Frühstücken mit Inge Klaan
Dienstag, 30. Mai 2017, 09:59 Uhr
Dienstagmorgen in der Skoda-Autowelt. Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer hat der Nordthüringer Unternehmerverband zu einem Wirtschaftsfrühstück eingeladen. Im Mittelpunkt stand die bisher erste Kandidatin für die Nachfolge von Dr. Klaus Zeh…
Wirtschaftsfrühstück (Foto: nnz)
Inge Klaan sollte bei Kaffee und belegten Brötchen ihr Konzept erläutern, wenn, ja wenn sie irgendwann einmal zur Oberbürgermeisterin von Nordhausen gewählt werden würde. Die Hintergründe zu wenn, ja wenn sind bekannt und es darf davon ausgegangen werden, dass sich das Wahlvolk bis in den September hinein gedulden muss. Wie dem auch sei – Inge Klaan ist von der CDU vorgeschlagen worden, muss natürlich noch von den Mitgliedern ihrer Partei nominiert werden.
Helmut Peter begrüßte die Gäste des Morgens und kritisierte sofort das Handeln der Landesregierung im Bezug auf den Norden des Freistaates. Für die Thüringer Landesregierung höre Thüringen nördlich von Erfurt auf. Das müsse sich ändern und hier müsse die Stimme der Wirtschaft sich stärker ins Gewicht bringen. Peter sagte weiter, dass der NUV auch – so sie denn nominiert – die anderen Kandidaten zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen werde.
Helmut Peter kritisierte in Richtung Klaan und deren Wirken in Nordhausen und verwies unter anderem auf den Pferdestall mit sieben Ecken und sechs Kanten, an dem Inge Klaan politisch und fachlich mitgewirkt habe. Aber Fehler seien zu verzeihen.
Niels Neu, der Vorstandsvorsitzende des NUV, begrüßte auch die Gäste dieser wirtschafts-kulinarischen Veranstaltung und verwies auf den nächsten Mitgliedertreff des Verbandes, der sich thematisch der touristischen Entwicklung im Thüringer Norden widmen wird. Neu forderte klar und eindeutig, dass es einen schnellen Termin für die OB-Wahl geben müsse, vor allem bei der Größe dieser Stadt. Die strategischen Spielchen, die vor allem von der SPD in Landkreis und Land betrieben werden, könne man nicht verstehen.
Niels Neu übergab dann das Wort an Kandidatin Klaan. Die wolle wieder hin zum politischen Ausgleich, weg von einer Polarisierung in der Politik, wie sie sich abzeichne. Und natürlich geht diese Gebietsreform, wie sie von der Landesregierung gemacht werde, überhaupt nicht. Sie gehört abgeschafft.
Inge Klaan stand Rede und Antwort (Foto: nnz)
Inge Klaan setzt weiterhin auf Zuwanderung, nicht nur internationalen Ursprungs. Der Landkreis Nordhausen muss sich als attraktive Region darstellen und anbieten. Nur wenn man sich überregional präsentiere, könne man zum Beispiel in Erfurt Lobbyarbeit verrichten und dort wahrgenommen werden. Zuwanderung ist für Inge Klaan auch der Zuzug von Familien mit Kindern. Sie habe es gerade erst erlebt, dass eine junge Frau einen angebotenen Arbeitsplatz nicht annehmen konnte, weil es in der Stadt keinen freien Krippenplatz gab.
Sorgen bereitet Inge Klaan der Zustand der Straßen und Brücken in Nordhausen. Hier müsse ein Investitionsprogramm her, um diesen Zustand zu verbessern. Zu den notwendigen Investitionen, zum Beispiel im Albert-Kuntz-Sportpark, sagte Inge Klaan, dass in den kommenden Jahren soviel wie möglich an Fördergeldern nach Nordhausen geholt werden können. Inge Klaan bekannte sich als Mensch, der mit Fußball nichts, aber auch garnichts am Hut habe. Trotzdem müsse sich im AKS etwas ändern. Ihre Prioritäten liegen jedoch auf Veränderungen in der Noch-Kreisstadt, die langfristige Verbesserungen für die Menschen mitbringen. Das war es dann mit ihrem Statement.
Niels Neu musste den Reigen der Fragen selbst eröffnen. Erstes Thema war der Rohstoffabbau und das einstige Ringen um einen Kompromiss. Inge Klaan sagte, dass der normale Bürger eine andere Auffassung hat als Unternehmen und vielleicht auch Teile der Politik. Das habe sie in vielen Gesprächen aufgenommen. Man müsse der Gesellschaft die Gelegenheit geben zu entscheiden, wie die Natur in den nächsten Generationen sich darstellen soll.
Axel Heck sprach danach das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue an. Wie soll sich hier die Stadt noch intensiver einbringen, weil man sich auf die LEG allein nicht verlassen könne. Klaan antwortete, dass auch die Unternehmen ihre Kontakte nutzen sollen, um für eine Ansiedlung auf den 100 Hektar zu werben. Und es müssen die Begleitbedingungen hergestellt werden, zum Beispiel die Schaffung von Wohneigentum.
