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Gemeinsame Aktion

Geschichte erwandern in und um Klettenberg

Mittwoch, 03. Mai 2017, 16:26 Uhr
Diesem Aufruf des Förderverein Karstwanderweg LK Nordhausen und des Kultur- und Geschichtsverein Clettenberg waren am Montag 65 große und kleine Wanderlustige und Geschichtsinteressierte aus Nah und Fern gefolgt...

Gemeinsame Geschichtswanderung (Foto: Ch. Müller, U. Berkel) Gemeinsame Geschichtswanderung (Foto: Ch. Müller, U. Berkel)

Beginnend vom zentral gelegenen Parkplatz auf dem Hof der Gemeindeverwaltung Klettenberg, einem von 2003 – 2005 sanierten Rittergut aus dem 17. Jahrhundert, über den von Mönchen erbauten Mühlgraben mit Erläuterungen zu den in Klettenberg gelegenen sieben Mühlen und deren Geschichte und Geschichten, ging es entlang des Karstwanderweges zur Kalkbergschwinde und Kalkbergquelle.

Von da bergauf über verschlungene Wege durch alte Plantagen von Schneidehainbuchen bot der Gipfel des Kalkberges einen wunderbaren Blick über das Terrain der ehemaligen Burg Klettenberg, die noch erhalten gebliebenen Gebäude der ehemaligen Staatsdomäne und die Nikolaikirche bis hin zum Harz.

Unter sachkundiger Unterstützung durch den Klettenberger Botaniker Jürgen Thomas ging es nun weiter zur Hunnegrube (Hundegrube), einer ausgedehnte Karstsenke (Uvala), mit einem der wenigen Orchideenstandorte, über Trockenrasenwiesen mit auffallend zahlreichen Ameisenhaufen, in denen der geschützte Quendel-Ameisenbläuling, ein blauer Falter, als Raupe heranwächst und von den Eiern und Larven der Wirtsameisen lebt, zurück zur Burg Klettenberg.

Leider ist von der Burg der Grafen von Clettenberg nichts mehr zu sehen. Zerstört im Dreißigjährigen Krieg, umgebaut in der Zeit der Grafen von Sayn-Wittgenstein, abermals mit Errichtung als Preußische Staatsdomäne umgebaut im 18. Jahrhundert und gesprengt durch die russische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg nagte der Zahn der Zeit bis zur Unkenntlichkeit an der damals wahrscheinlich stattlichen Burg, erbaut durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

Die letzte Station der von Ulrich Berkel geführten Wanderung führte die zahlreichen Besucher in die Nikolaikirche unterhalb des Burggeländes. Auf dem Standort der zur Burg gehörigen gräflichen Kapelle wurde aufgrund deren Baufälligkeit eine neue Kirche gebaut und 1706 eingeweiht. Pfarrer zu dieser Zeit war kein geringerer als Georg Spangenberg. Dass die Kirche heute wieder genutzt und fast in altem Glanz erstrahlt, ist im Grunde der Initiative des nach der Wiedervereinigung gegründeten Fördervereins zum Wiederaufbau der Kirche zu verdanken.

Die abwechslungsreiche geschichtliche Wanderung, kombiniert mit botanischen und karstgeologischen Zwischenstationen endete nach etwa 2,5 Stunden am Ausgangspunkt. Zwischenzeitlich hatten sich die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins Clettenberg im noch im Ausbau befindlichen Dorfgemeinschaftshaus auf hungrige und durstige Wandersleute eingerichtet.

Gemeinsame Geschichtswanderung (Foto: Ch. Müller, U. Berkel) Gemeinsame Geschichtswanderung (Foto: Ch. Müller, U. Berkel)

Bei Bratwurst, Steaks, erfrischenden Getränken und super Wetter war die Stimmung hervorragend und es wurde noch lange über das Erlebte und alte Fotos diskutiert. Als Ausblick möchten wir hiermit auf die Yogawanderung durch die Klettenberger Streuobstwiesen hinweisen. Termin ist der 10. September 2017 ab 10:00 Uhr.

Nähere Informationen unter www.karstwanderweg.de
Ulrich Berkel
Autor: red

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