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Deutsche Meisterschaften im Waffen-Karate

Ryûkyû Kobudô Tesshinkan

Samstag, 13. Mai 2017, 10:37 Uhr
Am 07. Mai fanden im Anschluss an einen Lehrgang in Jena die Deutschen Meisterschaften im Ryûkyû Kobudô Tesshinkan statt. Natürlich durften da die Kämpfer vom Nordhäuser Karate-Do-Kwai nicht fehlen. Kobudô ist Japanisch und heißt soviel wie „Alte Kunst“. Am ehesten kann man es aber als Karate mit Waffen erklären...

Wobei die „Waffen“ eigentlich mittelalterliche Geräte und Werkzeuge sind, die zur Selbstverteidigung zweckentfremdet wurden. Hauptwaffe ist hier der Bô, ein ca. 180 cm langer Stock. Diesem galten daher auch die ersten Trainingseinheiten unter der Leitung von Frank Pelny - 5. DAN Ryûkyû Kobudô Tesshinkan, 6. DAN Karate-Dô Shôtôkan-Ryû und Technischer Direktor des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyô Kai – Europe. Ebenfalls als Trainer fungierten Sebastian Edelmann, 5. DAN, und Hagen Walter, 4. DAN Ryûkyû Kobudô Tesshinkan.

Nach fünf aufschlussreichen Übungsstunden wurde es für die Starter des Turniers dann ernst. Die Messlatte für das technische Niveau war enorm hoch, da sich im Teilnehmerfeld auch Kämpfer befanden, die bereits bei Weltmeisterschaften auf Okinawa starteten und dort auch gewannen. Die diesjährige Deutsche Meisterschaft wurde wieder in verschiedenen Kategorien ausgetragen. Wie gewohnt maßen sich zunächst im Vergleich ihrer Kata (Formen) die Schülergrade. Hier setzte sich der Leipziger Stephan Brandenburg gegen den Nordhäuser Kevin Freiberg durch. Den dritten Platz teilten sich Marius Nolte und Norbert Rogge, beide aus Ilmenau. Bei den Meistergraden schnitt Hagen Walter aus Nordhausen am besten ab. Momentan wohnt und trainiert er allerdings in Jena. Er präsentierte sehenswerte Formen mit Tinbê und Rôchin (Schild und Kurzspeer) sowie eine Kata mit dem Êku (Paddel). Silber ging an Viktor Vollmer, ebenfalls aus Nordhausen, für seine Kata mit Bô bzw. Sai (Metalldreizack). Bronze erkämpften sich Martin Mähler aus Ennepetal (Nordrhein-Westfalen) und Birthe Lorenz aus Leipzig.

Deutsche Meisterschaften in Waffen-Karate (Foto: Sven Schröter) Deutsche Meisterschaften in Waffen-Karate (Foto: Sven Schröter)

Eine dritte Wettkampfkategorie war das Yakusoku-Kumite. Dabei präsentierten zweiköpfige Teams einen abgesprochenen Freikampf mit dem Langstock (Bô). Hierbei zählten vor allem Dynamik, Distanz, Timing und Technik. Am Ende siegte das seit Jahren eingespielte Team der Leipziger Pierre Lorenz und Marcus Lauenstein vor dem Team des Karate-Do-Kwai Nordhausen, welches durch Kevin Freiberg und Robert Zinecker vertreten wurde. Bronze ging nach Jena (Steffen Kuhnke / Peter Lamparter) und dem Gemeinschaftsteam Jena & Penzberg (Michaela Frost / Dorottya Koppenhagen).

Besonders spektakulär war aber der Bô-Shiai, der Freikampf mit dem Langstock. Natürlich mussten aufgrund der Gefährlichkeit der Wirkung selbst solch einfacher Waffen entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. So war der Stock selbst gepolstert und die Kontrahenten trugen verschiedene Schützer, ähnlich wie beim japanischen Sportschwertkampf Kendō. Die Trefferflächen waren dabei alle geschützten Bereiche: die Handschuhe, der Kopf von oben, der Bauch und die Schienbeine. Gewonnen hatte, wer als erster einen vollen Punkt (Ippon) oder entsprechend zwei halbe Punkte (Waza-ari) erzielen konnte. Dabei waren aber die sehenswertesten Kämpfe durch akkurate Treffer bereits innerhalb weniger Sekunden vorbei. Den Sieg in dieser Disziplin holte sich ebenfalls, wie in der Kategorie Kata Meistergrade, Hagen Walter vor seinem Jenaer Trainingskollegen Peter Lamparter. Wie auch bei den anderen Wertungen teilten sich ebenfalls zwei Kämpfer den dritten Rang: hier konnten die Nordhäuser Kevin Freiberg und Robert Zinecker ihre Stärken ausspielen.

Alles in allem war der Cheftrainer Frank Pelny mit der Leistung aller Teilnehmer sehr zufrieden. Gerade in Hinblick auf den anstehenden 12. Internationalen Tesshinkan Europa-Cup, der am 29. Juli in der Nordhäuser Wiedigsburghalle ausgetragen wird, war es eine gute Gelegenheit, um in den „Wettkampfmodus“ zu kommen. Denn schließlich findet im nächsten Jahr auch auf Okinawa (Japan) die nächste Weltmeisterschaft im Karate und Kobudô statt. Und das mit Sicherheit nicht ohne deutsche und Nordhäuser Beteiligung, die auf jeden Fall bei den Kämpfen um die vordersten Plätze mitmischen möchte!

Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte, Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums (Oberstufe) in der Blasiistraße vorbeischauen.

Sven Schröter
Karate-Do-Kwai Nordhausen
Autor: red

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