen. Den Entstehungsprozess bis zum aktuellen Stand stellte Genßler am Abend im Bürgerhaus dar und hatte auch ein kleines, grobes Modell mitgebracht. Mit dem Guß der vier Einzelteile soll in der ersten Juliwoche begonnen werden, die endgültige Enthüllung ist für den Reformationstag im Oktober geplant.
Angelo Glashagel
Autor: redIm Jahr 2010 wurde Nordhausen in den Kreis der "Lutherstädte" aufgenommen. Der Festakt war auch die Geburtsstunde einer Idee, welche dieses Jahr ihre Verwirklichung erfahren soll: Nordhausen erhält nach über 70 Jahren wieder ein echtes Lutherdenkmal.
Das alte war Anno 1941 in den Wirren des zweiten Weltkrieges "verlegt" worden. Ob das Standbild aus dem Jahr 1888 wirklich im Zuge des totalen Krieges eingeschmolzen wurde, dass weiß heute niemand mehr.
Das Nordhausen noch in diesem Jahr ein neues Lutherdenkmal bekommen soll, das kann als gesichert gelten. Der Bleicheröder Peter Genßler stellte heute erstmals seinen Luther, die Idee hinter dem Kunstwerk und den Stand ihrer Verwirklichung vor.
Die Idee der neuen Lutherstatue sei damals "freudig aufgenommen und befürwortet worden", erinnerte sich Gunnar Haase, Vorsitzender der Nordhäuser Rotarier, die das Projekt unterstützen. Direkt im Anschluss hätten die kontroversen Diskussionen um die Gestaltung des Denkmals begonnen. Modern oder klassisch? - das war hier die Frage. Und wenn das eine oder das andere, wie modern sollte "modern" dann sein? Oder wie althergebracht durfte ein Lutherdenkmal sein in einer Zeit, die den Reformator heute kritischer sieht als im 19. Jahrhundert?
Mit diesen Fragen musste sich letztlich auch Peter Genßler herumschlagen. Und er tut weder das eine noch das andere, sondern hat einen dritten Weg gewählt. Abstrakt wird es nicht sein, das neue Denkmal, ganz traditionell von oben heroisch über die Köpfe der Menschen hinweg in die Ferne blicken wird der neue Nordhäuser Luther aber auch nicht.
"Luther wird vom Sockel geholt", sagte Genßler am Abend. Sein Luther ähnelt zwar den Statuen anderer Lutherstädte, ist nicht in sich ruhend und geschlossen, sondern in Bewegung. Statt wie ehedem auf der Säule zu stehen soll Luther in Nordhausen nahezu ebenerdig aufgestellt werden, die Hand zum Gruße ausgestreckt, der Moderne und ihren Menschen entgegen gehend. Schönes Detail und sinnbildlich dafür wie weit die Ökumene manchmal schon sein kann: die Grundidee dazu stammt von Pfarrer Richard Hentrich, seines Zeichens Katholik.
Aber es soll nicht allein Luther sein, der einen Schritt auf den Betrachter zumacht, wer sich dem Reformator nähern will, soll selber erst einmal eine (flache) Stufe überwinden müssen, um sich quasi auf Augenhöhe zu begegnen.
Da der Blasiikirchplatz aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst zur Baustelle werden wird, soll der neue Luther erst einmal am Rande der Kirche, zwischen Bushaltestelle und Baumgrün platziert werden.
Bis dahin geht aber noch etwas Zeit ins Land und auch Peter Genßler wird noch weiter an seiner Statue arbeien müssen. Den Entstehungsprozess bis zum aktuellen Stand stellte Genßler am Abend im Bürgerhaus dar und hatte auch ein kleines, grobes Modell mitgebracht. Mit dem Guß der vier Einzelteile soll in der ersten Juliwoche begonnen werden, die endgültige Enthüllung ist für den Reformationstag im Oktober geplant.
Angelo Glashagel





