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Ausstellung eröffnet

Unser Roland wird 300 Jahre

Dienstag, 23. Mai 2017, 23:13 Uhr
Erstmals erwähnt wurde er 1441 durch einen Eintrag ins Erbzinsbuch (Ratsbuch). ach mehreren Stadtbränden wurde er 1717 in der uns heute bekannten Form neu aufgestellt. Er steht symbolisch für die Reichsfreiheit, die von 1220 bis 1802 andauerte. Die Rede ist vom Wahrzeichen der Stadt Nordhausen - dem Roland, der in diesem Jahr 300 Jahre alt wird..…

Ausstellung eröffnet (Foto: Hans-Georg Backhaus) Ausstellung eröffnet (Foto: Hans-Georg Backhaus)

Und solch ein Jubiläum muss natürlich gewürdigt werden. Der Nordhäuser Dr. Peter Kuhlbrodt hat dazu eine entsprechende Sonderausstellung konzipiert, die am Dienstagabend mit einer Vernissage im Grünen Salon der Flohburg eröffnet wurde. In ihrer Begrüßung bezeichnete Susanne Hinsching, Leiterin der Städtischen Museen, die Schau als eine „spannende Ausstellung“. Und wer sich für die Nordhäuser Geschichte interessiert, wir dies gerne nach einem Besuch bestätigen.

Schließlich ergriff Peter Kuhlbrodt, der auch als Kurator agiert, das Wort und nahm die überschaubare Gästeschar mit auf eine Reise in die Geschichte des Nordhäuser Rolands und machte auf so manche interessante Entdeckung bei seiner intensiven Forschungsarbeit aufmerksam.

Was dabei herauskam, ist nun bis zum 30. Juli 2017 im Museum in der Nordhäuser Altstadt zu sehen. Neben Schrifttafeln bereichern zahlreiche Plakate, Bücher und Broschüren zum Nordhäuser Roland und zu seinem Fest die Schau. Zu sehen sind außerdem eine ganze Reihe bildlicher und figürlicher Darstellungen des Roland, darunter auch humorige Zeichnungen des Nordhäuser Künstlers Fritz Teichmüller.

Eines aber fehlt in der Sonderschau, nämlich: Johannes Hegenbarth (Hannes Hegen), Schöpfer der beliebten DDR-Comic-Zeitschrift „MOSAIK“ mit seinen Helden Dig, Dag und Digedag, hat ebenfalls den Nordhäuser Roland bildlich verewigt. Im Sachbuch „Die drei Leben des Zeichners Johannes Hegenbarth“ von Bernd Lindner, Irene Kahlau und Rainer Kruppa ist auf Seite 158 eine Abbildung mit dem Nordhäuser Roland zu finden, die von Hegenbarth stammt. Mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester war Johannes Hegenbarth nach dem Zweiten Weltkrieg etwa um den Jahreswechsel 1945/46 nach Ilfeld-Netzkater gekommen und für eine halbes Jahr in einem Umsiedlerheim untergebracht gewesen (nnz berichtete in mehreren Beiträgen drüber). Während dieser Zeit weilte er mehrmals in Nordhausen – und zeichnete auch den Roland.

Aktuell hat das inzwischen hochbetagte Nordhäuser Stadtsymbol eine neue, eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen: Es steht an der Spitze einer Bewegung von Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlicher politischer, kultureller und weltanschaulicher Ausrichtung, die mit unübersehbaren Aktionen und großem Einfallsreichtum für den Erhalt des Status für Nordhausen als Kreisstadt kämpft.

Am Rande der Vernissage wurde dem nnz-Reporter von einem Besucher noch ein Vierzeiler über den Roland ins Ohr geflüstert, der da lautet:

„Am Rathaus steht ganz steif und stolz
ein grober Kerl, geschnitzt aus Holz.
Trägt in den Händen Schwert und Schild,
nun mache Dir von ihm ein Bild.“

Das sollte man sich in der Tat machen – am alten und im Neuen Rathaus sowie in der Flohburg I Das Nordhausen Museum in der Barfüßerstraße 6.
Text und Fotos: Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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