nnz-Forum: Gefahrenpotential
Mittwoch, 22. September 2004, 07:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Gestern hatte sich erneut ein Autofahrer auf die ehemalige Rechtsabbiegespur der Bahnhofstraße verfahren. Die nnz dokumentierte das mit dem Foto des Tages. Dazu einige Anmerkungen eines nnz-Lesers.
Ich habe mich schon des öfteren gefragt, was sich die Verantwortlichen bei der Planung im Bereich Rautenstraße usw. so gedacht haben. Ich möchte den Artikel "nnz Foto des Tages: Sicher nicht der Letzte!" zum Anlass nehmen ein paar meiner Gedanken loszuwerden.
Das es nicht der Erste war, der "versehentlich" in diesen Gleisabschnitt eingefahren ist weiß ich, und das es nicht der Letzte war kann sich jeder wohl denken. Der gesamte Neubau der Rautenstraße ist an Unübersichtlichkeit und Gefährlichkeit wohl kaum noch zu überbieten. Ein entsprechendes Szenario hat man sich schnell überlegt: Ein Fahrzeug, evtl. ein LKW, ist im Bereich der Straßenbahnhaltestelle liegen geblieben (bspw. aufgrund eines technischen Defektes). Auf der Gegenfahrbahn befindet sich ein LKW, die Straßenbahn ist in der Nähe und ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene muss dringend in die Fußgängerzone am Bahnhof.
Das Chaos ist perfekt. Nur gut, daß derzeit die Sangerhäuserstraße nicht befahrbar ist. Warum baut man an Stellen an denen ausreichend Platz ist die Straßen besonders eng? Hat man es vermieden zu denken, daß es Situationen wie Baustellen, Umleitungen, Unfälle usw. gibt die eine gesonderte Verkehrsführung in diesem Bereich nötig machen könnten? Hinzu kommt, daß alles darauf hin deutet, daß die Verkehrsdichte in Zukunft weiter ansteigt. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Radwege in der Rautenstraße. Diese mögen zwar gut gemeint sein, werfen jedoch Fragen auf. Wie ist die Vorfahrtregelung beim plötzlichen Einmünden des Radweges auf die Fahrbahn im Bereich des Kreisverkehrs? Was nützt hier eine Vorfahrtregelung überhaupt? Im Falle eines Unfalls zieht der Radfahrer sowieso den Kürzeren. Im Bereich des Rathauses endet die Radwegmarkierung abrupt, ist man hier als Radfahrer plötzlich Fußgänger?
Hat man bei der Planung der Radwege die Geschwindigkeit eines Radfahrers berücksichtigt? Auf der Rautenstraße erreicht man runterwärts locker 50km/h, hochwärts sind für einen trainierten Radfahrer 30km/h durchaus möglich. Gibt es ein Tempolimit auf Radwegen? Und was sollen bitte diese Pfähle aus Stahl, die der Reihe nach neben dem Radweg aufgebaut sind darstellen? Für mich stellen sie nur ein erhebliches Gefahrenpotential für Fußgänger und Radfahrer dar.
Im Anbetracht dieser Fragen kann ich nur zu dem Schluss kommen, daß man wohl andere Dinge als Sicherheit, Übersichtlichkeit, Flexibilität und Praxistauglichkeit bei der Planung im Sinn hatte. Aber mir fehlt ja auch Fachwissen im Bezug auf Verkehrs- und Städteplanung.
René Brothun, Nordhausen
Ich habe mich schon des öfteren gefragt, was sich die Verantwortlichen bei der Planung im Bereich Rautenstraße usw. so gedacht haben. Ich möchte den Artikel "nnz Foto des Tages: Sicher nicht der Letzte!" zum Anlass nehmen ein paar meiner Gedanken loszuwerden.
Das es nicht der Erste war, der "versehentlich" in diesen Gleisabschnitt eingefahren ist weiß ich, und das es nicht der Letzte war kann sich jeder wohl denken. Der gesamte Neubau der Rautenstraße ist an Unübersichtlichkeit und Gefährlichkeit wohl kaum noch zu überbieten. Ein entsprechendes Szenario hat man sich schnell überlegt: Ein Fahrzeug, evtl. ein LKW, ist im Bereich der Straßenbahnhaltestelle liegen geblieben (bspw. aufgrund eines technischen Defektes). Auf der Gegenfahrbahn befindet sich ein LKW, die Straßenbahn ist in der Nähe und ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene muss dringend in die Fußgängerzone am Bahnhof.
Das Chaos ist perfekt. Nur gut, daß derzeit die Sangerhäuserstraße nicht befahrbar ist. Warum baut man an Stellen an denen ausreichend Platz ist die Straßen besonders eng? Hat man es vermieden zu denken, daß es Situationen wie Baustellen, Umleitungen, Unfälle usw. gibt die eine gesonderte Verkehrsführung in diesem Bereich nötig machen könnten? Hinzu kommt, daß alles darauf hin deutet, daß die Verkehrsdichte in Zukunft weiter ansteigt. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Radwege in der Rautenstraße. Diese mögen zwar gut gemeint sein, werfen jedoch Fragen auf. Wie ist die Vorfahrtregelung beim plötzlichen Einmünden des Radweges auf die Fahrbahn im Bereich des Kreisverkehrs? Was nützt hier eine Vorfahrtregelung überhaupt? Im Falle eines Unfalls zieht der Radfahrer sowieso den Kürzeren. Im Bereich des Rathauses endet die Radwegmarkierung abrupt, ist man hier als Radfahrer plötzlich Fußgänger?
Hat man bei der Planung der Radwege die Geschwindigkeit eines Radfahrers berücksichtigt? Auf der Rautenstraße erreicht man runterwärts locker 50km/h, hochwärts sind für einen trainierten Radfahrer 30km/h durchaus möglich. Gibt es ein Tempolimit auf Radwegen? Und was sollen bitte diese Pfähle aus Stahl, die der Reihe nach neben dem Radweg aufgebaut sind darstellen? Für mich stellen sie nur ein erhebliches Gefahrenpotential für Fußgänger und Radfahrer dar.
Im Anbetracht dieser Fragen kann ich nur zu dem Schluss kommen, daß man wohl andere Dinge als Sicherheit, Übersichtlichkeit, Flexibilität und Praxistauglichkeit bei der Planung im Sinn hatte. Aber mir fehlt ja auch Fachwissen im Bezug auf Verkehrs- und Städteplanung.
René Brothun, Nordhausen
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