Helmut Peter wollte wissen, warum der Landkreis Eichsfeld schuldenfrei ist, der Landkreis Nordhausen bis über die Ohren verschuldet ist und die Stadt sich in der Haushaltskonsolidierung? Antwort: das lag an den richtigen Entscheidungen nach der Wende und mit den Intentionen der damals handelnden Personen und Parteien.
Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner wollte wissen, wie in Zukunft die Wirtschaftsförderung sich entwickeln solle und wie die Hochschule noch bekannter gemacht werden kann? Wirtschaftsförderung soll Dienstleister in einer Gesamtheit werden. Das müssen Menschen sein, die wissen, was in Nordhausen geht und was nicht: Das reiche vom Anbieten von Gewerbeflächen, über Wohnungsbaustandorte bis hin zu Krippen- oder Kitaplätzen.
Gabriele Mohr verwies auf die Probleme des Einzelhandels und der in Nordhausen überhöhten Verkaufsfläche zu Einwohnern. Der liegt bei mehr als 3 Quadratmeter je Einwohner und das sei schlecht für die Einzelhändler. Inge Klaan verwies darauf, dass Einkaufen im Jahr 2017 auch einen Erlebnischarakter besitzt. Darauf müssten sich die Händler einstellen. Man wolle auch weiterhin einen weiteren großflächigen Einzelhandel am Rande der Kreisstadt verhindern, um die Innenstadt zu schützen.
Frank Kirchhoff wollte von Inge Klaan wissen, welche Möglichkeiten es gebe, die Kreissitzentscheidung pro Sondershausen zu verhindern? Hier helfe nur Protest und Druck auf die Landtagsabgeordneten der SPD und der LINKEn, Dagmar Becker und Katja Mitteldorf. Die rot-rot-grüne Koalition in Erfurt habe schließlich nur eine Stimme Mehrheit.
Peter Herbst forderte in seinem Statement mehr Entscheidungen seitens der Stadt im Sinne von Unternehmen. Er erwarte von den Ämtern im Rathaus Antworten auf Mails, die fachlich an das eine oder andere Amt gerichtet werden. Keine Antwort zu erhalten, sei einfach schlimm und könne nicht sein. Keine Entscheidung zu treffen ist genauso unmöglich.
Die heutige Diskussion war der Anfang für einen Dialog zwischen künftiger Politik und Wirtschaft. Gespannt darf man sein, wie die Wirtschafts-Frühstückchen mit den anderen Kandidaten ablaufen. Bleibt die Frage, wann die nominiert werden?
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Wirtschaftsfrühstück (Foto: nnz)
Inge Klaan sollte bei Kaffee und belegten Brötchen ihr Konzept erläutern, wenn, ja wenn sie irgendwann einmal zur Oberbürgermeisterin von Nordhausen gewählt werden würde. Die Hintergründe zu wenn, ja wenn sind bekannt und es darf davon ausgegangen werden, dass sich das Wahlvolk bis in den September hinein gedulden muss. Wie dem auch sei – Inge Klaan ist von der CDU vorgeschlagen worden, muss natürlich noch von den Mitgliedern ihrer Partei nominiert werden.
Helmut Peter begrüßte die Gäste des Morgens und kritisierte sofort das Handeln der Landesregierung im Bezug auf den Norden des Freistaates. Für die Thüringer Landesregierung höre Thüringen nördlich von Erfurt auf. Das müsse sich ändern und hier müsse die Stimme der Wirtschaft sich stärker ins Gewicht bringen. Peter sagte weiter, dass der NUV auch – so sie denn nominiert – die anderen Kandidaten zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen werde.
Helmut Peter kritisierte in Richtung Klaan und deren Wirken in Nordhausen und verwies unter anderem auf den Pferdestall mit sieben Ecken und sechs Kanten, an dem Inge Klaan politisch und fachlich mitgewirkt habe. Aber Fehler seien zu verzeihen.
Niels Neu, der Vorstandsvorsitzende des NUV, begrüßte auch die Gäste dieser wirtschafts-kulinarischen Veranstaltung und verwies auf den nächsten Mitgliedertreff des Verbandes, der sich thematisch der touristischen Entwicklung im Thüringer Norden widmen wird. Neu forderte klar und eindeutig, dass es einen schnellen Termin für die OB-Wahl geben müsse, vor allem bei der Größe dieser Stadt. Die strategischen Spielchen, die vor allem von der SPD in Landkreis und Land betrieben werden, könne man nicht verstehen.
Niels Neu übergab dann das Wort an Kandidatin Klaan. Die wolle wieder hin zum politischen Ausgleich, weg von einer Polarisierung in der Politik, wie sie sich abzeichne. Und natürlich geht diese Gebietsreform, wie sie von der Landesregierung gemacht werde, überhaupt nicht. Sie gehört abgeschafft.
