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MED. REISEN IN NORDHAUSEN:

Auch mit 80 fit bleiben - Kur-Reisen enorm gestiegen

Donnerstag, 01. Juni 2017, 22:39 Uhr
Immer mehr ältere Menschen investieren in ihre Gesundheit. Sie buchen Kur -und Erholungsreisen. Fit wollen sie bleiben. Auch mit 80 plus...

Kurreisen boomen (Foto: Kurt Frank) Kurreisen boomen (Foto: Kurt Frank)
Eine gefragte Adresse für Kuren und Erholung ist Med. Reisen in der Rautenstraße. Chefin Stefanie Riechel und Vater Willin Döring beraten und betreuen hier ihre zahlreichen Kunden.

Nordhausen/Swinemünde. Eine gefragte Adresse ist Med. Reisen in der Rautenstraße. Hier führt Stefanie Riechel Regie. Ihr zur Seite Vater Willi Döring. Wohin soll es gehen? Nach Tschechien, Polen, Deutschland, die Slowakei, Ungarn? Der Kunde hat die Qual der Wahl. Welches Land bzw. welche Stadt aber ist Kur-Reiseziel Nummer 1? Die Statistik belegt es: Swinemünde an der polnischen Ostseeküste liegt in der Beliebtheit bei Med. Reisen an der Spitze.

Buchten vor zwei Jahren 146 Personen Swinemünde, stieg die Zahl im Vorjahr auf 294. Allein gestern ließen sich im Büro 15 Leute einschreiben. Bislang stehen 205 Frauen und Männer für 2017 zu Buche, die dort kuren oder sich erholen wollten. „Wir kommen bis Jahresende auf 485 Buchungen nach Swinemünde“, blickt Wille Döring voraus. Leider versäume er es aber von Jahr zu Jahr, selbst eine Reise zu orden. Immerhin aber habe er ja täglich mit Urlaub zu tun. Die Arbeit unter Regie seiner Tochter halte ihn fit, ist der 77-Jährige überzeugt.

2003 eröffnete Stefanie Riechel ihr Med. Reisebüro. Buchten ein Jahr später 100 Personen einen Kur-Urlaub, waren es 2009 bereits 2014. „Wir könnten bis 2016 auf 4000 im Jahr kommen, blickten seinerzeit Vater und Tochter zuversichtlich voraus. Geschafft! Ihr Optimismus übertraf alle Erwartungen. War anfangs nur der Landkreis Nordhausen Kernbereich, so kommen heute Kur- und Erholungssuchende aus dem Eichsfeld, dem Kyffhäuser Kreis, dem Mansfelder Land und aus dem Harz in die Rautenstraße.

Warum ausgerechnet die 39000-Einwohner-Stadt Swinemünde, die neben Kolberg auch Franzensbad in Tschechien hinter sich ließ? Es seien, sind Stefanie Riechel und Willi Döring überzeugt, die Sehenswürdigkeiten, die Sauberkeit und Lage der Stadt mit den vornehmen historischen Villen und Hotels aus der deutschen Kaiserzeit.

Hinzu kommen Natur, Gastlichkeit, die Nähe zu Deutschlands Seebädern und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Med. Reisen gehört zu den Anbietern, die auch Rollstuhlfahrern und Dialyse-Patienten eine Kur ermöglichen. Die werden, verbunden mit erheblichem Aufwand, von daheim abgeholt und zum Kurhotel gefahren. Der persönliche Kontakt zu den Kunden, sich die Zeit für ein ausgiebiges Gespräch nehmen und sich auf ihre, mitunter ausgefallenen, Wünsche einzustellen sind wohl die Ursachen für die Beliebtheit von Med. Reisen.

Alt sei nicht die Anzahl der Jahre, alt sei, wer den Mut verliert und sich für nichts mehr interessiert – hört man auch über 80-Jährige sagen, die sich im polnischen Ostseebad einfinden, Massagen, Moorbackungen und -bäder, Unterwasserbehandlungen und andere Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen.

Die Reisefreudigen, die in Nordhausen buchen und noch gut auf den Beinen sind, gehen in Swinemünde gern auf Natur-Erkundungstour. So führt eine bequeme Strandwanderung zur Mühle, die in heller Farbe lockt. Von dort ist es nicht mehr allzu fern bis zum Fort Zachodni. Eine preußische Verteidigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert. Die Geschichte der Festung wird beim Besuch des Museums erlebbar. Nur wenige Minuten entfernt befindet sich das Fort Zachodni. Ein Denkmal der preußischen Militärarchitektur mit Ausstellung und Bildergalerie.

