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Sechs Kilo Haschisch im Reservereifen

Montag, 06. August 2001, 16:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Nordthüringer Polizei ist Ende Juli einer der größten Drogenfunde ins Netz gegangen. Heute wurden erste Ermittlungsergebnisse gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft vorgestellt.


Haschisch im Reifen Es war am 30. Juli dieses Jahres, da schnappte in Bleicherode die Falle zu. Die Beamten der Nordhäuser Kripo konnten nicht nur eine riesige Menge Drogen, Zubehör, Waffen und Bargeld sicherstellen, sie klärten auch 13 Ermittlungsverfahren auf. Ermittelt wurde gegen einige der insgesamt elf verhafteten Personen bereits seit Ende des vergangenen Jahres. Während dieser Zeit stellte sich heraus, dass zwischen den einzelnen Verfahren ein Zusammenhang bestehe. Das entsprechende Fachkommissariat wurde personell verstärkt.

Durch diese intensiven Ermittlung wurde bekannt, dass durch den Haupttäter und dessen Helfer mehrfach bis zu drei Kilogramm Haschisch, bis zu ein Kilo Kokain und bis 1.000 Ecstasy-Tabletten gekauft und in Nordthüringen weiterverkauft wurden. Schwerpunkte waren hier die Stadt Nordhausen, der Landkreis Sangerhausen sowie das Eichsfeld. Bei einer letzten Fahrt nach Holland wurden die mutmaßlichen Täter beschattet und schließlich in Bleicherode verhaftet.

Der Haupttäter kommt aus Lengefeld im Landkreis Sangerhausen, vier der ebenfalls festgenommenen Dealer aus dem Landkreis Nordhausen. Bei der Durchsuchung des Fahrzeuges wurden im Reservereifen sechs Kilogramm Haschisch sichergestellt. „Derartige Mengen sind ein unverkennbares Zeichen für einen expandierenden Drogenmarkt in Nordthüringen. Auch steige die Zahl der Kleindealer ständig an, so der Chef der Polizeidirektion, Günther Lierhammer. Viele der Kleindealer seien auch selbst Konsumenten und finanzieren sich mit dem Verkauf der Drogen ihren Rausch. Der Sprecher der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft, Dirk Germerodt, sprach in diesem Fall von mittelschwerer Dealerkriminalität und bezeichnete die Polizeiaktion als sehr gelungen. Germerodt sprach weiterhin von einer fast beängstigenden Tendenz, die sich in der Drogenszene in Nordthüringen sichtbar mache. Dies würde nicht nur auf die Zahl der Fälle zutreffen, sondern ebenfalls auf die Art des Drogenkonsum. So sei der Trend zu immer härteren Drogen auch im Norden des Freistaates unverkennbar.

In und um Nordhausen gebe es zwar keine offene Drogenszene, doch die Polizei werde auch künftig noch intensiver ermitteln. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um sogenannten weiche oder harte Drogen handele. Drogenhandel sei in jedem Fall eine Straftat, die verfolgt und geahndet werden müsse.
Autor: nnz

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