Fusion erst einmal vertagt
Dienstag, 07. August 2001, 18:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Noch in diesem Jahr soll die Entwlcklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen abgewickelt werden. Statt Abwicklung wird jetzt in der Kreisverwaltung eine Fusion zwischen zwei guten alten Bekannten favorisiert.
Eine für Mittwoch geplante Aufsichtsratssitzung der landkreiseigenen Entwicklungsgesellschaft (EGN) ließ der Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Theuerkauf (SPD) erst einmal platzen. Ziel dieser Sitzung sollte die Fusion der EGN mit der ebenfalls kreiseigenen Service Gesellschaft sein. Eigentlich eine unspektakuläre Angelegenheit, wären da nicht einige verwunderliche Vorgänge gelaufen. Zur Zeit gehen nämlich die Mitglieder des Kreistages davon aus, dass die EGN abgewickelt werden soll und somit spätestens zum Jahresende den vollständigen Geschäftsbetrieb einstellen soll. Und so zeigte man sich über die geplanten Fusionsabsichten schon sehr verwundert.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Becker konnte es kaum glauben, denn weder gab es einen aktuellen Beschluss dazu, noch wurden die politischen Vertreter von Landrat Joachim Claus (CDU) über seine Absichten informiert. Der Landrat hatte nämlich selbst und ohne Absprache einfach zu der Aufsichtsratssitzung eingeladen, obwohl diese Ladung nach der Geschäftsordnung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Winfried Theuerkauf (SPD), obliegt, so die Informationen der nnz. Auch die Entscheidungsgrundlage, welche der Landrat für die geplante Fusion anführt, erscheine höchst suspekt, so sei nach SPD-Angaben nämlich ein uralter Kreistagsbeschluss aus dem Jahre 1997 ausgekramt worden. Der damalige Beschluss sah zwar eine Fusion der Gesellschaften zum Jahresbeginn 1998 vor, doch sei er nie umgesetzt worden. Außerdem wären die Ausgangsbedingungen damals ganz andere gewesen.
Einigen der heutigen Kreistagsmitgliedern dürfte der damalige Beschluss gar nicht bekannt sein, wurde doch der Kreistag zwischen zeitlich neugewählt. Die SPD-Fraktion hat daher jetzt erst einmal einen Antrag für den nächsten Kreistag eingebracht, mit dem die Fusionsbestrebungen des Landrates gestoppt werden sollen. "Wir haben nämlich den Verdacht, dass mit dieser Blitzaktion alles zugedeckt werden sollte, was noch an ungeklärten Vorgängen bei der EGN schlummert", meinte Dagmar Becker (SPD) dazu. Zu klären ist vor allem, was aus einem Darlehen in Höhe von 500.000 Mark geworden ist, doch dazu morgen mehr in der nnz.
Becker betonte zudem, dass ihre Partei bei Fragen der landkreiseigenen Gesellschaften immer einen pragmatischen Entscheidungsweg mitgeht, aber wir werden solche Alleingänge des Landrates nicht dulden, zumal man sich hier schnell über Auswirkungen von bis zu einer Million Mark unterhält.
Autor: nnzEine für Mittwoch geplante Aufsichtsratssitzung der landkreiseigenen Entwicklungsgesellschaft (EGN) ließ der Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Theuerkauf (SPD) erst einmal platzen. Ziel dieser Sitzung sollte die Fusion der EGN mit der ebenfalls kreiseigenen Service Gesellschaft sein. Eigentlich eine unspektakuläre Angelegenheit, wären da nicht einige verwunderliche Vorgänge gelaufen. Zur Zeit gehen nämlich die Mitglieder des Kreistages davon aus, dass die EGN abgewickelt werden soll und somit spätestens zum Jahresende den vollständigen Geschäftsbetrieb einstellen soll. Und so zeigte man sich über die geplanten Fusionsabsichten schon sehr verwundert.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Becker konnte es kaum glauben, denn weder gab es einen aktuellen Beschluss dazu, noch wurden die politischen Vertreter von Landrat Joachim Claus (CDU) über seine Absichten informiert. Der Landrat hatte nämlich selbst und ohne Absprache einfach zu der Aufsichtsratssitzung eingeladen, obwohl diese Ladung nach der Geschäftsordnung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Winfried Theuerkauf (SPD), obliegt, so die Informationen der nnz. Auch die Entscheidungsgrundlage, welche der Landrat für die geplante Fusion anführt, erscheine höchst suspekt, so sei nach SPD-Angaben nämlich ein uralter Kreistagsbeschluss aus dem Jahre 1997 ausgekramt worden. Der damalige Beschluss sah zwar eine Fusion der Gesellschaften zum Jahresbeginn 1998 vor, doch sei er nie umgesetzt worden. Außerdem wären die Ausgangsbedingungen damals ganz andere gewesen.
Einigen der heutigen Kreistagsmitgliedern dürfte der damalige Beschluss gar nicht bekannt sein, wurde doch der Kreistag zwischen zeitlich neugewählt. Die SPD-Fraktion hat daher jetzt erst einmal einen Antrag für den nächsten Kreistag eingebracht, mit dem die Fusionsbestrebungen des Landrates gestoppt werden sollen. "Wir haben nämlich den Verdacht, dass mit dieser Blitzaktion alles zugedeckt werden sollte, was noch an ungeklärten Vorgängen bei der EGN schlummert", meinte Dagmar Becker (SPD) dazu. Zu klären ist vor allem, was aus einem Darlehen in Höhe von 500.000 Mark geworden ist, doch dazu morgen mehr in der nnz.
Becker betonte zudem, dass ihre Partei bei Fragen der landkreiseigenen Gesellschaften immer einen pragmatischen Entscheidungsweg mitgeht, aber wir werden solche Alleingänge des Landrates nicht dulden, zumal man sich hier schnell über Auswirkungen von bis zu einer Million Mark unterhält.
