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Familienzentrum feierte 25jähriges Bestehen

Ein Vierteljahrhundert für Nordhausens Familien

Donnerstag, 15. Juni 2017, 08:00 Uhr
Als Anlaufstelle für Familien, Kinder und werdende Eltern ist das Familienzentrum in 25 Jahren zu einem festen Anker im sozialen Gefüge Nordhausens geworden. Heute feierte man Geburtstag, gedachte der turbulenten Anfangsjahre und durfte sich über ein schönes Geburtstagsgeschenk freuen...

Im Familienzentrum hat vor 25 Jahren eine Nordhäuser Erfolgsgeschichte begonnen. Andreas Weigel, damals noch als Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychatrie tätig, bekam die Gelegenheit, ein soziales Zentrum für die Stadtverwaltung aufzubauen. "Das war alles Zufall, wie so vieles damals.", erinnerte sich Weigel heute, in der Verwaltung habe es viele Leute gegeben, die sich von den Montagsdemonstrationen her kannten und so kam eins zum anderen.

Nach einigen frustrierenden Erfahrungen mit den Tücken der Bürokratie konnte Weigel einen der ersten freien Träger Nordhausens ins Leben rufen: das Familienzentrum wurde zum Geburtsort des Jugendsozialwerks. 25 Jahre später gehört man mit 1.100 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Region und ist weit über die Kreisgrenzen hinweg tätig. Bis nach Dresden reichen die Aktivitäten des JuSoWe heute.

Das Familienzentrum mag heute nur eine Institution von vielen innerhalb des JuSoWe sein, Bedeutung und Auftrag des Hauses haben sich in 25 Jahren aber nicht geändert. "Wir wollten alle Angebote unter einem Dach haben", erklärte Andreas Weigel am Nachmittag, "Geburtshilfe, Bildungsangebote, den Kinderschutzdienst, Familienberatung und die Möglichkeit sich auszutauschen".

25 Jahre für Nordhausens Familien - am Familienzentrum wurde gestern Geburtstag gefeiert (Foto: Angelo Glashagel) 25 Jahre für Nordhausens Familien - am Familienzentrum wurde gestern Geburtstag gefeiert (Foto: Angelo Glashagel)

Vorher lagen diese Aufgaben in den Händen von Jugendamt und Kinderpsychatrie. Mit der Eröffnung des Familienzentrums sank für besorgte Eltern, werdende Mütter und Väter und problembelastete Familien auch die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen. Im Haus trifft man auf Familientherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und spezialisierte Fachkräfte, nicht auf Beamte.

Zwölf Mitarbeiter hat Vivien Grabe, Leiterin des Familienzentrums heute. "Wir haben die Erfahrung und wir scheuen uns nicht uns auch neuen Herausforderungen zu stellen", erklärte Grabe. Das jüngste Projekt befasst sich mit der Betreuung traumatisierter Flüchtlingsfamilien und ist für das Familienzentrum eigentlich nichts neues. Schon als vor Jahren die ersten Spätaussiedler aus Osteuropa nach Nordhausen kamen, war das Familienzentrum als Anlaufpunkt und sozialer Anker zur Stelle.

Glückwünsche und ein Geschenk gab es auch von der Nordhäuser Kreissparkasse (Foto: Sylvia Spehr) Glückwünsche und ein Geschenk gab es auch von der Nordhäuser Kreissparkasse (Foto: Sylvia Spehr) Das sieht man auch im Jugendamt. "Wir sind sehr froh darüber das wir so viele kompetente Partner unter einem Dach haben", sagte Nicole Weber, Leiterin des Nordhäuser Jugendamtes, am Nachmittag, der Ansatz des Familienzentrums erspare dem Amt viel niederschwellige Arbeit. Etwa wenn es um die Betreuung von Kindern aus Familien mit Suchtproblematiken geht. Die Hilfe des Familienzentrums kann hier schneller, unbürokratischer erfolgen und ist nicht an Vorbedingungen gebunden.

Zum Geburtstag gab es natürlich auch einige Geschenke. Einen lang gehegten Wunsch erfüllte heute die Stiftung der Nordhäuser Kreissparkasse. Zusammen mit Andreas Weigel konnte Sparkassenchef Wolfgang Asche die neue Kletterwand des Familienzentrums einweihen.

Wie es mit den Projekten des Familienzentrums in den nächsten Jahren weiter geht, das liegt wie so oft in der Hand der Politik. Gewisse Unsicherheiten ist man im Sozialwesen leider gewohnt. Bedarf am Angebot des Familienzentrums wird es immer geben, da ist sich JuSoWe Chef Andreas Weigel sicher. Es wird also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der letzte "große" Geburtstag des Familienzentrums gewesen sein.
Angelo Glashagel
Autor: red

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