Inge Klaan stand Rede und Antwort (Foto: nnz)
Inge Klaan setzt weiterhin auf Zuwanderung, nicht nur internationalen Ursprungs. Der Landkreis Nordhausen muss sich als attraktive Region darstellen und anbieten. Nur wenn man sich überregional präsentiere, könne man zum Beispiel in Erfurt Lobbyarbeit verrichten und dort wahrgenommen werden. Zuwanderung ist für Inge Klaan auch der Zuzug von Familien mit Kindern. Sie habe es gerade erst erlebt, dass eine junge Frau einen angebotenen Arbeitsplatz nicht annehmen konnte, weil es in der Stadt keinen freien Krippenplatz gab.
Sorgen bereitet Inge Klaan der Zustand der Straßen und Brücken in Nordhausen. Hier müsse ein Investitionsprogramm her, um diesen Zustand zu verbessern. Zu den notwendigen Investitionen, zum Beispiel im Albert-Kuntz-Sportpark, sagte Inge Klaan, dass in den kommenden Jahren soviel wie möglich an Fördergeldern nach Nordhausen geholt werden können. Inge Klaan bekannte sich als Mensch, der mit Fußball nichts, aber auch garnichts am Hut habe. Trotzdem müsse sich im AKS etwas ändern. Ihre Prioritäten liegen jedoch auf Veränderungen in der Noch-Kreisstadt, die langfristige Verbesserungen für die Menschen mitbringen. Das war es dann mit ihrem Statement.
Niels Neu musste den Reigen der Fragen selbst eröffnen. Erstes Thema war der Rohstoffabbau und das einstige Ringen um einen Kompromiss. Inge Klaan sagte, dass der normale Bürger eine andere Auffassung hat als Unternehmen und vielleicht auch Teile der Politik. Das habe sie in vielen Gesprächen aufgenommen. Man müsse der Gesellschaft die Gelegenheit geben zu entscheiden, wie die Natur in den nächsten Generationen sich darstellen soll.
Axel Heck sprach danach das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue an. Wie soll sich hier die Stadt noch intensiver einbringen, weil man sich auf die LEG allein nicht verlassen könne. Klaan antwortete, dass auch die Unternehmen ihre Kontakte nutzen sollen, um für eine Ansiedlung auf den 100 Hektar zu werben. Und es müssen die Begleitbedingungen hergestellt werden, zum Beispiel die Schaffung von Wohneigentum.
Helmut Peter wollte wissen, warum der Landkreis Eichsfeld schuldenfrei ist, der Landkreis Nordhausen bis über die Ohren verschuldet ist und die Stadt sich in der Haushaltskonsolidierung? Antwort: das lag an den richtigen Entscheidungen nach der Wende und mit den Intentionen der damals handelnden Personen und Parteien.
Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner wollte wissen, wie in Zukunft die Wirtschaftsförderung sich entwickeln solle und wie die Hochschule noch bekannter gemacht werden kann? Wirtschaftsförderung soll Dienstleister in einer Gesamtheit werden. Das müssen Menschen sein, die wissen, was in Nordhausen geht und was nicht: Das reiche vom Anbieten von Gewerbeflächen, über Wohnungsbaustandorte bis hin zu Krippen- oder Kitaplätzen.
Gabriele Mohr verwies auf die Probleme des Einzelhandels und der in Nordhausen überhöhten Verkaufsfläche zu Einwohnern. Der liegt bei mehr als 3 Quadratmeter je Einwohner und das sei schlecht für die Einzelhändler. Inge Klaan verwies darauf, dass Einkaufen im Jahr 2017 auch einen Erlebnischarakter besitzt. Darauf müssten sich die Händler einstellen. Man wolle auch weiterhin einen weiteren großflächigen Einzelhandel am Rande der Kreisstadt verhindern, um die Innenstadt zu schützen.
Frank Kirchhoff wollte von Inge Klaan wissen, welche Möglichkeiten es gebe, die Kreissitzentscheidung pro Sondershausen zu verhindern? Hier helfe nur Protest und Druck auf die Landtagsabgeordneten der SPD und der LINKEn, Dagmar Becker und Katja Mitteldorf. Die rot-rot-grüne Koalition in Erfurt habe schließlich nur eine Stimme Mehrheit.
Peter Herbst forderte in seinem Statement mehr Entscheidungen seitens der Stadt im Sinne von Unternehmen. Er erwarte von den Ämtern im Rathaus Antworten auf Mails, die fachlich an das eine oder andere Amt gerichtet werden. Keine Antwort zu erhalten, sei einfach schlimm und könne nicht sein. Keine Entscheidung zu treffen ist genauso unmöglich.
Die heutige Diskussion war der Anfang für einen Dialog zwischen künftiger Politik und Wirtschaft. Gespannt darf man sein, wie die Wirtschafts-Frühstückchen mit den anderen Kandidaten ablaufen. Bleibt die Frage, wann die nominiert werden?
Peter-Stefan Greiner
