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Kooperation von Intrasol und Energiegenossenschaft Helmetal

Die Sonne im Tank

Dienstag, 06. Juni 2017, 14:49 Uhr
Wenn über der Intrasol-Zentrale in der Nordhäuser Rothenburgstraße die Sonne scheint, dann fließt jetzt auch Strom. Warum das so ist, hat die nnz erfahren…

Claus Müller, Sebastian Kupfer, Peter Kohl und Gerold Reinhardt. (Foto: Susanne Schedwill) Claus Müller, Sebastian Kupfer, Peter Kohl und Gerold Reinhardt. (Foto: Susanne Schedwill)

Die Energiegenossenschaft Helmetal und das Nordhäuser Start-up-Unternehmen Intrasol haben jetzt in Kooperation eine erste Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Seit 23. Mai ist die knapp 20 Kilowatt starke und rund 120 Quadratmeter große Anlage auf dem Dach des Intrasol-Firmensitzes in der Rothenburgstraße 17 in Nordhausen in Betrieb. „Damit sind wir zu 100 Prozent autark“, sagte Sebastian Kupfer, technischer Geschäftsführer des jungen Unternehmens mit der Marke Mobeee und Vorstand in der Energiegenossenschaft.

Denn die 72 Solarmodule dienen als Eigenverbrauchsanlage. Das heißt, der auf dem Firmendach produzierte Sonnenstrom fließt über die vier Elektrofahrzeug-Ladestationen vor dem Firmengebäude in die Elektroautos. „Hier fließt die Sonne direkt in den Tank. Das ist keine Hexerei“, erläuterte Kupfer und zeigte anhand einer speziellen App auf dem Tablett, wie viel Strom in Echtzeit für die Ladung der Elektrofahrzeuge und im Büro genutzt wird. Denn auch das wird über die PV-Anlage versorgt. „Mit diesem Modell wird eine optimale regionale Wertschöpfung erreicht“, sagte Claus Müller, weiterer Vorstand der Energiegenossenschaft.

PV-Anlage auf dem Dach der Firma Intrasol. (Foto: nnz) PV-Anlage auf dem Dach der Firma Intrasol. (Foto: nnz)

Der Stromüberschuss, beispielsweise am Wochenende oder an sehr sonnigen Tagen, wird ins regionale Stromnetz der EVN eingespeist. Der Nordhäuser Energiedienstleister sichert über einen Grünstromvertrag wiederum die benötigte Energie, falls über der Rothenburgstraße einmal nicht ausreichend Sonne scheint.

Finanziert hat die knapp 30 000 Euro teure Anlage die Energiegenossenschaft, die rund 20 Prozent Eigenkapital beisteuerte, das Gros wurde über den Finanzierungspartner, die Kreissparkasse Nordhausen, gestemmt.

Für die Energiegenossenschaft ist es bereits das dritte Projekt dieser Art. Seit 2013 werden die Kindergärten in Werther und Großwechsungen über eine PV-Anlage mit Solarstrom versorgt. „Das nächste Projekt ist bereits in Planung“, ergänzte Hans-Jürgen Weidt, Bürgermeister von Werther und Aufsichtsratsmitglied bei der Genossenschaft. So ist vorgesehen, dass das Seniorenpflegeheim der Diakonie-West in Günzerode mit einer PV-Anlage ausgestattet wird. „Weil hier aber etwa die Hälfte des Energieverbrauches in der Nacht anfällt, werden wir zusätzlich drei Speicher installieren“, erläuterte Kupfer. Für diese Lösungen arbeite man mit der Firma Koch aus Bad Langensalza zusammen, so der 29-jährige Geschäftsführer weiter. „Freitag vor Pfingsten haben wir bereits die Fördermittelzusage im Briefkasten gehabt“, ergänzte Hans-Jürgen Weidt. 40 000 Euro wird man über das Förderprogramm Solarinvest erhalten, etwa die Hälfte des Gesamtinvestitionsvolumens.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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