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Fachtagung im Südharz Klinikum

Kinderschutz im Fokus

Freitag, 12. Mai 2017, 12:15 Uhr
Rund 200 Fachkräfte haben sich jetzt im Südharz Klinikum bei der Fachtagung „Kinderschutz im Fokus“ informiert. Referenten aus dem Klinikum diskutierten mit den Mitarbeitern aus sozialen Institutionen, Beratungsstellen, Behörden und weiteren Einrichtungen verschiedene Facetten dieser komplexen Thematik...

Fachtag im Südharz Klinikum (Foto: J. Piper) Fachtag im Südharz Klinikum (Foto: J. Piper)

So berichtete Susan Gebracht, Oberärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, darüber, wie das Klinikum beim Verdacht einer körperlichen Misshandlung seiner jungen Patienten vorgeht. Dr. med. Matthias Brucke, medizinischer Geschäftsführer des SHK und Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, informierte über die Folgen eines Schütteltraumas bei Kindern.

Weitere Themen waren sexueller Missbrauch, worüber Dr. med. Tino Eckert, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe referierte, sowie emotionale Vernachlässigung und sexueller Missbrauch, auf die Prof. Dr. med. Philip Heiser, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, als Ursachen einer Borderline-Störung einging.

Zusätzlich informierten verschiedene Beratungsstellen wie das Familienzentrum des Jugendsozialwerks Nordhausen und die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt der Caritas ebenso wie das Südharz Klinikum, die Frühen Hilfen und der Fachbereich Jugend des Landratsamtes über ihre Angebote und Leistungen. All diese Einrichtungen engagieren sich neben weiteren Partnern wie beispielsweise der Landespolizeiinspektion Nordhausen, der Frühförderstelle der Lebenshilfe, dem Projekt TIZIAN des Horizont und dem Weißen Ring im Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz.

Im Rahmen dieser Kooperation hat das Südharz Klinikum, insbesondere Dr. med. Sylke Ludwig, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, gemeinsam mit der Netzwerkstelle Frühe Hilfen diesen Fachtag organisiert. "Da eine Erweiterung der Ressourcen für die Problematik sich möglicherweise eher schwierig gestaltet, muss Ziel aller sein, die vorhandenen besser zu nutzen", sagt Dr. Sylke Ludwig zur Bedeutung eines solchen übergreifenden fachlichen Austauschs. "Das ist in erster Linie möglich, indem alle Beteiligten ihren Horizont zur Problematik Kindeswohlgefährdung erweitern und bereit sind, miteinander für Kinder tätig zu werden."

Auch Susanne Hoche, Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen im Landkreis Nordhausen, zieht ein positives Fazit zum Fachtag, der in dieser Form zum ersten Mal stattfand: „Der medizinische Sektor ist ein wichtiger Kooperationspartner der Frühen Hilfen und natürlich im Kinderschutz. Wir freuen uns über die große Resonanz auf unseren Fachtag, offenbar stößt das Thema Kinderschutz bzw. Fälle von Kindesmisshandlungen erläutert aus der medizinischen Sicht auf ein breites Interesse.“

Mit dem Modellprojekt Frühe Hilfen fördert das Bundesfamilienministerium Länder und Kommunen in ihrem Engagement, durch präventive Angebote insbesondere werdende Eltern und Eltern von Kleinkindern zu unterstützen und regionale Netzwerke mit relevanten Akteuren in diesem Bereich zu knüpfen. Die Netzwerkpartner informieren sich kontinuierlich gegenseitig über das jeweilige Angebots- und Aufgabenspektrum und stimmen sich in Fragen der gemeinsamen Angebotsgestaltung und -entwicklung und zum Verfahren im Kinderschutz ab.

Dabei arbeiten die Netzwerkpartner in kleinem Rahmen zusammen ebenso wie bei großen Veranstaltungen wie dem Fachtag im Südharz Klinikum oder der alle zwei Jahre stattfindenden Kinderschutzkonferenz. Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen wird gefördert vom Land Thüringen, ist beim Kreisjugendring Nordhausen e.V. angesiedelt und arbeitet inhaltlich eng mit dem Fachbereich Jugend im Landratsamt Nordhausen zusammen.

Mehr unter www.fruehehilfen-nordhausen.de
Autor: red

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