Ausbildungswochenende
Ellricher Stadtwehr übt für Notfall
Sonntag, 21. Mai 2017, 06:00 Uhr
Was, wenn ein Gefahrguttransporter verunglückt und dabei Säure oder andere gefährliche chemische Stoffe austreten? Die Ellricher Stadtfeuerwehr hat sich am Samstag für einen solchen Notfall ausbilden lassen…
Ein Feuerwehrmann im Schutzanzug wird zu Übungszwecken dekontaminiert. (Foto: Susanne Schedwill)
Dennis Blappert und Michael Burkhoff stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Knapp 30 Minuten haben die beiden Feuerwehrmänner der Ellricher Stadtfeuerwehr unter den grünen Chemikalienschutzanzügen gesteckt; mussten in dieser Montur und unter Atemschutz Kniebeuge machen, auf ein Feuerwehrauto steigen und Gewichte tragen.
Maximal 30 Minuten kann man in einem solchen Anzug bleiben, zehn Minuten rechnet man allein für die Dekontamination ein. Bleiben also 20 Minuten, die die Kameraden so im Einsatz sein können. Bei heißem Wetter verkürzt sich diese Zeit noch einmal, erläutert Jonas Weller, der Zugführer des Gefahrgutzuges des Landkreises. Dieses Spezialfahrzeug kommt immer dann zum Einsatz, wenn es in großem Maße Chemikalien oder biologisch gefährliche Stoffe zu beseitigen gilt.
Die Ausbildung rund um Gefahrgut wird in der Feuerwehrausbildung ziemlich stiefmütterlich behandelt. Deshalb bieten wir unseren Kameraden dieses Ausbildungswochenende an, erläutert Ellrichs Stadtbrandmeister Tobias Hellmich. 50 Feuerwehrmänner der Ellricher Wehr und der sieben Ortsteilwehren beteiligten sich an der Fortbildung, gut die Hälfte aller Kameraden.
An drei Stationen konnten die Wehrleute am Samstag ihr Wissen vertiefen: Die beiden Rettungsassistenten Jasmin Michalitschke und Jonas Brille vom Ellricher Rettungsdienst lehrten Erste Hilfe. Im Außengelände erläuterte Berufsfeuermann Jens Berger den Ellricher Kameraden das Gefahrgutfahrzeug, damit diese sich im Einsatzfall mit dem Fahrzeug und seiner speziellen Ausstattung auskennen.
Eine Station weiter hatten die Wehrleute unter Anleitung von Ausbilder Weller aus ein paar Anschlussschläuchen und einer Plane ein Notdekontaminationsbecken aufgebaut. Abwechselnd übten die Atemschutzgeräteträger das Anziehen und den Umgang mit den sperrigen Schutzanzügen. Im Einsatzfall bringen wir die Schutzanzüge mit, die Kameraden der örtlichen Wehren müssen wissen, wie sie damit arbeiten müssen und worauf sie zu achten haben, erläutert Weller. Denn gerade bei großen und langen Einsätzen sei man ob der nur kurzen Einsatzzeit der Schutzanzugträger auf mehrere Kameraden angewiesen, so der Ausbilder.
Susanne Schedwill
Autor: ssc
Ein Feuerwehrmann im Schutzanzug wird zu Übungszwecken dekontaminiert. (Foto: Susanne Schedwill)
Dennis Blappert und Michael Burkhoff stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Knapp 30 Minuten haben die beiden Feuerwehrmänner der Ellricher Stadtfeuerwehr unter den grünen Chemikalienschutzanzügen gesteckt; mussten in dieser Montur und unter Atemschutz Kniebeuge machen, auf ein Feuerwehrauto steigen und Gewichte tragen.
Maximal 30 Minuten kann man in einem solchen Anzug bleiben, zehn Minuten rechnet man allein für die Dekontamination ein. Bleiben also 20 Minuten, die die Kameraden so im Einsatz sein können. Bei heißem Wetter verkürzt sich diese Zeit noch einmal, erläutert Jonas Weller, der Zugführer des Gefahrgutzuges des Landkreises. Dieses Spezialfahrzeug kommt immer dann zum Einsatz, wenn es in großem Maße Chemikalien oder biologisch gefährliche Stoffe zu beseitigen gilt.
Die Ausbildung rund um Gefahrgut wird in der Feuerwehrausbildung ziemlich stiefmütterlich behandelt. Deshalb bieten wir unseren Kameraden dieses Ausbildungswochenende an, erläutert Ellrichs Stadtbrandmeister Tobias Hellmich. 50 Feuerwehrmänner der Ellricher Wehr und der sieben Ortsteilwehren beteiligten sich an der Fortbildung, gut die Hälfte aller Kameraden.
An drei Stationen konnten die Wehrleute am Samstag ihr Wissen vertiefen: Die beiden Rettungsassistenten Jasmin Michalitschke und Jonas Brille vom Ellricher Rettungsdienst lehrten Erste Hilfe. Im Außengelände erläuterte Berufsfeuermann Jens Berger den Ellricher Kameraden das Gefahrgutfahrzeug, damit diese sich im Einsatzfall mit dem Fahrzeug und seiner speziellen Ausstattung auskennen.
Eine Station weiter hatten die Wehrleute unter Anleitung von Ausbilder Weller aus ein paar Anschlussschläuchen und einer Plane ein Notdekontaminationsbecken aufgebaut. Abwechselnd übten die Atemschutzgeräteträger das Anziehen und den Umgang mit den sperrigen Schutzanzügen. Im Einsatzfall bringen wir die Schutzanzüge mit, die Kameraden der örtlichen Wehren müssen wissen, wie sie damit arbeiten müssen und worauf sie zu achten haben, erläutert Weller. Denn gerade bei großen und langen Einsätzen sei man ob der nur kurzen Einsatzzeit der Schutzanzugträger auf mehrere Kameraden angewiesen, so der Ausbilder.
Susanne Schedwill



