Gestärkt - beide Objekte bieten Speisen und Getränke - führen die Pfade weiter. Entweder in den herrlichen Kurpark, wo man gemütlich auf einer Bank unter dem Dach mächtiger alten Bäumen verweilen und dem Gesang der Vögel lauschen kann. Oder an den Hafen im Zentrum mit dem Fischereimuseum und dem Turm der ehemaligen Lutherkirche. Auf den Weg dorthin entdeckt der kundige Beobachter einen kleinen Teich. Wer noch keine Ringelnatter in der Natur erlebte, findet sie. Hautnah, zahlreich.

Sehr zu empfehlen ist das Fischereimuseum. In verschiedenen Abteilungen findet man Exponate, die mit dem Thema Meer, der Tierwelt und der Stadtgeschichte verbunden sind. Kein Besucher sollte sich das entgehen lassen.

Gesehen und bestiegen haben muss man auch den Turm der ehemaligen Lutherkirche, der sich nur wenige Straßenzüge vom Fischereimuseum entfernt befindet. Das ehemalige Gotteshaus - es verfügte über 1000 Plätze - wurde im Krieg zerstört. Stehen blieb der restaurierte 46 Meter hohe Turm. 222 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, die einen grandiosen Rundblick über das Ostseebad ermöglicht.

Der Turm bietet gemütliche Gastlichkeit in seinen historischen Mauern. Dafür sorgt Victor Olschewsky mit seiner Freundin. All die feinen Torten und Kuchen, die er präsentiert, habe seine Mama gebacken, sagt der sympathische junge Mann. Gebäck und Kaffee in verschiedenen Variationen munden vorzüglich.

Beliebt sind auch Touren mit dem Fahrrad, was man sich ausleihen kann. Aber schon ein Spaziergang über die Promenade bietet Interessantes. So die aus Sandstein gefertigte übergroße Skulptur, das erste und nach Informationen einzige 360-Grad-Kino in Polen, die Konzertmuschel, das Ozeanarium, die Straßenmusikanten, Cafes und Gaststätten. Ein Genuss: Swinemünder Fischsuppe. Wer es allzu bequem haben möchte, kurvt mit der „Bimmelbahn“ durch die Stadt.

Die Stadt mit ihrem Leuchtturm, einen der höchsten in Europa, zählte im Vorjahr 2,5 Millionen Besucher. Rekord sei das, sagt die viel beschäftigte polnische Reiseleiterin Jolanta Krzysztof Jankowscy. Das Seebad rüste für seine Gäste aus nah und fern weiter auf. Erst im Frühjahr wurde das Hotel Ewerdin mit 62 Zimmern bezugsfertig. Doch schon in den kommenden Tagen öffnet das Fünf-Sterne Radisson Blu Resort seine Pforten.

Ein Hotel der Superlative. Panorama-Cafe in der 13. Etage, 340 Zimmer. 62 Appartements. Konferenzräume, Ballsaal mit etwa 1000 Quadratmetern, Aquapark mit Vier- Bahnen-Sportschwimmbad. Erlebnisbecken mit Attraktionen und Wellenbad. Whirlpools, verschiedene Saunen. Kinderspielbereich und -becken mit Rutschen. Separater Zugang zur See, Einkaufspassage.

Die besondere Attraktion: Von der Dachterrasse mit Bar und Pool haben die Gäste einen weiten Blick über die Ostsee und die einmalige Gelegenheit, etwa 50 Meter über den Meeresspiegel zu schwimmen. Wer möchte, kann bei Med. Reisen Fünf-Sterne-Standard buchen. Perspektivisch geplant, verriet Jankowscy, sei eine Seebrücke, die an Attraktivität der in Ahlbeck bzw. Heringsdorf nicht nachstehen soll.

Über 200 weitere Personen aus nah und fern schickt Med. Reisen bis Jahresende nach Swinemünde. Etliche erleben die Stadt zum ersten Mal. Unsere Bildgalerie soll ihnen einen kleinen Vorgeschmack vermitteln.
Kurt Frank
Autor: psg

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